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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine kleine Gesamtschule
Zwischenüberschrift:
Erfahrungen mit dem Schulversuch der Sekundarschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einen Schulversuch als Sekundarschule hat die Käthe-Kollwitz-Schule an der Hanns-Braun-Straße am Schölerberg in Osnabrück von 1994 bis 2002 durchgeführt. Foto: Michael Hehmann
Osnabrück. Manchmal geht die Politik seltsame Wege: Jetzt will die CDU/ FDP-Koalition in Niedersachsen eine Oberschule einführen. Dabei hatte die SPD (unter Gerhard Schröder) bereits einen Schulversuch für eine " Sekundarschule" angefangen - und ihn nach gut zehn Jahren (unter Sigmar Gabriel) kleinlaut wiederabgeschafft.
Von Frank Henrichvark - Dabei sei der Schulversuch einer kleinen Gesamtschule, hervorgegangen aus der Zusammenlegung einer Hauptschule und einer Realschule, unter dem Namen einer " Sekundarschule" durchaus erfolgreich gewesen, sagt Dieter Nottbusch rückblickend. Nottbusch war damals Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule in Osnabrück. Ursprünglich eine Hauptschule, dann von 1994 bis 2002 eine Sekundarschule im Schulversuch und aktuell eine Haupt- und Realschule. Die nun wiederum - aber das wäre eine andere Geschichte - auf ihre Abwicklung wartet, weil im Stadtteil Eversburg und nicht wie zwischenzeitlich geplant am Schölerberg die neue Integrierte Gesamtschule der Stadt Osnabrück gegründet worden ist.
Krise der Hauptschule
Der Schulversuch Sekundarschule war ein erster Ansatz, auf die vor 25 Jahren bereits absehbare Krise der Hauptschule zu antworten. Vielerorts im Flächenland Niedersachsen drohte angesichts sinkender Schülerzahlen den als " Restschule" empfundenen Hauptschulen die Einzügigkeit: " Was müssen wir tun, um ein wohnortnahes, attraktives und leistungsfähiges Schulangebot zu erhalten?", so formulierte es der damalige pädagogische Leiter des Schulversuchs, der Realschulrektor Bernhard Vogt aus Holdorf.
Die Käthe-Kollwitz-Schule schloss sich 1994 dem Verbund aus neun Sekundarschulen an. Das Kennzeichen waren offener Unterricht und fächerübergreifender Unterricht, gemeinsame Lernerfahrungen für hauptschul- und realschulempfohlene Schüler bei Differenzierung in den Fächern Mathematik, Englisch, ab Klasse 9 auch in Deutsch und Naturwissenschaften.Das Ziel dabei: " Schülerinnen und Schüler entwickeln im Laufe ihrer Schulzeit ihr spezielles Lernprofil auch im Hinblick auf ihre beruflichen Perspektiven", heißt es dazu im Erfahrungsbericht der Schulen.
Durchlässigkeit
Die gewollte Durchlässigkeit sei auch erreicht worden, sagt Dieter Nottbusch rückblickend. Zwei Drittel der Schüler seien mit einer Hauptschulempfehlung von der Orientierungsstufe gekommen, über die Hälfte hätten dann aber einen Realschul-Abschluss geschafft. " Häufig machten die sogar den erweiterten Sekundar-I-Abschluss, einige kamen bis zum Studium."
Dennoch wurde der Schulversuch Sekundarschule 2002 von Ministerpräsident Gabriel und seiner Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper abgebrochen. Gründe dafür gab es viele. Die SPD hatte der Reformeifer verlassen, die CDU war ohnehin gegen alles, was nach Gesamtschule aussah. Und der Realschullehrer-Verband sah seine Pfründen gefährdet, denunzierte das Konzept sogar als " politischen Unsinn".
Nicht einmal eine wissenschaftliche Auswertung spendierte die Kultusverwaltung dem ungeliebten Versuch. Lediglich einen 40-seitigen Erfahrungsbericht der beteiligten Schulen gibt es heute noch. Dessen Zusammenfassung: Das Konzept eines fächerübergreifenden Lernens und schülerbezogener Lernmethoden sei der Lebenswirklichkeit dieser Schülergruppe angemessen und werde auch in einer kooperativen Haupt- und Realschule wegweisend sein.
Dieter Nottbusch hat die Käthe-Kollwitz-Schule noch einige Zeit als Haupt- und Realschule geleitet und ging dann im Jahr 2006 in den Ruhestand. Er ist vom Konzept der Sekundarschule, die nun als " Oberschule" wieder auferstehen soll, aufgrund der gemachten Erfahrungen überzeugt.
Die Schüler hätten sich ernst genommen gefühlt und seien motivierter gewesen, erinnert sich der Pädagoge. " Später wurde es wieder problematischer", sagt Nottbusch, " das war schon daran zu spüren, dass die Klassenkonferenzen wegen pädagogischer Probleme häufiger wurden."
Autor:
Frank Henrichvark


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