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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
Neuer Stromzähler nur ein teurer Spaß?
Zwischenüberschrift:
TEN-Chef skeptisch: Ersparnis gleich null – Bäumer euphorisch: Endlich ein Überblick
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Begeistert: Martin Bäumer (CDU) mit seiner privaten Stromkurve. Fotos: Hermann Pentermann
Kritisch: TEN-Chef Helmut Eicker sieht keinen Spareffekt durch den Smartmeter.

stek/ hin Osnabrück. Der neuartige Stromzähler Smartmeter ist nach Meinung der Energie-Genossenschaft TEN nicht ausgereift und datenrechtlich bedenklich. Der Kunde spare damit nichts.

stek/ hin Osnabrück. Es ist das erste Mal, dass aus Expertenkreisen kritische Stimmen zu der bislang gefeierten Technik laut werden. Der Vorstandsvorsitzende des Teutoburger Energie Netzwerkes (TEN), Helmut Eicker, warnte vor zu hohen Erwartungen. Der Smartmeter spare keine Energie, sondern diene lediglich als Hilfestellung für den Verbraucher, sagte Eicker während eines Besuches des Landtagsabgeordneten Martin Bäumer (CDU) bei der TEN in Hagen.
Bäumer sieht das ganz anders. Der CDU-Politiker nutzt privat den digitalen Zähler. " Man kann viel besser nachvollziehen, wie der tägliche Energieverbrauch aussieht", sagte er. Anfangs habe er täglich die Daten geprüft und sei so in der Lage gewesen, das eingespielte Energieverhalten seiner sechsköpfigen Familie zu optimieren. " Wir stellen bei frühlingshaftem Wetter auch schon mal die Heizung aus." Gerade die versteckten Stromfresser wie Heizung, Digitalanzeigen am Küchenherd oder der auch nachts aktive Anrufbeantworter sorgten für einen erheblichen Grundbedarf an Energie.
Doch TEN-Chef Eicker bleibt skeptisch. " Der Kunde kann nur den Gesamtverbrauch nachvollziehen. Das Gerät gibt keine Auskunft über die Leistung einzelner Geräte." Zudem seien die Kosten nicht unerheblich. Rund 300 Euro müssen nach seinen Angaben in die Anschaffung investiert werden. Um die Messkosten abzudecken, sind zusätzlich acht Euro im Monat fällig. " Im Endeffekt sind die Ersparnisse durch den Smartmeter gleich null, da die laufenden Kosten für das Gerät zu hoch sind", ergänzte Thomas Storck, TEN-Spezialist für Zähler- und Messwesen.
Auch der Datenschutz sorgt beim Stromversorger für Unbehagen. Denn nicht nur der Kunde selbst hat Zugriff auf seine Verbrauchsdaten. Der Stromversorger steht ebenfalls in permanentem Kontakt mit dem Gerät. Prinzipiell ließe sich von jedem Verbraucher ein Bewegungsprofil erstellen: Wann ist der Kunde im Urlaub, wie liegen die Arbeitszeiten. " Das ist auch in kriminaltechnischer Sicht ein heikles Thema", sagte Eicker.
Zähler-Experte Storck sieht die Zukunft eher in Geräten, die in den Steckdosen angebracht werden. Dann könne der Kunde gezielt testen, ob die Gefriertruhe, der Kühlschrank oder die Waschmaschine für die hohe Stromrechnung verantwortlich ist. Die Idee eines intelligenten Stromzählers hält die TEN dennoch für gut. " Aber wir haben momentan den Eindruck, dass in nicht zukunftsfähige Technik investiert wird", erklärt Eicker.
Daher vertreibt der Stromanbieter das Gerät momentan nicht. Der Vorstandsvorsitzende sieht hinter dem neuen Gesetz eine ganz andere Intention als die Sensibilisierung der Kunden. " Eigentlich geht es doch um die Auslastung der Energieerzeuger." Der Strombezug solle in die Schwachlastzeiten verlegt werden, um eine gleichmäßige Versorgung sicherzustellen. Der Kunde solle also lieber kurz vor Mitternacht den Trockner anstellen.
Autor:
stek, hin


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