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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Erfolg mit Vitaminen
Zwischenüberschrift:
Am Graf-Stauffenberg-Gymnasium blüht die "Fruchtoase"
Artikel:
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Originaltext:
Andrang herrscht in jeder zweiten großen Pause vor dem Kiosk " Fruchtoase" im Graf-Stauffenberg-Gymnasium. Dort verkaufen Schüler Obst und Gemüse. Foto: Jörn Martens
Osnabrück. Gäbe es einen Wirtschaftsförderpreis für Schüler, könnten die Jugendlichen, die am Graf-Stauffenberg-Gymnasium die " Fruchtoase" betreiben, schon mal eine Bewerbung abgeben. Sie verkaufen Früchte und Gemüse zu einem fairen Preis. Und das kommt an: Ihre Mitschüler rennen ihnen die Bude ein.
Von Thomas Wübker - " Es ist eher Vergnügen als Arbeit", sagt Svea Siepe (15), die am Mittwoch in der ersten großen Pause zusammen mit Anna-Sophia Lobers (14), Kathrin Aringsmann (14) und Paula Westendorf (15) Gemüse und Obst schnippelte. Diese Zutaten mischten sie zu Obstsalaten, Fruchtspießen oder Quarkspeisen zusammen, die wie immer in der zweiten großen Pause verkauft werden. In den 20 Minuten Erholung vom Unterricht haben sie etwa 30 Portionen verkauft. Viel Vergnügen also. In den Genuss kommen sie aber nur alle zwei Wochen an einem Tag. Dann haben sie Dienst. Einen Verdienst gibt es in Form eines Essens aus der eigenen Produktpalette.
Die " Fruchtoase" diene in erster Linie der gesunden Ernährung, sagt Lehrerin Angelika Grospitsch. Die Zutaten sollen möglichst aus heimischer Produktion und biologischem Anbau stammen. Mitarbeiten können Schüler ab der 7. Klasse. Sie werden vorher intern geschult.
Der erwirtschaftete Gewinn wird zur Erhaltung und Verbesserung der Ausstattung des Verkaufsstandes verwendet und zum Teil der Partnerschule in Peru zur Verfügung gestellt. Dort wird das Geld für Projekte zur Gesundheitserziehung genutzt.
Obwohl der wirtschaftliche Aspekt eher die zweite Geige spielt, hat die Schülerfirma, die hinter der " Fruchtoase" steckt, durchaus die Strukturen eines Unternehmens. Es gibt eine Geschäftsleitung wie auch Abteilungen für Finanzen, Personal, Service sowie Beratung und Schulung.
In direkter Nachbarschaft zur " Fruchtoase" ist ein Wasserspender aufgestellt worden, der die Schüler kostenlos mit Wasser versorgt. " Das passt besser zu dem Konzept der gesunden Ernährung als zuckerhaltige Brause", sagt Sylvia Schütze, Betreuerin der " Fruchtoase".
Dass die Schülerfirma ein Erfolgsmodell ist, zeigen die Preise, die die " Fruchtoase" in den sechs Jahren ihres Bestehens gewonnen hat. Unter anderem waren Auszeichnungen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziales und der Landesschulbehörde Niedersachsen dabei. Zudem hat die " Fruchtoase" den Smiley des Veterinärdienstes bekommen, weil sie " lebensmittel- und hygienerechtliche Anforderungen in überdurchschnittlicher Weise erfüllt" hat. Einen Smiley bekommen sonst nur Restaurants und Kantinen.
Trotz dieser Erfolge wollen die vier Mädchen vom Kiosk nach dem Abitur keine eigene " Fruchtoase" eröffnen. " Ich habe einen anderen Berufswunsch", sagt Kathrin Aringsmann. Sie will Polizistin werden.

Zwei Schulen mögen' s frisch
30 Schulen haben es geschafft: Sie haben die Jury der Aktion " Wir mögen' s frisch! Mehr Obst und Gemüse für Niedersachsens Schulen" vom Land Niedersachsen und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung mit ihren Projekten überzeugt. Dazu gehören auch aus Osnabrück die Diesterwegschule mit dem Projekt " Café Kunterbunt" und das Graf-Stauffenberg-Gymnasium mit seiner " Fruchtoase".
" Das Thema gesunde Ernährung ist in den Schulen angekommen", freute sich Ministerin Astrid Grotelüschen bei der Urkundenübergabe im Landesmuseum Hannover. Die ausgezeichneten Schulen erhalten je eine Sachmittelerstattung über 500 Euro. Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Gemeinschaftsgefühl könnten hervorragend mit dem gemeinsamen Verzehr von gesunden Mahlzeiten unterstützt werden, sagte die Ministerin.
Im Vorfeld waren alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Niedersachsen aufgefordert worden, aussagefähige Konzepte einzureichen, die das Ziel haben, den Obst- und Gemüseverzehr von Schülerinnen und Schülern zu steigern. Nach dem Einsendeschluss im September traf sich eine Jury - bestehend aus Vertretern des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, des niedersächsischen Kultusministeriums, der Vernetzungsstelle Schulverpflegung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung -, um aus mehr als 130 eingegangenen Bewerbungen eine Auswahl zu treffen.

Autor:
Thomas Wübker


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