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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zu eng und gefährlich
Zwischenüberschrift:
Radfahrer warten auf Verbesserung auf der Wittekindstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Im Konflikt mit Bussen und Autos: Radfahrer, die vom Berliner Platz aus Richtung Belm fahren, haben nur eine enge und unübersichtliche Spur. Foto: Jörn Martens
Osnabrück. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Osnabrück ist unzufrieden mit den Verkehrsverhältnissen für Radfahrer zwischen Berliner Platz und Bohmter Straße. Stadtauswärts sei der Fahrradweg zu eng und unübersichtlich, kritisiert der ADFC-Vorsitzende Bernd Schneider und mahnt eine dringende Verbesserung der Situation an. Gefahrenpunkte gebe es auch an anderen Stellen.
Von Holger Jansing - An der Ausfallstraße Richtung Belm wird in Höhe der Buerschen Straße die Verkehrsführung von der Eisenbahnbrücke beeinträchtigt. " Wie bei vielen Verkehrsbauten aus den 1970er- und 1980er-Jahren wurde nicht an ein Angebot für den Radverkehr gedacht", bedauert Bernd Schneider.
Stadtauswärts gibt es vier Spuren für Kraftfahrzeuge. Ein schmaler Radstreifen ist zwischen der rechten Geradeausspur und der Rechtsabbiegerspur Richtung Buersche Straße markiert. In diesem Bereich wechseln häufig Autos (nach rechts) und Busse (von der Haltestelle nach links) die Spuren, Radfahrer geraten dazwischen, es kommt zu Konflikten. Als Rechtsabbieger haben sie derzeit keinen eigenen Weg und müssen sich in die Kfz-Schlange einreihen. Auch im weiteren Verlauf der Alten Poststraße ist die Situation für Radfahrer eng und unbefriedigend.
Den Verkehrsplanern der Stadt sind die Probleme bekannt. Vor Jahren bereits war in der Diskussion, zwei Geradeausspuren links vom Brückenpfeiler zu führen. Rechts vom Brückenpfeiler wäre dann Platz für zwei Radstreifen und eine Rechtsabbiegerspur für Kraftfahrzeuge. Die eigene Linksabbiegerspur würde wegfallen. Sie wird derzeit ohnehin nur von Stadtbussen zum Busdepot genutzt.
Der ADFC hat jetzt eine neue Idee ins Spiel gebracht und orientiert sich dabei an der Verkehrsführung über Nebenstraßen, die bereits Richtung Westen (Katharinenviertel) propagiert wird. Bernd Schneider schlägt einen Weg vom Berliner Platz über die Kleiststraße und durch die Eisenbahnunterführung bis Bohmter Straße vor. Diese Strecke wäre im Vergleich zur Wittekind- und der Alten Poststraße etwas kürzer, ein möglicher Ampelstopp würde entfallen, und motorisierter Verkehr ist auf der genannten Route so gut wie gar nicht zu finden. Der ADFC vermutet allerdings, dass teure Umbauten erforderlich sind (neue Oberflächen, flachere Rampen an der Fußgängerunterführung, bessere Beleuchtung), und räumt deshalb einer Realisierung nur wenig Chancen ein.
Franz Schürings, Leiter des städtischen Fachbereichs Städtebau, hält den ADFC-Vorschlag für nicht zielführend. Es sei davon auszugehen, dass viele Radfahrer der Beschilderung für die neue Strecke nicht folgen würden, sodass ohnehin etwas auf der Hauptstraße geschehen müsse. Aufgrund der begrenzten Abmessungen durch die Eisenbahnbrücke und einer unter dem Bürgersteig verlegten Gasleitung sei das eine " kniffelige Angelegenheit". Nur mit ein paar neuen Markierungen und der Verlegung der Bordsteinkante ist nach den Worten des Fachbereichsleiters die Sache nicht erledigt.
Die Verbesserung der Situation für Radfahrer zwischen Berliner Platz und Buer scher Straße habe für die Stadt eine hohe Priorität. Die Verwaltung habe bereits mehrere Varianten durchgespielt, die Planungen seien aber im Detail noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Monaten sollen sich Stadtentwicklungsausschuss und Rat mit dem Thema befassen und eine Entscheidung herbeiführen.

Gefahrenpunkte für Radfahrer
Radfahrer gehören auf das Niveau der Straße. Das ist eine der Hauptforderungen des ADFC. Der Verband lehnt Radwege, die durch Bordsteinkanten und Grünstreifen von der Fahrbahn abgetrennt sind, in Innenstädten ab - insbesondere, wenn es eine gemischte Nutzung von Fahrradfahrern und Fußgängern gibt. Hochbordradwege bieten viele Nachteile und sind nicht sicherer, wie verschiedene Studien gezeigt haben. Trotzdem werden sie in Osnabrück an einigen Stellen nach wie vor geplant und realisiert. " An der Meller Straße hätte man es zum Beispiel besser machen können", meint der ADFC-Vorsitzende Bernd Schneider. Er kritisiert außerdem, dass manche Radwege zu schmal sind. Am Wall zwischen Nonnenpfad und Hasetor ist der Streifen lediglich gut einen Meter breit, 1, 60 Meter sind Pflicht. Der ADFC schlägt vor, die Bordsteinkante des sehr breiten Fußweges zu versetzen, um mehr Breite für den Radweg zu erhalten. Die Fahrradlobby setzt sich dafür ein, dass mehr Radwege rot markiert werden. Gut findet der ADFC die breiten Radaufstellstreifen und die Führungshilfen für das indirekte Linksabbiegen, die an mehreren Kreuzungen wie dem Berliner Platz angelegt wurden. " Absolut nicht fahrradfreundlich" sei die Dielingerstraße, wo es kein eindeutiges Angebot für den Radverkehr gebe, klagt Bernd Schneider. Nach wie vor unbefriedigend sei außerdem die Situation am Neumarkt, wo unter anderem ein Radweg abrupt endet (Wittekindstraße Richtung Neuer Graben) und es dort auch keine Abbiegemöglichkeit in die Johannisstraße gibt.

Autor:
Holger Jansing


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