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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Immer wieder nachgehakt, doch der wuchernde Schandfleck blieb
Zwischenüberschrift:
Erst auf Nachfrage der Neuen OZ kam Bewegung in die Sache
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
asbe OSNABRÜCK. " Es ist ein Schandfleck", sagt Heinrich Sierpt mit Blick auf das braune Gestrüpp, das direkt vor seinem Fenster wuchert. Der 78-Jährige kümmert sich seit über zehn Jahren um die bepflanzte Fahrbahnverengung vor dem Wohnhaus in der Brinkstraße. Er sammelt Müll aus dem Beet, entfernt Unkraut und trägt seinen Teil dazu bei, in einer schönen Umgebung zu wohnen.
Nun erscheint es ihm, als wäre seine Arbeit vergeblich gewesen. Denn zwei Wochen vor den Sommerferien wurde das Beet wegen einer Baustelle " plattgemacht", erzählt Sierpt. Die für die Kanalarbeiten ausgehobene Baugrube ist noch am frischen Teer zu erkennen, der sich mitten auf der Straße abzeichnet. Die Brinkstraße ist wegen der umliegenden Schulen eine viel befahrene Straße. Deshalb wurde der Verkehr um die Baugrube herumgelenkt, über die plattierte Fahrbahnverengung. Nach dem Ende der Bauarbeiten wurden die vertrockneten Sträucher einfach wieder eingepflanzt.
Sierpt wollte sich mit diesem Anblick nicht abfinden. Er rief die Baufirma an, die für die Kanalarbeiten zuständig gewesen ist, ohne Erfolg. Also wandte sich der Rentner an die Servicebetriebe der Stadt, die für die öffentlichen Grünflächen in Osnabrück zuständig sind. Der Mitarbeiter habe ihm versichert, man werde sich um die Angelegenheit kümmern. Das war vor mehr als zwei Wochen. Doch nichts passierte.
" Die Stadt bezeichnet sich immer als vorbildlich für ihre Grünanlagen. In den kleinen Nebenstraßen bleibt die Pflege an den Anwohnern hängen", kritisiert Sierpt. Die Nachbarn hätten schon zu ihm gesagt: " Du bist verrückt, dich darum zu kümmern, das ist doch Sache der Stadt." Aber er sei für eine saubere Umwelt, erklärt Sierpt seine jahrelangen Bemühungen, das Beet gepflegt zu halten.
Mannshohes Gestrüpp
Die Anwohnerin Gerda Wanning beklagt zudem, dass in einer Nebenstraße, die an ihrem Haus entlangführt, ein Wildwuchsbeet angelegt wurde, um das sich keiner kümmert. In dem " Unkraut", wie sie die Pflanzen bezeichnet, liegen kaum sichtbar große Steine. " Einige Besucher von mir haben sich dort schon eine Delle ins Auto gefahren", erzählt Wanning.
" Was mich aber am meisten stört, ist, dass Herr Sierpt sich jahrzehntelang um das Beet gekümmert hat und es jetzt verfällt", beschwert sich Wanning. Da sie gegenüber von Heinrich Sierpt wohnt, genießt auch sie den Blick auf das " schöne Beet", dessen mannshohes Gestrüpp den Blick auf den Gegenverkehr versperrt. Die Anwohner fordern deshalb: " Wir wollen, dass endlich Bewegung in die Sache kommt."
" Der Pflegezustand in dem Beet lässt zu wünschen übrig", räumt Thomas Maag von der Grünflächenpflege der Stadt ein. Durch die Nachfrage der Neuen OZ kam jetzt Bewegung in die Angelegenheit: Die Servicebetriebe haben das Beet wieder instand gesetzt. Dass es so lange gedauert hat, entschuldigt Maag damit, dass seine Kollegen wegen der Baumaßnahmen nicht daran gedacht hätten, dass das Beet schon wieder bepflanzt und pflegebedürftig sei. " Wahrscheinlich ist es vergessen worden."

Autor:
asbe


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