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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Diese Nikoläuse sind fair
Zwischenüberschrift:
45 Supermärkte in Osnabrück verkaufen Produkte mit Siegel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Unter fairen Bedingungen wurden die Zutaten für die Nikoläuse produziert, die Rita Vallo (links) im Weltladen an der Bierstraße Waltraud Kitzing anbietet. Foto: Elvira Parton
Osnabrück. In Osnabrück leben mehr als 160 000 Menschen. Das bedeutet: Will die Stadt sich " Fair trade Town" nennen, müssen mindestens 26 Einzelhandelsgeschäfte fair gehandelte Produkte anbieten. Für die Friedensstadt ein Klacks: 45 Supermärkte verkaufen Waren mit dem Transfair-Siegel. Dazu kommen noch sieben Blumenläden.
Von Thomas Wübker - Wer heute noch keinen Nikolaus angeknabbert hat, der kann sich an fair gehandelten Schoko-Nikoläusen ergötzen. Im Weltladen beachtet die 62-jährige Waltraud Kitzing diese Leckerei jedoch nicht. Sie kauft dort seit 20 Jahren ein. " Wir leben in einer Welt, die viel hat. Durch den Kauf der fair gehandelten Produkte können wir diejenigen unterstützen, die in einer Welt leben, die nicht viel hat", sagt sie entschlossen. Doch es sind nicht nur moralische Gründe, die sie zum Kauf von Fair-Trade-Waren wie Kaffee, Tee und Schokolade treiben: " Die Qualität ist entscheidend." Dafür ist sie bereit, auch etwas mehr Geld auszugeben.
Im Weltladen kaufen hauptsächlich Kunden ein, die sich bewusst für fair gehandelte Waren entschieden haben, sagt Anja Pauls vom Aktionszentrum Dritte Welt. Hinter dem Laden steckt aber noch mehr. Neben einem breit gefächerten Warenangebot mit Lebensmitteln, Papierartikeln, Kleidung, Schmuck oder Bällen aus Afrika, Asien und Lateinamerika bietet der Weltladen auch politische Arbeit und Bildungsangebote an. " Wir wollen auch Hintergründe vermitteln", sagt Anja Pauls.
Der Verkauf von fair gehandelten Waren sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen, meint Anja Pauls. Dennoch liegt der Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee bei lediglich einem Prozent. " Es wäre schön, wenn es Standards gebe, an die sich alle halten müssten", sagt sie. Dann wäre der Anteil der Fair-Trade-Produkte am Markt sicherlich höher. Das Problem sei jedoch in der Gesellschaft verwurzelt. " Es wird immer noch als toll angesehen, wenn etwas billig ist", sagt Anja Pauls.
Einer der ersten Lebensmittel-Discounter, der fair gehandelte Waren angeboten hat, war Lidl. Seit 2006 bietet die Kette biologische Bananen, Orangensaft, Schokolade, Kaffee und Tee unter der Eigenmarke Fair Globe an. " Ziel des Fair-Trade-Gedankens ist die Sicherstellung von gerechten Löhnen in den Produktionsländern, damit die entsprechenden Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort verbessert werden können", teilt der Konzern auf Anfrage mit. Mit der Kundenresonanz der Fair-Globe-Produkte sei Lidl zufrieden, hieß es weiter.
" Fair Trade bedeutet nicht nur, dass der Bauer mehr Geld bekommt", sagt Mechthild Möllenkamp. Die Besitzerin mehrerer Supermärkte und Präsidentin des Einzelhandelsverbands sagt, dass die Produzenten fair gehandelter Produkte durch den kontrollierten Handel eine langfristige Perspektive haben. Die Erzeugerpreise werden bei Fair Trade über dem Weltmarktpreis angesetzt.
Mechthild Möllenkamp war kürzlich in Südafrika und hat dort neben Wein, der demnächst im Fair-Trade-Regal ihrer Supermärkte zu finden sein wird, auch entdeckt, warum sich die teureren Einkaufspreise für sie lohnen: " Wenn man sieht, wie die Menschen in den Wellblechhütten der Townships leben, kommt man schnell auf den Boden zurück."
Dass Osnabrück als Fairtrade Town ausgezeichnet wird, findet Mechthild Möllenkamp " spannend". Es habe aber auch eine größere Bedeutung: " Osnabrück kann als Oberzentrum ein Beispiel für kleinere Gemeinden bieten." Diesen " Werbeeffekt" goutiert auch Anja Pauls. " Dadurch werden die Fair-Trade-Produkte bekannter." Für die Konsumenten sei es zudem schöner zu wissen, dass die Produkte, die sie kaufen, unter fairen Bedingungen produziert wurden.

Autor:
Thomas Wübker


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