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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nur für Mutige: Looping-Abenteuer auf dem Jahrmarkt
Zwischenüberschrift:
Leser erzählen vom Willy-Brandt-Platz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kopfüber und hoch hinaus ging es für die Fahrgäste im Katapult. Er war die Attraktion auf dem Frühjahrs-Jahrmarkt 1981.Foto: Klaus Lindemann
r. Osnabrück. Nervenkitzel gibt es seit gestern wieder an der Halle Gartlage. Wagemutige können sich mit dem neuartigen " Booster Maxxx 4G" in wenigen Sekunden auf 55 Meter in die Höhe schießen lassen.
Kopfüber in die Höhe ging es schon im Frühjahr 1981 auf dem Osnabrücker Jahrmarkt, wie das neue unbekannte Foto zeigt. Damals war der " Katapult" die Attraktion und sorgte für ein mulmiges Gefühl bei den Kirmesbesuchern: Mit 45 Stundenkilometern wurden sie bis zu 19, 5 Meter hoch in die Luft gejagt.
Wie mutig sind Sie bei Ihren Besuchen auf dem Jahrmarkt? Erinnern Sie sich an Ihre erste Loopingfahrt? Oder bevorzugen Sie die langsameren Karussells? Erzählen Sie uns Ihre Jahrmarktgeschichten auf OS-Nachbarn.de.
So rasant wie an der Halle Gartlage ging es auf dem Platz, nach dem wir in der vergangenen Woche gefragt haben, nie zu. Aber Bewegung gibt es dort seit einigen Monaten auch. Zahlreiche Zeitungsleser und Mitglieder der Internetgemeinschaft OS-Nachbarn.de haben sofort erkannt: " Das ist der Willy-Brandt-Platz an der Heinrichstraße. Dort ist heute ein Mehrgenerationenspielplatz", schrieb etwa Joachim Viertel.
Terenzia Piepmeyer wohnt seit über 30 Jahren an dem Platz und berichtete uns von den Veränderungen: " Während der Siebziger- und Achtzigerjahre war es üblich, Rasenflächen und Beete einzuzäunen. Auch kennt man - Gott sei Dank - die damaligen Verbotsschilder , Betreten des Rasens und Spielen verboten? heute nicht mehr. Danach folgte dann die Drogenszene mit regelmäßigem Polizeieinsatz und getarnter Überwachung. Mit der heutigen offenen Gestaltung des Platzes hat man wohl diesem durch Beseitigung vieler Büsche Rechnung getragen, sodass man jetzt fast von allen Seiten freie Sicht hat. Seit dem Installieren der Geräte in diesem Jahr beobachteten wir gelegentlich, dass die Älteren gern die Geräte benutzten, während sich die Jüngeren auf dem Rasen sonnten."
Unsere Aufnahme wurde in den 50er-Jahren gemacht, nachdem der Neustädter Platz, so hieß die Grünanlage damals noch, völlig umgestaltet worden war. Die damals neu gepflanzten Bäume versperren dem heutigen Betrachter den Blick. " Kaum wiederzuerkennen", schrieb deshalb auch Wilfried Borchert. " Von der großzügigen gärtnerischen Gestaltung ist im Laufe der Jahre einiges verloren gegangen", stellte Karsten R. fest: " Auf jeden Fall ist der Platz [...] deutlich schöner gestaltet und erscheint gepflegter als heutzutage."
In die 30er-Jahre reichen die Erinnerungen von Irene Mauersberger zurück. Die heute 84-Jährige spielte mit ihren Freundinnen auf dem von Rasen, Blumen und Bänken bestimmten Hindenburgplatz. Dieser Platz wurde erst 1924/ 25 angelegt. Terenzia Piepmeyer stellte uns eine Karte von einem früheren Hausbewohner zur Verfügung, auf der er schrieb: " Vorher waren auf dieser Fläche nur Kleingärten [...] Vor der von der Stadt angelegten Anlage war der Platz zur Gelände-Auffüllung eine Mülldeponie, die uns als direkte Nachbarn sehr gestört hat."
Sehr geholfen hat uns auch ein Leser, der Ordnung in die vielen Namen des Platzes brachte. Er blätterte im Staatsarchiv in alten Adressbüchern und fand heraus, dass der Platz seit 1933 Hindenburgplatz hieß.
1950/ 51 erfolgte die Umbenennung in Neustädter Platz, und von 1961/ 62 bis 1993 hieß die Grünfläche dann Platz des 20. Juli. Seitdem trägt die Anlage ihren heutigen Namen: Willy-Brandt-Platz.
Autor:
r.


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