User Online: 1 | Timeout: 19:34Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schüler feiern Protest-Party
Zwischenüberschrift:
300 demonstrieren zur Unterrichtszeit gegen die Bildungsmisere
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Gegen das Turbo-Abitur protestierten gestern etwa 300 Schüler in der Osnabrücker Innenstadt.Foto: Jörn Martens
Osnabrück. Protest-Tänze im Demonstrationszug, bunte Kreide-Botschaften auf dem Boden und kreative Plakate in den Händen: Mit originellen Methoden haben gestern etwa 300 Osnabrücker Schüler und Studenten gegen die Bildungsmisere und das " Turbo-Abitur" in zwölf Jahren demonstriert.
Von Benjamin Kraus - Im Vorfeld hatte es Diskussionen über den Zeitpunkt der Aktion gegeben, weil sie in die Unterrichtszeit gelegt worden war. " Ein Streik muss zur Schulzeit stattfinden - sonst wäre es kein richtiger Streik. Dieses Vorgehen sichert uns maximale Aufmerksamkeit", sagte Mathis Elling von der " Schülergruppe Achterbahn", die den Protest initiiert hat. " Ein Streiktermin um 16 Uhr, wie ihn Schulleiter Christoph Schüring vom Gymnasium , In der Wüste? angeregt hat, hätte für Unmut gesorgt, weil wir den Feierabendverkehr massiv gestört hätten", ergänzte Olaf Cramm. Der stellvertretende Vorsitzende vom Deutschen Gewerkschaftsbund Osnabrück hat die Schüler bei der Ausrichtung der Demonstration unterstützt.
Die Erregung stand den Schülern des Ratsgymnasiums ins Gesicht geschrieben, als sie in ihren gelben T-Shirts um die Ecke bogen und am Ledenhof mit lauten Pfiffen ihre Freunde begrüßten. Als sich die jungen Menschen in Bewegung setzten, fassten sich Teilnehmer in den hinteren Reihen unter lautem Gejohle an den Händen und führten einen " Protesttanz" auf. Die Stimmung war ausgelassen, ein Hauch von Anarchie wehte über dem Demonstrationszug, der vom Ledenhof aus kreuz und quer durch die Stadt zog und mit einer Kundgebung vor dem Rathaus endete.
Die Vermutung, dass die Schüler bei der Aktion nur mitgemacht haben, um die Schule zu schwänzen, greift allerdings zu kurz. Denn die Missstände, die sie mit dem Ruf " Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut" anprangerten, sind offensichtlich: steigende Lernmittelgebühren, zu wenige Lehrer, eine soziale Auslese durch das Bildungssystem auf dem Weg zum Abitur und in die Uni. Wohl auch deshalb erhielten die Schüler Unterstützung von Studentinnen der Osnabrücker Bildungsbewegung, die mit Kreide Protestbotschaften auf das Pflaster am Schlossgarten gemalt hatten.
" Ich kreide die Bildungspolitik in Deutschland an, weil ich mit ihr nicht einverstanden bin", sagte Wiebke. Die 21-Jährige studiert Sozialwissenschaften und klagt über die Studiengebühren und die fortschreitende Verschulung des Studiums. Rene Hornstein vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) stört zudem der Rückbau der studentischen Mitspracherechte in Hochschulgremien. " Ein Zustand, der an den Schulen noch schlimmer ist - die Schüler haben dort gar nichts zu sagen", sagt er.

Autor:
Benjamin Kraus


Anfang der Liste Ende der Liste