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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Leben in einer fremden Kultur
Zwischenüberschrift:
Vortrag über Zuwanderer-Kinder
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wie wirkt sich die Herkunftskultur auf die Erziehung aus? Der Kongress Kulturelle Kindheit″ hat Hintergründe und Perspektiven zur derzeit viel diskutierten Integration von Kindern aus Zuwandererfamilien beleuchtet.
Von Gisela Kriz - Ausgerichtet wurde das Treffen vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) in Kooperation mit der Universität Osnabrück. Rund 100 Fachkräfte aus Pädagogik und Sozialarbeit befassten sich mit Themen wie Kultursensitivität, Erziehungsziele, Zusammenarbeit mit Eltern und Sprachförderung.
Haci-Halil Uslucan, Professor für Moderne Türkeistudien an der Universität Duisburg-Essen, sprach über Werte und Erziehung muslimischer Zuwandererfamilien aus der Türkei. Sie stellen den größten Teil der Migranten in Deutschland.
Während sich Deutsche meist durch einen Beruf ökonomisch absichern, bevor sie Nachwuchs bekommen, stünden in der türkischen Lebensplanung Heirat und Geburten an erster Stelle, betonte er. Die finanzielle Sicherheit werde dabei hintangestellt. Man hofft auf Söhne. Sie gelten als künftige Versorger und werden besonders beachtet.″ Oft folgten mehrere Kinder in kurzen Abständen aufeinander.
Religion und Tradition beeinflussen bei muslimischen Migranten die Erziehung. Der Islam gebiete Ehrfurcht und Anpassung, so Uslucan: Kinder sollen den Eltern, ebenso wie Gott, gehorsam sein. Das wird sehr positiv bewertet.″ In Deutschland dominierten dagegen die Ziele Selbstbestimmung, Kritikfähigkeit und Leistung.
Hineingeworfen in die fremde Kultur, fühlten sich Migranten abgeschnitten von wertebestätigenden Kontexten. Das führe zur Überhöhung von Glaube und Tradition, erläuterte Uslucan. Die Idealisierung stifte Identität und helfe, die Komplexität zweier kultureller Systeme zu reduzieren. So seien konservative Haltungen bei Migranten stärker ausgeprägt als bei Bewohnern der Türkei. Ein Vorteil davon sei ein funktionierendes Verwandtschaftsnetzwerk.
Türkische Zuwanderer zeigten eine größere Werte-Varianz als Deutsche, sagte Uslucan: Ein Drittel hat keine religiöse Bindung, für rund 60 Prozent ist sie selbstverständlicher Teil des Lebens, aber nicht Hauptbezugspunkt. Nur für 10 Prozent ist der Islam ein integrationshemmendes Abgrenzungskriterium.″
Zur Kultursensitivität gehöre, sich über Werte anderer Kulturen zu informieren und die Vielfalt zu akzeptieren″, sagte Heidi Keller, Osnabrücker Professorin und Leiterin der Forschungsstelle Entwicklung, Lernen und Kultur″ des nifbe. Alle Beteiligten müssen sich aufeinander zubewegen″, betonte sie.
Autor:
Gisela Kriz


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