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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schlosswallhalle im Kleinformat?
Zwischenüberschrift:
CDU für Mini-Sanierung und Neubau am Carolinum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Die Sanierung der maroden Schlosswallhalle für sieben Millionen Euro ist noch nicht beschlossene Sache. Die CDU-Fraktion meldet Bedenken an, weil der Stadt das Geld fehlt und das Gymnasium Carolinum auch dringend eine neue Sporthalle braucht.
In der Sitzung des Schul- und Sportauschusses schien die Richtung noch klar: Die Schlosswallhalle soll mit Tribüne (700 Plätze), Nebenräumen und Umkleiden runderneuert werden. Diese Komplett-Sanierung firmiert im internen Sprachgebrauch von Rat und Verwaltung als " Variante 2b". Die weiteren Varianten reichen von einer Minimalsanierung nur für den Schulsport und ohne Tribüne für 2, 8 Millionen Euro bis zum Abriss und Neubau für 8, 6 Millionen Euro.
Nach der Schulausschuss-Sitzung setzte in der CDU-Fraktion ein Umdenken ein. Fraktionschef Fritz Brickwedde äußerte sich in dieser Woche im Finanzausschuss " sehr skeptisch" über die Komplett-Sanierung und forderte eine Grundsatzdebatte, " ob wir dem Schulsport oder einer Veranstaltungshalle Priorität einräumen".
Erstes Problem:
die Tribüne.
Der CDU-Fraktionschef bezweifelt, dass die Stadt sich eine Halle mit 700 Tribünenplätzen für " sechs bis zehn Großveranstaltungen im Jahr" leisten sollte. Es sei " betriebswirtschaftlich ziemlicher Unsinn", Millionen zu investieren, wo es doch inzwischen die privat betriebene Kikxxl-Arena gebe. Die Stadt solle prüfen, ob die Halle des Basketball-Zweitligisten Giro-Live-Ballers für andere Veranstaltungen genutzt werden könnte. Außerdem stehe die OSC-Halle mit etwa 700 Zuschauerplätzen zur Verfügung. " Vor dem Hintergrund, dass wir das Geld nicht haben, sollten wir uns auf das beschränken, was wir mit Ach und Krach finanzieren können", sagt Brickwedde. Und das ist nach seiner Ansicht nur die Mini-Sanierung der Schlosswallhalle allein für den Schulsport für 2, 8 Millionen Euro.
SPD-Fraktionschef Frank Henning sagt, Osnabrück könne als Oberzentrum nicht auf eine Halle für Sportveranstaltungen mit größerem Zuschauerzuspruch verzichten. Er warnt aber, sich von einem privaten Betreiber abhängig zu machen. " Was ist, wenn die Ballers pleitegehen?", fragt Henning. Auch Grünen-Sprecher Michael Hagedorn zeigt auf die langfristigen Perspektiven. Bei einer Investition von sieben Millionen Euro in die Schlosswallhalle wären die Pläne für eine neue Großraumhalle an einem anderen Standort " für die nächsten 15 Jahre tot". Deshalb sollten jetzt " alle Wege bis zu Ende ausdiskutiert" werden.
Nach einer Liste der Sportverwaltung hat es in den vergangenen zwölf Monaten neun Veranstaltungen (zum Teil mehrtägige) mit jeweils mehr als 400 Zuschauern in der Schlosswallhalle gegeben.
Zweites Problem:
der Schulsport.
" Wir haben die Schulsporthallen lange Zeit sträflich vernachlässigt", sagt Pistorius. Zuletzt wurden Hallen in Sutthausen und Hellern gebaut, jetzt wäre nach der Prioritätenliste das Carolinum an der Reihe. Dass das Ratsgymnasium, das die Schlosswallhalle nutzt, und das Carolinum eine gemeinsame neue Halle bekommen, sei ausgeschlossen, sagt Pistorius. Die Kapazitäten würden nicht ausreichen.
Die CDU drängt darauf, die Carolinum-Halle schnell zu erneuern. Pläne gibt es bereits, die Kosten werden auf 3, 8 Millionen Euro beziffert. Doch die Carolinger brauchen Geduld: Weil unter der alten Halle Reste der alten Domburg vermutet werden, gehen nach einem Abriss zunächst die Archäologen ans Werk. Die Denkmalpflege rechnet mit acht Monaten Grabungszeit (Kosten: 230 000 Euro). Abriss der Halle in den Osterferien 2012, danach archäologische Grabungen, danach Neubau: Es dürfte 2014 oder 2015 werden, bis die Carolinger eine neue Halle haben.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Bauphasen von Schlosswall- und Caro-Halle überschnitten. Für etwa ein Jahr hätten beide Schulen keine überdachte Heimstatt für ihren Schulsport.
Drittes Problem:
das Geld.
Zwei Millionen Euro stehen jährlich für die Sanierung der Turnhallen im Haushalt bereit. Das Budget von 2010 bis 2012 plus einem Rest von 900 000 Euro aus den Vorjahren würde reichen, die Schlosswallhalle komplett zu sanieren (Variante 2b). Es stünde aber kein Cent mehr für Sanierungen in allen anderen Hallen zur Verfügung, und für einen Neubau am Carolinum schon gar nicht. Es fehlen letztlich vier Millionen Euro, um beide Hallen komplett zu erneuern. Die Stadt müsste sich zusätzlich verschulden.
Die CDU favorisiert deshalb die Minimallösung (2, 8 Millionen) am Schlosswall, damit Geld für die Caro-Halle übrig bleibt. Doch von dieser kleinen Lösung raten die Experten ab. Es würde nur die große Halle saniert und der Brandschutz sichergestellt. Duschen, Toiletten, Büros, Krafträume und der alte Hallentrakt blieben im Urzustand.
Finanzchef Horst Baier sagt, es würde " ein Torso" geschaffen, und in wenigen Jahren müssten die Nebenräume auf jeden Fall saniert werden.

Kommentar
Die doppelte Lösung
Von Wilfried Hinrichs - Über Jahre hat die Politik den Sanierungsbedarf in Sporthallen ignoriert. Es war nie genug Geld übrig. Jetzt muss der Rat binnen weniger Wochen eine millionenschwere Entscheidung treffen, die wesentliche Teile der Sportinfrastruktur auf Jahrzehnte zementiert. Vor diesem Hintergrund ist klar: Eine halbherzige Sanierung der Schlosswallhalle nur für den Schulsport, wie die CDU sie andenkt, wäre zwar der finanziellen Lage angemessen, aber kein Fortschritt und nur die Fortsetzung früherer Flickschusterei. Die Schlosswallhalle komplett sanieren, die Caro-Halle zügig bauen: Das muss die Marschrichtung sein, auch wenn sich die Stadt dafür mit vier Millionen Euro zusätzlich verschulden muss. Denn das Geld wird nicht konsumiert, sondern in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen investiert.

Autor:
hin


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