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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die ganze Stadt versank in Trümmern
Zwischenüberschrift:
Trostlos: Schinkel 1946
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nicht viel übrig ließ der totale Bombenkrieg vom einst repräsentativ bebauten Platz im Zusammenlauf von Buerscher Straße, Schinkelstraße, Venloer Straße und Hamburger Straße. Das Foto von 1946 stammt aus der Sammlung von Kurt Oelgeschläger.
Nicht viel übrig ließ der totale Bombenkrieg vom einst repräsentativ bebauten Platz im Zusammenlauf von Buerscher Straße, Schinkelstraße, Venloer Straße und Hamburger Straße. Das Foto von 1946 stammt aus der Sammlung von Kurt Oelgeschläger.
Osnabrück. Bei so einem Zerstörungsgrad werden die Straßenansichten fast austauschbar. Ein kleiner Test auf der Straße ergab: Junge Bewohner aus dem vorderen Schinkel hatten in der Tat keine Ahnung, um welche Straßenkreuzung es sich auf dem Trümmerbild von 1946 handelt.
Von Joachim Dierks - Ältere Passanten hingegen, die die Trümmerjahre aus eigener Anschauung miterlebt haben, wussten sofort, dass es die Einmündung der Schinkelstraße (von links hinten kommend) und der Venloer Straße (von vorne rechts) in die Buersche Straße (von links nach rechts hinten verlaufend) zeigt. Im ersten Nachkriegsjahr sind zwar die Straßen frei geräumt, aber ansonsten deuten die ausgebombten menschenleeren Häuser und die Schuttberge an, dass der Wiederaufbau noch nicht eingesetzt hat.
Aus den durchhängenden Leitungsdrähten lässt sich schließen, dass die Straßenbahn noch nicht wieder fuhr. In der Tat war die Linie 3 (Martiniplatz-Schinkel) erst als letzte der Osnabrücker Linien wieder befahrbar.
Andere Strecken wurden ab Spätsommer 1945 wieder betrieben, aber erst Ende 1946 herrschte auf dem Abschnitt Alte Poststraße bis Rosenburg freie Fahrt. Grund für die immer wieder verschobene Freigabe war ein häufiges Absacken des Untergrundes. Bombentrichter im Gleisbereich waren zuvor nur ungenügend aufgefüllt und verdichtet worden.
Die hier abgebildeten Straßenzüge waren vom Bombenkrieg besonders hart betroffen. Sie hatten das Pech, zwischen Stahlwerk, Güterbahnhof und dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk in unmittelbarer Nähe der Hauptbahnlinien zu liegen - alles häufige Ziele bei den insgesamt 79 Luftangriffen auf Osnabrück, die zwischen 1940 und 1944 1434 Tote forderten und 88 000 Menschen obdachlos machten.
Auffälligstes Gebäude auf dem Foto von 1946 ist das in seiner Struktur noch erkennbare Eckhaus in der Bildmitte. Gebaut hat es Uhrmacher Joseph Sommer um 1910. Alte Schinkelaner erinnern sich noch an das Ecktürmchen im Dach des repräsentativen viergeschossigen Wohn- und Geschäftshauses Buersche Straße 63, das von einem großen Uhren-Ziffernblatt beherrscht wurde. Später war im Erdgeschoss eine Filiale der Stadtsparkasse.
Der Ex-Ratsherr Kurt Oelgeschläger, der das Bild zur Verfügung stellte, erinnert sich an abenteuerliche Streifzüge durch die Kellerräume der Kriegsruine und an eine Wehrmachtspistole, die man eigentlich " beim Tommy" hätte abliefern müssen.
Das spitz zulaufende Haus wurde nicht wieder aufgebaut, die Hausnummer 63 gibt es heute nicht mehr. Sie fiel der Einmündung der Schinkelstraße zum Opfer. Die wurde verschwenkt, um ein rechtwinkliges Abbiegen zu ermöglichen. Im Eckhaus am linken Bildrand war die Gaststätte " Zum Felsen" von Peter Heck mit dem markanten Torbogen untergebracht.

Autor:
Joachim Dierks


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