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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wenn Lehrer Mees die Hosenträger lockerte ?
Zwischenüberschrift:
50 Jahre BBS Brinkstraße: Vater und Sohn Amelingmeyer und ihre Erinnerungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
balx Osnabrück. 50 Jahre Berufsbildende Schulen (BBS) an der Brinkstraße - das bedeutet auch, dass hier inzwischen längst die zweite Generation die Berufsschule durchlaufen hat. So wie Friedrich und Axel Amelingmeyer. Sowohl der Senior als auch der Junior können sich noch gut an die " Penne" erinnern.
Bei der Firma Amelingmeyer in Atter handelt es sich um ein Metallbauunternehmen mit Tradition. Großvater Friedrich Amelingmeyer machte sich 1913 als Schmied und Hufschmied selbstständig. Sein Sohn Hermann übernahm in den 1950er-Jahren. Die Wartung und Konstruktion von Landmaschinen sowie die Bauschlosserei lösten das Schmiedehandwerk ab. Folgerichtig machte auch Sohn Friedrich eine Schlosserlehre und besuchte von 1963 bis 1966 die BBS Brinkstraße. Noch gut kann er sich an diese Zeit und an einige seiner Lehrer erinnern, vor allem an Wilhelm Zarth, den er als Fachlehrer erlebte.
Glänzender Kopfrechner
Zarth war immer geradlinig und hat sich auch schon mal nachts mit der Kripo auf Streife begeben, denn es gab wohl auch Rabauken unter den Mitschülern, erinnert sich Amelingmeyer. " Bei Wilhelm Zarth haben wir viel gelernt. Er verstand es, den Stoff leicht verständlich zu vermitteln", lobt er den späteren Schulleiter, der auch Methoden anwendete, die bei freiheitsliebenden Schülern immer ziehen: " Zehn Minuten vor Unterrichtsschluss wurden die Stühle hochgestellt. Und dann hat uns Herr Zarth das große Einmaleins abgefragt. Wer es draufhatte, durfte gehen", lacht Amelingmeyer über den Ansporn, der sich ausgezahlt hat: Noch heute macht seinem Vater kaum einer etwas im Kopfrechnen vor, berichtet Sohn Axel Amelingmeyer. Im Gedächtnis geblieben ist dem Seniorchef auch ein Lehrer, der ein wenig an eine Figur aus der Feuerzangenbowle erinnert: " Josef ? Seppl? Mees, seinerzeit Stellvertreter von Schulleiter Hugo Baehr, musste man nur aufs Segelfliegen ansprechen, dann legte er sein Jackett ab, machte die Hosenträger locker - und die Stunde war gelaufen." Keine Ehrfurcht vor den Lehrern? " Schon", sagt Amelingmeyer, " aber in erster Linie fachlich, weil ich was lernen wollte." Und das hat er offenbar - seine Gesellenprüfung bestand er als Innungssieger mit der Gesamtnote 1, 1. Damals fand die praktische Prüfung sogar noch in der Schule statt und nicht wie heute in den Räumen der Handwerkskammer.
" Es gab auch Chaoten"
1972 legte Friedrich Amelingmeyer seine Meisterprüfung ab und richtete den Betrieb mehr und mehr auf die Fertigung von Alufenstern, - türen und Wintergärten aus, die auch heute noch das Hauptgeschäft darstellen. Daneben fungierte er viele Jahre als Obermeister der Metallinnung Osnabrück, als Landesfachgruppenleiter Metallbau und ist noch heute als stellvertretender Bundesfachgruppenleiter maßgeblich an der Definition der Regeln der Technik beteiligt. Sein Sohn Axel Amelingmeyer ging von 1989 bis Anfang 1993 in die Lehre - als Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik. Und wie sein Vater (der bei Metallbau Reizer lernte), machte auch er die Lehre nicht im väterlichen Betrieb. Er lernte bei der Firma Wrensch, heute BHZ, an der Pagenstecherstraße, " um auch einmal etwas anderes kennenzulernen und neue Impulse mitzubringen", wie er sagt.
An die Schulzeit an den BBS erinnert auch er sich noch gut, wenn auch nicht ganz so nostalgisch. Vielleicht, weil inzwischen mehr verlangt wurde, vielleicht auch einfach nur, weil die Zeit noch nicht so lange vorüber ist. Von den Lehrern sind ihm vor allem noch Herr Lindemann - " den hatten wir im ersten Jahr, der war klasse" - und Herr Vaske im Gedächtnis. Letzterer, so der Vater, ist auch " heute noch der Macher der Metaller an den BBS". " Klar hat es unter den Schülern auch den einen oder anderen Chaoten gegeben", erinnert sich Axel Amelingmeyer, aber die haben ihn eher unbeeindruckt gelassen: " Ich wollte ja was lernen, weil mir klar war, dass ich in unserem Betrieb einmal Verantwortung tragen würde."
Entscheider und Tüftler
Und so setzte er seine Ausbildung fort: Nach der Lehre zwei Jahre im väterlichen Betrieb, dann zwei Jahre Technikerschule Metall mit Abschlüssen als Techniker und Meister. Inzwischen besitzt er gemeinsam mit seinem Bruder Hendrik, dem Kaufmann in der Familie, Prokura im Betrieb. Und entwickelt interessante neue Produkte, wie etwa Dachfenster, die sich beim Öffnen seitlich über die Dachfläche schieben. Der Senior ein Entscheider in Gremien, der Junior ein Tüftler - die BBS Brinkstraße dürfte ihren Anteil an der beruflichen Entwicklung der beiden gehabt haben. " Die Schule hat eine vorbildliche Ausstattung und bereitet die Auszubildenden sehr gut auf die Prüfungen vor", sagen sie ganz sachlich, um es dann zusammenzufassen: " Wir haben hier alle beide viel gelernt."

Autor:
balx


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