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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wegen großer Nachfrage geschlossen
Zwischenüberschrift:
Der Recyclinghof Gluckstraße
Artikel:
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Originaltext:
fhv Osnabrück. Farbtöpfe, Leuchtstoffröhren, Chemikalien: Sonderabfälle kann der Osnabrücker Bürger in Zukunft nur noch auf dem Piesberg abgeben. Die Schadstoffannahme auf dem Containerplatz St.-Florian-Straße in Sutthausen wird geschlossen. Zudem hat der Betriebsausschuss für den Osnabrücker Servicebetrieb beschlossen, den Recyclinghof Gluckstraße herunterzufahren. Diese Einschränkung soll Kosten sparen und die Gebühren stabil halten.
Angesichts der sinkenden Schadstoffmengen aus der Stadt (aktuell 16 Tonnen nach 21 Tonnen im Jahr 2008 und 20 Tonnen in 2009) sei eine zweite Sondermüll-Annahme nicht mehr wirtschaftlich, so betonte die Verwaltung. Deshalb könne der Schadstoffcontainer an der St.-Florian-Straße mit einem Buchwert von 18 000 Euro verkauft werden und das Fachpersonal künftig am Piesberg arbeiten.
Außerdem will der Servicebetrieb den Recyclinghof Gluckstraße zu einem Containerplatz herabstufen, indem die dortige Papierpresse nach Sutthausen verlagert wird und stattdessen eine weitere Mulde zur Trennung von Grün und holzigem Strauchschnitt aufgestellt wird. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten erheblich reduziert. Der Platz liege ohnehin " verkehrstechnisch ungünstig" heißt es in der Verwaltungsvorlage, die Zahl der Anlieferungen (derzeit 35 000 pro Jahr) soll sinken.
Die Stadt startet also ein Experiment in Sachen Bürgerfreundlichkeit: Die offene Frage ist nun, ob sich der Anlieferverkehr an der Gluckstraße in den halbierten Öffnungsstunden weiter und noch chaotischer zusammenballt oder ob die Bürger das Übel vermeiden und weite Umwege in Kauf nehmen.
Das Thema Bürgerfreundlichkeit stand auch bei einem zweiten Tagesordnungspunkt im Hintergrund der Debatte: Während des langen Winters 2009/ 10 konnte die Stadt zeitweise den Winterdienst auf den Straßen mit erster Priorität nur bedingt und auf Straßen mit nachrangiger Bedeutung gar nicht leisten. 140 Anliegern wurden deshalb auf ihren Antrag hin insgesamt 2500 Euro an Straßenreinigungsgebühren erstattet, durchschnittlich waren es 17, 80 Euro pro Anlieger.
Nach den Erfahrungen dieses Winters soll künftig " unbürokratisch" und auf Antrag die Kehrgebühr für jenen Zeitraum erstattet werden, der einen Monat mit nicht geleistetem Winterdienst überschreitet.
Auf entsprechende Anfragen aus dem Ausschuss erläuterte dazu Dr. Horst Baier, die Verwaltungskosten für diese Erstattung hätten sicherlich ein Vielfaches der ausgezahlten Summen betragen: " Ein Missverhältnis, das auch gebührenwirksam wird." Der Rechtsanspruch auf Erstattung sei aber nun mal gegeben gewesen, und deshalb habe die Verwaltung nun auch die Modifikation in der Satzung vorgeschlagen.

Kommentar
Kunden vergraulen
Von Frank Henrichvark - Es ist ja wahr: Der Platz ist zu klein, oft überfüllt, ungünstig gelegen: Alle Mängel, die der Servicebetrieb beim Recyclinghof an der Gluckstraße auflistet, treffen zu.
Aber die Schlussfolgerung, die die Verwaltung daraus zieht, ist abenteuerlich. Erstens wird das Angebot eingeschränkt und unattraktiver gemacht und zweitens dann noch die Öffnungszeit halbiert. Das Ergebnis dieses Experiments ist absehbar: Wenn die Kunden sich nicht vergraulen lassen, wird es ein solches Verkehrschaos geben, dass der Containerplatz am Ende allein deswegen geschlossen werden muss. Ziel erreicht.
Service, um den " Osnabrücker Servicebetrieb" einmal beim eigenen Wort zu nehmen, sieht anders aus; Bürgerfreundlichkeit übrigens auch. Und dabei ist dieses kleine Beispiel nur die Spitze eines riesigen Eisbergs mit Namen Aufgabenkritik: Was muss die Stadt leisten? Und was könnten andere besser oder billiger übernehmen? Der Service-Gedanke kommt dann fast von selbst.

Autor:
fhv


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