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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Für Autos mit roter Plakette ab Januar tabu
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Umweltzone: Schärfere Auflagen
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Originaltext:
Hannover macht es vor: Autos mit roter Plakette dürfen ab Januar auch in Osnabrück nicht mehr in die Umweltzone fahren. Das Foto entstand vor zwei Jahren in Hannover. Foto: Archiv/ dpa
Osnabrück. Zum Januar verschärft die Stadt ihre Auflagen für die Umweltzone: Autos mit roter Plakette werden nicht mehr in die zentralen Distrikte gelassen. Anders als vor einem Jahr können Plakettensünder nicht mehr auf freundliche Ermahnungen hoffen. Wer ohne Plakette erwischt wird, zahlt 40 Euro Verwarnungsgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg.
Von Rainer Lahmann-Lammert - Rot steht in diesem Fall für ältere Dieselmotoren der Schadstoffklasse Euro 2. Für sie gibt es keine Partikelfilter zum Nachrüsten. Bei der Feinstaubbelastung gelten sie als die bösen Buben. Ebenso wie die älteren Benziner ohne geregelten Katalysator, die nicht einmal einer roten Plakette für würdig befunden wurden.
Die Stadt hat ermittelt, dass in der näheren Region (Stadt und Landkreis Osnabrück, Landkreis Steinfurt) noch rund 35 000 Fahrzeuge unterwegs sind, die ab 2011 nicht mehr die Umweltzone passieren dürfen. Detlef Gerdts, der Leiter des Fachbereichs Umwelt, macht die Rechnung anders herum auf: " 93 Prozent aller Fahrzeuge in der Stadt haben kein Problem." Inzwischen sei die Akzeptanz gegenüber der Umweltzone deutlich gewachsen. Das zeige auch der Umstand, dass sich nur noch 50 Plakettenmuffel pro Monat ein Strafmandat einhandelten - im März waren es noch 938.
Gerdts findet es erfreulich, dass immer mehr schadstoffarme Linienbusse in die Flotte der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) aufgenommen werden. 43 neue Busse seien schon hinzugekommen, das entspreche einer Investitionssumme von 10 Millionen Euro. Und weitere würden bald folgen.
Bei den Nutzfahrzeugen lässt sich der Fortschritt etwas mehr Zeit. Immerhin gibt es bei den schweren Lastwagen einen starken Trend zur grünen Plakette - weil sich damit auch die Mautgebühren senken lassen, konstatiert Gerdts.
Für Härtefälle gewährt die Stadt Ausnahmegenehmigungen. 613 Anträge wurden in diesem Jahr gestellt, in 294 Fällen ließ sich die Stadt darauf ein, für 186 Autofahrer gab es Freifahrtscheine für jeweils sieben Tage. Ausnahmeberechtigt sind zum Beispiel Dialysepatienten mit älterem Auto, die sich regelmäßig im Klinikum behandeln lassen. Oder Handwerker mit kleinem Fuhrpark, die zu Baustellen in der Stadt fahren. Entschieden werde von Fall zu Fall, sagt der für den Straßenverkehr zuständige Fachdienstleiter Norbert Obermeyer, und dabei gehe es immer um die Frage der Zumutbarkeit und nach der sozialen Härte.
Ein knappes Jahr nach Einführung der Umweltzone stellt sich aber auch die Frage, ob die Beschränkungen für den Autoverkehr schon zu einer Verbesserung der Luftqualität geführt haben. Bisher sei ja nur eine kleine Zahl von Luftverschmutzern ausgeschlossen worden, sagt Detlef Gerdts. Das Veränderungspotenzial liege in der Größenordnung von Messfehlern, fügt Ulrich Greiten hinzu. Auch das Wetter könne sich auswirken.
Verbesserungen können sich Gerdts und Greiten für das kommende Jahr vorstellen. Denn mit den schärferen Auflagen werden allerlei Dreckschleudern aus dem - innerstädtischen - Verkehr gezogen, die jetzt noch kräftig qualmen.

Das kleine 1 x 1 zur Umweltzone
Gelbe Plakette: Die Stadt Osnabrück weist darauf hin, dass Autos mit gelber Plakette ab Januar 2012 nicht mehr in die Umweltzone fahren dürfen. Wer sein Diesel-Auto älterer Bauart mit einem Partikelfilter nachrüsten will, kann einen Zuschuss in Höhe von 330 Euro beim Bundesumweltministerium beantragen. Allerdings muss die Nachrüstung noch in diesem Jahr erfolgen. Näheres unter www.bmu.de/ partikelfilter.
Ausnahmegenehmigung: Wer auch 2011 ein Fahrzeug ohne die vorgeschriebene Schadstoffklasse in der Umweltzone bewegen will, sollte möglichst jetzt einen Antrag stellen und nicht erst kurz vor Weihnachten. Denn jeder Antrag wird geprüft, und das dauert ein paar Tage. Informationen dazu gibt es bei der Stadt Osnabrück unter Telefon 05 41/ 3 23 33 30, Anträge können im Internet unter www.osnabrueck.de/ umweltzone heruntergeladen werden.
Warum überhaupt? Im Januar 2010 hat die Stadt Osnabrück eine Umweltzone eingerichtet, um die Schadstoffbelastung in der Luft zu reduzieren. In mehreren Schritten wird älteren Fahrzeugen mit höherem Schadstoffausstoß das Befahren der Innenstadt und weiterer Stadtteile untersagt. Umweltplaketten gibt es für 5, 10 Euro im Stadthaus, in Autowerkstätten oder bei TÜV und Dekra.

Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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