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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hände hoch für die Alte Kasse
Zwischenüberschrift:
In Hellern formiert sich Widerstand gegen die mögliche Schließung des Stadtteiltreffs
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kinder und Jugendliche haben mit einem bunten Plakat den Protest gegen eine mögliche Schließung der Alten Kasse an der Großen Schulstraße in Hellern begonnen: " Wo sollen wir uns sonst treffen?" Foto: privat
S. Osnabrück. 25 Jahre wird die Alte Kasse im kommenden Jahr. Den Besuchern und Mitarbeitern wurde die Feierlaune jedoch gründlich verdorben: Die Verwaltung hat vorgeschlagen, den Stadtteiltreff 2012 zu schließen. Nach dem ersten Schock formiert sich Widerstand gegen den Vorschlag, über den der Rat im Februar entschließen soll.
" Es hat uns kalt erwischt", sagt Ludger Wortmann, Geschäftsführer des Internationalen Bundes (IB) Osnabrück, des Trägers des Hauses. Eine Begründung, warum es ausgerechnet die Alte Kasse treffen solle, habe es nicht gegeben. An der guten Arbeit könne es nicht liegen. Zudem sei die Einrichtung in einem ehemaligen Gebäude der Sparkasse mit jährlich 186 000 Euro Zuschuss von der Stadt das mit Abstand günstigste Zentrum in ganz Osnabrück. In den vergangenen 25 Jahren sei dieser Zuschuss nur unwesentlich erhöht worden.
7500 Einwohner hat Hellern, knapp 19 000 Besucher wurden im vergangenen Jahr in der Alten Kasse gezählt: Damit war rein statistisch jeder Helleraner 2009 mindestens zweimal in dem Stadtteiltreff. " Die Alte Kasse ist aus Hellern nicht mehr wegzudenken", unterstreicht auch Heike Walter, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins. Die Einrichtung habe eine hohe Akzeptanz in allen Altersgruppen und Schichten. Nachdem das Gasthaus " Zur Spitze" geschlossen worden sei, gebe es in Hellern bis auf ein winziges Eiscafé keinerlei öffentliche Einrichtungen. Vom Schwangerschaftskurs bis zur Seniorinnenskattruppe sind alle Altersgruppen vertreten, berichten die pädagogischen Mitarbeiter Marita Tolksdorf-Krüwel und Werner Sievers. Außer den regelmäßigen Angeboten gibt es auch zahlreiche Aktionen wie Ausflüge für Kinder und Jugendliche. Seit Abschaffung der Orientierungsstufe seien die Helleraner Schüler auf viele verschiedene fortführende Schulen verteilt worden, berichtet Sievers. Die Alte Kasse helfe, Verbindungen zu halten.
Im Haus treffen sich Tanz- und Musikgruppen, am Wochenende können Räume für private Feiern gemietet werden. Hier tagt das Bürgerforum, und hier ist Sitz des Vereins " Helfen in Hellern", auf dessen Anregung alle Beteiligten schon an der kommenden Woche Unterschriften gegen die Schließung sammeln wollen. Die jungen Besucher haben mit einem großen Plakat " Hände hoch für die Alte Kasse" den Protest begonnen. Am Donnerstagabend fand das erste Treffen statt, bei dem der Förderverein, Kursleiter, Jugendliche, Eltern und Mitarbeiter die nächsten Schritte im Kampf gegen die drohende Schließung besprochen haben. Wortmann teilte dabei mit, dass der IB alle Ratsparteien angeschrieben und um Unterstützung beim Erhalt der Einrichtung gebeten habe. Das nächste Treffen findet an diesem Montag um 18.30 Uhr in der Alten Kasse statt.
Der SPD-Ortsverein Hellern und die FDP-Ratsfraktion haben sich bereits gestern am Freitag für den Erhalt ausgesprochen. Die SPD weist dabei unter anderem darauf hin, dass " Jugendliche der Alten Kasse der Verwaltung kommunalpolitische Verbesserungsvorschläge unterbreitet haben. Besser kann eine Heranführung an gelebte Demokratie nicht laufen." Die FDP weist darauf hin, dass Oberbürgermeister Pistorius sich dafür ausgesprochen habe, beim Sparen keine vorhandenen Strukturen zerstören zu wollen. Bei einer Schließung der Alten Kasse werde aber genau das gemacht.
Die vorgeschlagene Schließung wird auch Thema im Jugendhilfeausschuss am kommenden Dienstag um 17 Uhr im Stadthaus sein, Raum 717/ 718.

Kommentar
Nichts da
Von Ulrike Schmidt - H ellern ist ein Stadtteil mit einer hohen Wohnqualität und guten Busanbindung. Das war es dann aber auch. Denn so schön Hellern zum Wohnen ist: Es gibt dort außer der Alten Kasse nichts, wo sich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren treffen können. Selbst das einzige Gasthaus hat inzwischen seine Pforten geschlossen. Die Kinder und Jugendlichen, die Tanz- und Musikgruppen, die Eltern-Kind-Gruppen, die alten Helleraner stünden bei Abschaffung des Stadtteiltreffs buchstäblich auf der Straße. Bisher konnten die Mitarbeiter aufkommende Probleme durch jugendliche Randgruppen geschickt und diskret lösen. Das gute Miteinander ist auch in einem gutbürgerlichen Stadtteil nicht selbstverständlich.
Autor:
Ulrike Schmidt


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