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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Verlegung der B 51 jetzt unanfechtbar
Zwischenüberschrift:
Belms Bürgermeister Bernhard Wellmann erleichtert - Baubeginn ungewiss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Lärm, Abgase, Gestank - der Verkehr auf der Belmer Ortsdurchfahrt ist eine Belastung für die Bürger: Archivfoto: Elvira Parton
Belm. Ein Schild steht im Foyer des Belmer Rathauses. In großen Buchstaben steht darauf " B 51 neu sofort." Es ist das Relikt eines Demonstrationszugs, bei dem Belmer sich für eine Verlegung der Bundesstraße einsetzten. Sie werden das Plakat in guter Erinnerung halten. Der Planfeststellungsbeschluss für das Großprojekt ist unanfechtbar. " Es liegt jetzt Baurecht vor", sagt der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Osnabrück, Cord Lüesse.
Von Christoph Granieczny - " Wenn man so viele Jahre daran gearbeitet hat, ist es eine große Erleichterung, wenn endlich gebaut werden darf", sagt Belms Bürgermeister Bernhard Wellmann. Schon 1978 hatte das Bundesverkehrsministerium nämlich eine Linie förmlich bestimmt: Neubau der B 51/ 65 von der Ortsumgehung Osnabrück bis zur Ortsumgehung Ostercappeln. Dazu lieferte das damalige Straßenbauamt Osnabrück, Vorgänger der Landesbehörde, eine Zeichnung, die einen möglichen Verlauf des Neubaus skizziert. Damit ist die Verlegung der Bundesstraße, die vielen hier als Bremer Straße bekannt ist, zu einem Ziel der Raum- und Landesplanung erhoben worden.
Unterfüttert wurde dieser Schritt mit dem Ergebnis einer Verkehrszählung im selben Jahr: 14 000 Fahrzeuge rollten damals täglich durch die Gemeinde am Stadtrand Osnabrücks. 1991 waren es doppelt so viele Autos, heute sind es wohl noch mehr.
Lärm, Abgase, Gestank - die Belastungen für die Anrainer sind enorm. Doch immer wieder stockte das Verfahren und schleppte sich über die Jahrzehnte dahin. Die Bürger gingen auf die Straße, das Forum Belmer Unternehmen sammelte Unterschriften und schrieb Petitionen. Erst Mitte dieses Jahrzehnts nahm der Prozess Fahrt auf.
Unumstritten war das Projekt nie. Der Widerstand dagegen wuchs aber erst, als die Straßenbaubehörde 2007 im Zuge des Planfeststellungsverfahrens einen konkreten Entwurf der Belmer Kommunalpolitik vorlegte. Hauptkritikpunkt vieler Fraktionen ist auch heute noch, dass beim geplanten vierspurigen Ausbau, der parallel zu den Bahnschienen der Strecke Osnabrück-Bremen auf einem bis zu neun Meter hohen Wall verlaufen soll, weitgehend auf aktiven Lärmschutz verzichtet werden soll. " Die bundesweit gültige Rechtslage gibt aber aktiven Lärmschutz nicht her", erklärt Lüesse.
Im Oktober lag der Planfeststellungsbeschluss noch in den Rathäusern in Belm und Osnabrück aus; den möglichen Klageweg hat jedoch niemand beschritten. " Wir könnten also bauen", sagte Lüesse. " Dazu müsste das Projekt allerdings in den Straßenbauplan des Bundes aufgenommen werden." Das werde auch irgendwann erfolgen. Wann allerdings Geld für die B 51 neu bereitgestellt werde, sei heute nicht abzusehen. Im Bundesverkehrswegeplan hat die Ortsumgehung Belm nach wie vor den Status " vorrangig", wie viele andere Straßenbauprojekte auch. Innerhalb einer Frist von zehn Jahren sollte schon mit dem Bau begonnen werden.
Bürgermeister Wellmann hofft, dass er noch im Dienst den ersten Spatenstich setzen wird. " Es wäre ein Höhepunkt meiner jahrzehntelangen Laufbahn als Kommunalpolitiker", sagt er. Denn auch er saß Anfang der 70er-Jahre mit am Tisch, als sich Belm mit der B-51-Verlegung zu beschäftigen begann. Im Oktober 2014 endet Wellmanns Amtszeit.

Kommentar
Mehr Schutz
Von Christoph Granieczny - Motoren dröhnen, Abgasschwaden wabern durch die Luft - dass die Verlegung der Bremer Straße Sinn macht, steht außer Frage. Wer Zweifel hat, kann sich ja mal für ein paar Minuten nahe der Ortsdurchfahrt aufhalten. Anlieger stellen Skeptikern sicherlich einen Platz auf ihrer Veranda zur Verfügung. Aber wird das vorrangige Ziel, weniger Lärmbelastung für die Belmer, damit auch erreicht? Oder schallt es von der autobahnähnlichen Straße im Einklang mit der Bahnstrecke genauso laut auf die Siedlungen herunter wie zuvor? Viele befürchten es.
Bürgermeister Wellmanns Arbeit am Projekt B 51 neu ist noch nicht beendet. Er muss jetzt alle Beteiligten an einen Tisch holen und so viel Lärmschutz für die Bürger herausschlagen wie möglich.
Autor:
Christoph Granieczny


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