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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Unter die Räder gekommen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Die Lotter Straße ist feierlich eingeweiht worden, und ich frage mich seit der endgültigen Fertigstellung, wieso der gute Architekt, Herr Peter Garthaus, gegen Radwege, aber für extrabreite Flaniersteige plädiert hat. Kein Fahrradfahrer mit Zielrichtung Heger Tor/ Altstadt beziehungsweise stadtauswärts Richtung Westerberg nimmt den Umweg über die Katharinenstraße (soll ja in der Theorie eine Fahrradstraße sein). Die Folge: Autofahrer und Busse schleichen zumeist hinter den Fahrradfahrern her, beziehungsweise die extrabreiten Bürgersteige laden weniger zum Flanieren leer stehender Schaufenster ein, sondern werden zwischenzeitlich schon nicht nur von Studenten mit unbeleuchteten Fahrrädern, sondern von Radlern jeden Alters als Radwege‚missbraucht′ , Zusammenstöße mit Fußgängern inklusive. Schade, dass die Stadt Osnabrück nicht bei ihrer anfänglichen Ablehnung dieses Konzeptes geblieben ist. [. . .]"
Heinz-Günter Hötzel
Osnabrück

" Ich bin vom Ausbau′ der Lotter Straße gleich mehrfach getroffen: als Eigentümer eines Hauses, als Geschäftsinhaber und schlicht als Anwohner. Als Eigentümer zahle ich üppige Straßenausbaubeiträge trotz hoher Zuwendungen von Bund und Land. Daraus entsteht eine Art Umkehrprinzip: Derjenige, der am wenigsten zahlt, die Stadt nämlich, bestimmt trotzdem die Planung. Da die Stadt die Lotter Straße aber nicht als etwas andere Geschäftsstraße′ , sondern nach wie vor als Durchgangsverkehrskanal definiert, bleiben den Anwohnern Lärm und Abgase erhalten, und der Wohnwert steigt keineswegs. Der Eigentümer zahlt, gewinnt aber nichts. Als Geschäftsinhaber sehe ich viele meiner Kunden mit dem Rad kommen, alle klagen, sie seien in der neuen Lotter Straße lebende Ziele′ der Autofahrer oder der Fußgänger. Tatsächlich sind Radfahrer weder auf der Straße noch auf dem Bürgersteig vorgesehen, hat doch der schlaue Planer sie alle verbannt auf die parallel verlaufende Fahrradstraße′ . Also sollten sich die Radfahrer am besten zu Fuß von der Katharinenstraße anschleichen oder gleich ganz die Lotter Straße meiden. Als Anwohner trifft mich der jetzt völlig ungehinderte Autoverkehr, der dank Buchten′ für die Busse und der Abwesenheit parkender Autos viel schneller durchbrummt als zuvor. Der Flaneur′ , den so eine Straße doch braucht, ist gegenüber dem stumpf durchrasenden Autofahrer völlig unter die Räder gekommen. Abends fällt auf, dass die modernen Straßenleuchten′ ein diffuses Dunkellicht verbreiten und in dieser banalen Bauart in jedem Gewerbegebiet stehen. Die wenigen neuen Bäume und die an manchen Stellen breiteren Bürgersteige schaffen nicht die etwas andere Geschäftsstraße′ ."
Rolf Kaiser
Osnabrück
Autor:
Heinz-Günter Hötzel, Rolf Kaiser


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