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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Kirchenverbände kaufen ökologisch ein
Zwischenüberschrift:
Umweltstiftung fördert Projekt mit 400 000 Euro
Artikel:
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Originaltext:

Osnabrück. Sie sind nach dem Staat der größte Arbeitgeber in Deutschland und kaufen für knapp 50 Milliarden Euro im Jahr ein: die Caritas, Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, und ihr evangelisches Pendant, die Diakonie. Die Verbände wollen künftig ökologisch nachhaltiger einkaufen, um die Umwelt zu schützen. Dazu startet nun ein Projekt, dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 400 000 Euro fördert.
Von Benjamin Kraus - " Dass die Kirchen selbst noch einmal 547 000 Euro in das Projekt einbringen, zeigt, dass sie das Thema als wichtig ansehen", sagte DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde gestern in Osnabrück bei der offiziellen Übergabe des Förderbescheids an Pfarrer Klaus Breyer. Er ist Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Westfalen (IKG) und wird die Durchführung des Projektes federführend begleiten.
Zunächst sollen Produkte und Dienstleistungen, die Caritas und Diakonie in Anspruch nehmen, anhand der Empfehlungen eines Expertengremiums auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit geprüft werden. " Der Schwerpunkt unserer Arbeit wird im Bereich Altenpflege liegen", sagte Breyer. Konkret geht es um die Beschaffung von Energie, Lebensmitteln, Pflege- und Hygieneartikeln und Textilien.
" Wir möchten Fachleute für ökofaire Produkte ausbilden und ein Managementsystem entwickeln, dass auf Dauer alle kirchlichen Institutionen übernehmen können", erklärt Breyer. Die Standards, welche die Experten für den Einkauf der Wohlfahrtsverbände festlegen, sollen zunächst in 30 Einrichtungen modellhaft umgesetzt werden. Praxispartner vor Ort ist auch der Caritasverband Osnabrück.
Dessen Direktor Franz Loth liebäugelt für die Zukunft sogar mit der Beschaffung eines Elektroautos und einiger Elektrofahrräder. Mit Letzterem sähe er eine schöne Tradition fortgesetzt, denn " früher sind die Gemeindeschwestern auch mit dem Rad zum Einsatz gefahren". Loth sieht einen nachhaltigen Einkauf auch im Sinne der Verantwortung der Kirche für die menschliche Schöpfung.
Ein Gedanke, den Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, teilt. " Das Projekt ist keineswegs irgendeinem Zeitgeist geschuldet, sondern lässt sich prima im christlichen Glauben verwurzeln", sagt er. Das elektronische Kirchenglockenläuten, das sich als sein Handy-Klingelton entpuppt, könnte seine folgenden Worte nicht besser illustrieren: " Wir sollten die geballte Kaufkraft, die wir als ? Kunde Kirche? haben, nicht unterschätzen. Wir haben das Potenzial, Märkte zu beeinflussen."

Autor:
Benjamin Kraus


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