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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Aufschrei der Empörung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Tunnel vor dem letzten Umbau. Jetzt sind seine Tage gezählt. Foto: Jörn Martens

" Ein sich schon über Jahre hinschleppendes Trauerspiel, das die blamable Unfähigkeit unserer Stadtplaner entlarvt, geht seinem letzten Akt entgegen! Das ist wieder mal ein schönes Beispiel für eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, das heißt dafür, dass eine sehr nützliche und praktische Einrichtung bewusst schlechtgeredet und an einem funktionierenden System so lange herumlaboriert wird , bis es wirklich am Ende ist. Diese Schlechtrederei fing schon vor vielen Jahren an, als man über eine Sanierung nachzudenken begann. An die damalige Bürgerversammlung, bei der der Tunnel von den Stadtoberen als ? Räuberhöhle? diffamiert wurde, kann ich mich noch lebhaft erinnern. Aber das war er in Wirklichkeit nie, sondern gewisse Interessengruppen, die sich mehr Profit von der oberirdischen Neumarktumgestaltung versprechen, haben das Meinungsbild über den Tunnel systematisch und mit perfider Hartnäckigkeit vergiftet. Leider ist auch in dem letzten Artikel wieder nur von dem ? ungeliebten Keller? die Rede. Aber zu diesem Ärgernis, das er jetzt darstellt, ist der Tunnel mutwillig gemacht worden! Erinnern wir uns bei alldem überhaupt noch daran, was er in seiner vollen Funktion als bequeme, verkehrs- und wetterunabhängige Durchgangsmöglichkeit von der Großen Straße bis zur Sparkasse und zwischen den Busbahnhöfen und Geschäftszentren links und rechts vom Neumarkt einmal war? Die Geschäfte bestanden zum großen Teil seit der Tunnelgründung und gehörten zu den langlebigsten in der Innenstadt. Was dem Tunnel den Todesstoß gegeben hat, war nicht einmal die Einrichtung des Fußgängerübergangs am Neumarkt, sondern die Sanierungsaktion, durch die der Tunnel amputiert und seiner Durchgangsfunktion beraubt wurde. Mit der Teilung des Tunnels hat man das eine Stück zu einem sinnentleerten Imageprojekt hochstilisiert und das andere Stück zu einer tatsächlichen ? Räuberhöhle? verkommen lassen. [...] Ein Aufschrei der Empörung wäre hier schon längst fällig gewesen. Stuttgart hat sein Bahnhofs-Debakel, und alles ruft: Wir wollen oben bleiben! Wann gibt es in Osnabrück mal einen Bürgeraufstand gegen diesen Tunnelwahnsinn?"
Dr. Ulrike Kuhlmann
Osnabrück
" Vor einigen Jahren hatten wir von der Lokalen Agenda dafür gesorgt, dass ein eben-erdiger Fußgängerüberweg über den Neumarkt eingerichtet wurde. Wir konnten nicht nachvollziehen, dass Passanten auf dem Wege von der Alt- in die Neustadt beziehungsweise umgekehrt durch das ? Kellerloch? (Tunnel) stapfen mussten. Auch nach teurer Sanierung funktioniert die Fußgänger-Unterführung (die Geschäfte darin) nicht und soll deswegen jetzt zugemacht werden. Als sinnvolle Nachnutzung hatten wir eine Fahrradgarage vorgeschlagen, am besten in Verbindung mit einer Fahrradwerkstatt und einer kleinen Gastronomie. Der Hauptvorteil wäre gewesen, dass alle Radfahrer mit dem Ziel Neumarkt und Umgebung dort ihren Drahtesel trocken und sicher hätten abstellen können. Diese Möglichkeit würde mit Sicherheit angenommen. Eine entsprechende Umgestaltung würde nur einen kleinen Bruchteil dessen kosten, was für eine fragwürdige Verfüllung (5, 5 Millionen) angesetzt wird. Der von der Stadt schon einmal ins Auge gefasste Plan der Nutzung als Fahrradparkhaus sollte auf jeden Fall beibehalten werden. Die Gründe dafür, hiervon abzuweichen, sind vollkommen unverständlich. Osnabrück will sich als fahrradfreundliche Stadt darstellen, jetzt muss bei diesem Teilprojekt auch mal entsprechend gehandelt werden. Ferner ist es höchste Zeit, dass die lange überfällige generelle Neumarktsanierung (am besten als Fußgängerzone) endlich in Angriff genommen wird."
Rolf Brinkmann
Osnabrück
" Hier eine Idee, die nicht von mir stammt, [?] dafür aber durchaus realisierbar ist und nützlich sein könnte: In München wurde bis in die 50er-Jahre zumindest ein noch nicht genutzter U-Bahn-Tunnel mit Erfolg zur Champignonzucht umfunktioniert. Ich weiß: Alle hatten damals Hunger, die Fresswelle lief gerade an, und an Baumaterialien waren wahrscheinlich nur Ton, Steine und Erde verbaut worden. Heute gilt das alles nicht mehr. Aber durch die Vergabe von zum Beispiel ein bis drei Diplomarbeiten an pfiffige Studenten aus den Bereichen Agrarwissenschaft, Betriebswirtschaft und Ökotrophologie käme die Stadt preiswert an eine Machbarkeitsstudie, eine unabhängige Geht/ Geht-nicht-Entscheidung - und die Studenten an ein spannendes Thema! Als Testesser stehe ich zur Verfügung!"
Wieland Sack
Bissendorf

Autor:
Dr. Ulrike Kuhlmann, Wieland Sack


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