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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Alte Kasse ist ohne Alternative"
Zwischenüberschrift:
Demonstration im Jugendhilfeausschuss - SPD und FDP gegen Schließung des Stadtteiltreffs
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Die Alte Kasse gehört uns." Mit diesen Sprüchen demonstrierten Helleraner vor dem Jugendhilfeausschuss im Stadthaus. Foto: Michael Hehmann
Osnabrück. " Wir waren nicht kriminell genug", stand auf einem Schild, das Jugendliche hielten. Bei einer Demonstration für den Erhalt des Stadtteiltreffs Alte Kasse brachte es dieser Satz auf den Punkt: Die Alte Kasse könnte dem Rotstift zum Opfer fallen, weil Hellern kein sozialer Brennpunkt ist.
Von Ulrike Schmidt - Gut 50 große und kleine Helleraner hatten sich vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses versammelt, um für den Erhalt ihres Stadtteiltreffs zu kämpfen. Im großen Sitzungssaal des Stadthauses gaben die Mitglieder den Demonstranten vor Beginn der Sitzung die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu verlesen.
Unverzichtbar
" Dieses Angebot ist ohne Alternative", machte als Sprecherin die frühere Ortsbürgermeisterin Anne Cordes deutlich. Das gelte speziell für Jugendliche, die nicht mehr auf dem Schulhof spielen dürften und auf den Spielplätzen nicht gern gesehen seien. Aber auch für alle anderen Alters- und Interessengruppen sei die Alte Kasse unverzichtbar.
Warum hat die Verwaltung ausgerechnet die Alte Kasse auf die Liste der Einsparungen gesetzt?, wollte Oliver Hasskamp (FDP) wissen. Seine Fraktion hatte sich schon früh für den Erhalt ausgesprochen. Sie habe den Auftrag von der Politik, alle Bereiche nach deutlichen Einsparmöglichkeiten zu durchleuchten, sagte Stadträtin Rita Maria Rzyski. Die Absenkung der Qualitätsstandards in der Jugendhilfe durch Schließung der Alten Kasse sei vertretbar.
Dadurch würde die Stadt jährlich 186 000 Euro einsparen. Eine prozentuale Kürzung bei allen Zentren sei nicht mehr möglich, sagte Rzyski weiter: " Die würden kaputt gespart." Es gebe überall nur noch sehr wenig Personal.
Ausschussvorsitzender Uli Sommer (SPD) gab ein vorzeitiges Votum seiner Fraktion für den Erhalt der Alten Kasse ab. Das sei nötig, weil schon eine längere Debatte über die Schließung schädlich für den Stadtteil und die Einrichtung sei. Die Einrichtung müsse bleiben, weil das Haus zur Heimat breiten bürgerschaftlichen Engagements geworden sei.
Qualitätsmerkmal
Birgit Strangmann (Grüne) signalisierte auch für ihre Fraktion eine Ablehnung des Verwaltungsvorschlages: " Ein gutes soziales Gefüge in einem Stadtteil kommt nicht von ungefähr." Von den hinzugewählten, stimmberechtigten Mitgliedern kam eine ganz deutliche Absage: " Die tolle Arbeit muss unbedingt erhalten bleiben", sagte Hubert Torliene. Thomas Solbrig ergänzte, trotz Arbeit auf engstem Raum und mit wenig Geld sei die Alte Kasse ein Qualitätsmerkmal für Hellern.
Auch ein anderer Vorschlag der Verwaltung stieß im Jugendhilfeausschuss auf wenig Begeisterung. Künftig sollen die knapp 48 000 Euro Zuschüsse an die Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen gestrichen werden. Die Beratung sei Sache des Landes, erläuterte Rzyski. Eva-Maria Westermann (CDU) erkundigte sich nach den möglichen Folgen dieser Einsparung. Mit dem städtischen Zuschuss werde in erster Linie Präventionsarbeit bestritten, sagte Rzyski. Die wiederum sei Aufgabe der Schulen, " auch wenn sie das vielleicht nicht so gut machen wie die Beratungsstellen".
19 Zuschussanträge
Karin Schlüter von Pro Familia, der während einer kurzen Sitzungsunterbrechung Rederecht eingeräumt wurde, wies darauf hin, dass für die Träger die Mehrkosten nicht aufzufangen seien.
Bei seinen Haushaltsberatungen wird sich der Jugendhilfeausschuss in drei Wochen auch mit 19 Zuschussanträgen freier Träger beschäftigen müssen. So erbittet unter anderem die Katholische Familienbildungsstätte einen städtischen Zuschuss von 30 000 Euro für das Mehrgenerationenhaus. Dort läuft zum Ende 2011 der Landeszuschuss aus. Wenn die Stadt nicht einspringt, müsste das Haus in Haste schließen.
Auch der Verein " Wir in Atter" braucht als Existenzgrundlage künftig eine städtische Finanzspritze von 33 100 Euro. In den ersten drei Jahren nach Ausgestaltung der ehemaligen Atterkirche als Treffpunkt für den Stadtteil hatte ein Sponsor die gesamten Energiekosten übernommen.
Autor:
Ulrike Schmidt


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