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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Provisorium am Ende - Alternative in Sicht
Zwischenüberschrift:
Zieht die Kunstschule an die Kamp-Promenade?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Als brandschutztechnisch ungenügend bewertet Markus Gehle, Brandschutzexperte der Feuerwehr, das Treppenhaus der Kunstschule in der Nobbenburger Straße. Foto: Egmont Seiler
Osnabrück. Für Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski ist der Fall klar: Sie will die Kunstschule in den Räumen der ehemaligen Stadtteilbibliothek Eversburg unterbringen. In der Politik regt sich indes Widerstand gegen diesen Vorschlag der Verwaltung.

Die Kunstschule in der Nobbenburger Straße 13 war ein Provisorium. Aber eines mit Charme, das den Menschen, die dort zu tun hatten, ans Herz gewachsen ist. " Wir sind sehr traurig - die Adventswerkstatt muss in diesem Jahr leider ausfallen", steht in bunter Handschrift neben einer liebevoll gemalten Kerze auf einem Zettel, der in der Tür der Kunstschule klebt. Doch alle Trauer hilft nicht: Die Bauaufsicht hat letzten Donnerstag den Kunstschulbetrieb beendet.
Drei Gründe nennt Thomas Worpenberg vom Fachdienst Bauordnung:
- die steile Treppe, die zu den Kunstschulräumen in der ersten Etage führt, eignet sich nicht als Fluchtweg,
- eine notwendige zweite Treppe als Fluchtweg existiert nicht,
- die zum Teil recht abenteuerlich anmutenden Elektroinstallationen müssen erneuert werden.
All das haben Feuerwehr und Bauaufsicht am Donnerstag festgestellt - fünf Jahre nachdem die Kunstschule das Provisorium in der Nobbenburger Straße bezogen hat. Warum der aus Brandschutz-Sicht mangelhafte Zustand erst jetzt offenbar wurde, weiß niemand. " Nicht aktenkundig" sei die Kunstschule bei der Bauaufsichtsbehörde der Stadt gewesen, sagt Worpenberg.
Das ist nun anders. Im Zuge einer generellen Überprüfung der städtischen Einrichtungen haben die Aufsichtsbehörden den weißen Fleck in der Osnabrücker Aktenlandschaft beseitigt. Gleichzeitig wurde damit, so meint Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski, eine Forderung des Kulturausschusses erfüllt, der das Thema Kunstschule in seiner letzten Sitzung behandelt hatte.
Die baurechtliche Ironie will es nun, dass die Kunstschule in dem Moment, in dem sie in den Akten auftaucht, auch gleich wieder verschwindet. Zwar sei die Treppe mit relativ geringem Aufwand auf den Stand der aktuellen Brandschutztechnik zu bringen, sagt Markus Gehle, der bei der Feuerwehr Osnabrück für den vorbeugenden Brandschutz zuständig ist. Eine zusätzliche Treppe, Brandschutztüren, neue Elektroleitungen: Damit wären die Auflagen erfüllt; der Betrieb könnte weitergehen.
Rzyski indes wird in die Ratssitzung am 14. Dezember den Vorschlag einbringen, die Kunstschule in den Räumen der ehemaligen Stadteilbibliothek Eversburg unterzubringen. Vorteil: Die Räume, die die Stadt noch bis 2022 gemietet hat, wären weiter genutzt. Außerdem kommen viele Schüler der Kunstschule aus dem Stadtteil, wie Rzyski betont. Nachteil: Die Kunstschule zieht von einem relativ zentralen Standort an den Stadtrand. Doch wäre es " kein Problem" für Schulklassen - sie nutzen die Vormittagsangebote der Kunstschule, etwa die Druckwerkstatt -, mit dem Bus nach Eversburg zu fahren. Außerdem: " Vom Neumarkt hierher zu laufen ist auch kein Klacks", sagt Rzyski. Alternativen zum Beschlussvorschlag für die Ratssitzung deshalb: keine.
Unterdessen suchen die politischen Parteien nach anderen Möglichkeiten für die Kunstschule. " Wir sind nach wie vor der Meinung, die Kunstschule gehört in die Innenstadt", sagt Grünen-Fraktionschef Michael Hagedorn. Und der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat nennt die Lösung Eversburg " suboptimal". Stattdessen bringt er Alternativen ins Spiel: die Dominikanerkirche, die Villa Schlikker und, als neue Idee, Räume auf der Kamp-Promenade. " Dafür müsste man allerdings die Kaufmannschaft ins Boot kriegen", sagt Thiele. Denn " Knete haben wir nicht". Aber die Kunstschule wäre an einem denkbar zentralen Ort.
Bis eine Lösung gefunden ist, muss Kunstschulleiter Manfred Blieffert die Nobbenburger Straße räumen und sich mit Pädagogen und Schülern auf Wanderschaft durch die Stadt begeben. Der Eigenbetrieb Immobilien sei angefragt, eine Unterkunft zu finden, eine provisorische natürlich. Im Übrigen " werden wir sehen, was wir improvisieren können", sagt Blieffert. " Man sagt uns ja nach, dass wir kreativ sind."
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