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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Damit es Schülern in anderen Ländern besser geht
Zwischenüberschrift:
Bildungsarbeit schafft Bewusstsein für fairen Handel: Das Beispiel Graf-Stauffenberg-Gymnasium
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In der Schulpause verkaufen Marie-Luara Barbara und ihre Mitschülerinnen im Graf-Stauffenberg-Gymnasium fair gehandelte Produkte. Foto: Elvira Parton
tw Osnabrück. Die elfjährige Marie-Luara Barbara kennt sich aus. " Durch Fairtrade wird die Mühe der Bauern besser bezahlt", sagt sie. Die Sechstklässlerin weiß auch, dass es Geschäftsleute gibt, die die Bauern nicht gut bezahlen. Ihr Wissen hat das Mädchen mit den langen roten Haaren in der Dritte-Welt-AG und im Religionsunterricht am Graf-Stauffenberg-Gymnasium (GSG) erworben.
Zweimal in der Woche steht Marie-Luara in einer großen Pause im Foyer der Schule und verkauft mit anderen Schülern Tee aus Südafrika, recycelte Tüten aus Plastik für Flaschen oder Satin-Täschchen aus Indien. Dazu gibt es Infos auf Flyern. Die Produkte haben eins gemein: Sie tragen das Fair trade-Siegel. Nur auf den Freundschaftsbändern ist das grün-blaue, an Yin und Yang erinnernde Zeichen nicht zu sehen. Sie stammen von der Partnerschule des GSG in Santa Rosa in Peru.
Das Engagement für die Menschen in Entwicklungsländern hat Tradition. Die Dritte-Welt-AG existiert seit 20 Jahren. Schon in der 5. Klasse werden die Schüler des GSG über die Lebensverhältnisse von Kindern in diesen Ländern unterrichtet, berichtet Simone Rita Müller, die am GSG Religion und Deutsch unterrichtet. Später stünden wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zwischen armen und reichen Ländern dieser Erde auf dem Stundenplan. Das Thema Fairtrade schwinge dabei immer mit. " Es zieht sich durch alle Bereiche der Schule", sagt Müller. In Planung sei die Gründung einer Schülerfirma, die Fairtrade-Produkte verkauft.
Das GSG nimmt als eine von zehn Schulen an dem zweijährigen Pilotprojekt " Globales Lernen" des Landes Niedersachsen teil. Damit soll das Thema langfristig im Unterricht des Sekundarbereichs I integriert werden. Darin enthalten ist auch das Thema fairer Handel. " Die Schüler sollen lernen, wie zum Beispiel der Alltag auf einer Teefarm aussieht oder welche Arbeitsbedingungen dort herrschen", erklärt Simone Rita Müller. Der Unterricht habe aber auch praktische Bezüge, wenn die Schüler zum Beispiel die Waben eines Fußballs zusammennähen sollen. Dann würden sie merken, wie anstrengend diese Arbeit sei, die von vielen Kindern in Billiglohn-Ländern ausgeführt wird, die so alt sind wie die GSG-Schüler, so Müller.
Die Schüler lernen aber auch positive Beispiele kennen, bei denen die Eltern mehr Geld für ihre Arbeit bekommen und die Kinder zur Schule gehen können. " Den Schülern wird so bewusst, dass ein Zusammenhang zwischen Arm und Reich besteht", sagt Müller und fügt an: " Für viele ist es ein Aha-Erlebnis. Sie merken, dass es cool ist, dass sie zur Schule gehen können."
Neben neun Schulen, 26 Kirchengemeinden und konfessionellen Einrichtungen sowie sechs Vereinen in Osnabrück bieten das Aktionszentrum Dritte Welt, die Süd-Nord-Beratung und Brot für die Welt Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche an. " Das Bewusstsein für fairen Handel zu schaffen ist mehr wert als der Verkauf der Produkte", sagt Dirk Steinmeyer von der Süd-Nord-Beratung. Mittlerweile würden die Berater schon in Kindergärten gehen, erzählt er. Die Erfahrung zeige, dass Kinder dem Thema Fairtrade gegenüber aufgeschlossen und begeisterungsfähig seien, erzählt Steinmeyer. " Zum Teil nehmen sie ihre Eltern dann an die Hand und gehen mit ihnen in den Weltladen."
Autor:
tw


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