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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neue Wolle für das Schaf
Zwischenüberschrift:
Tagung zur Züchtung einer ungewöhnlichen Rasse
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schafe ohne Wolle hat Prof. Rolf Minhorst an der Hochschule Osnabrück gezüchtet. Foto: Hendrik Steinkuhl
stk Osnabrück . Dass Bauern mit der Kuhmilch kaum noch Geld verdienen, ist bekannt. Dass Schäfer für die Wolle der Tiere sogar noch draufzahlen müssen, dürfte den meisten neu sein. Für Hirten ist Schafwolle schon lange ein " Abfallprodukt". Die Lösung des Problems: Schafe ohne Wolle. Das Konzept stammt von dem Osnabrücker Professor Rolf Minhorst. Am Samstag traf sich sein Verein " Nolana-Netzwerk Deutschland" auf dem Waldhof zur Konferenz.
1997 hatte Minhorst die Idee, den Schafzüchtern mit einer neuen Rasse den Ausweg aus dem Wollpreis-Dilemma zu weisen. Das Nolana-Schaf ist Ergebnis einer Rückkreuzung zwischen einem Wollschaf und einem Wiltshire-Horn-Bock. " Nolana" ist ein Kunstwort, das " keine Wolle" bedeutet.
In Deutschland gibt es 600 Schäfer, die dieses Schaf züchten. " Und auch in Holland kopieren sie bereits unser Konzept", sagt Minhorst. Zu Beginn wurde er für seine Idee noch angefeindet, das habe sich aber gelegt. Trotzdem würden sich noch viele schwertun mit dem Schaf ohne Wolle. " Viele Schäfer fühlen sich ja als Gralshüter einer jahrtausendealten Tradition", sagt Minhorst. An diesem Verständnis könnten selbst gute Argumente nur schwer etwas ändern, aber es zeichne sich ein Sinneswandel ab.
Dass der Umstieg von Woll- auf Haarschaf richtig war, wurde den Nolana-Schäfern von Janna Liebs bestätigt. Die Studentin der Textilwissenschaft hatte sich in einer Studienarbeit mit der Entwicklung von Funktionskleidung beschäftigt. In ihrem Vortrag veranschaulichte sie die geringer werdende Nachfrage nach Schafwolle. Wegen sinkender Preise und der Kosten für die Schur würden viele Schäfer Wolle nur noch als Abfall betrachten.
" Der Wollpreis fällt immer weiter, das können wir beklagen, aber nicht ändern", sagt Rolf Minhorst. Gegen die kratzfreie Wolle zu Spottpreisen aus Australien oder Neuseeland könne man nicht ankommen. Aber falls sich an der Nachfrage doch noch einmal etwas ändern solle, dann, so Minhorst mit einem Lächeln, " züchten wir unseren Schafen die Wolle einfach wieder drauf!"

Autor:
stk


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