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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein einmaliges Stück Integration
Zwischenüberschrift:
Junge Botschafter aus fünf Partnerstädten nehmen ihre Arbeit auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
mali Osnabrück. Städtepartnerschaften bedeuten auch immer die Chance eines lebhaften wechselseitigen Austauschs. Seit 46 Jahren nutzt die Stadt Osnabrück dieses Potenzial auf eine bis heute bundesweit einzigartige Weise. Sie leistet sich Städtebotschafter. Und verleiht damit den vielschichtigen Verbindungen zu fünf Partnerstädten jedes Jahr ein neues, lebendiges Gesicht.
Eines davon gehört Bart Balm. Der 24-jährige Wirtschaftsabsolvent steht in der längsten Tradition der Städtebotschafter, denn seine niederländische Heimatstadt Haarlem entsandte schon in den 1960er-Jahren junge Repräsentanten in die Hasestadt. Das gilt auch für das westfranzösische Angers, das seit Anfang Oktober von Lucile Pineau vertreten wird. " Für mich ist es eine gute Möglichkeit, erste professionelle Erfahrungen mit einem internationalen Team in der öffentlichen Verwaltung zu sammeln", erläutert die 23-jährige Französin ihre Beweggründe.
Für Melek Akbay, 25, aus Çanakkale im Westen der Türkei, seit 2004 Partnerstadt von Osnabrück, geht es auch darum, Vorurteile gegenüber ihren Landsleuten abzubauen. Auch der gleichaltrige Alexander Smith aus dem mittelenglischen Derby nennt das " Aufbrechen von Stereotypen" als eines seiner Anliegen.
Den Austausch anregen
Alexandra Volkova aus dem zentralrussischen Twer ist mit 22 Jahren die Jüngste im Bunde, war aber schon einmal als Austauschstudentin in Osnabrück. Bei ihrer jetzigen Aufgabe ist sie nun ebenso wie ihre vier Mitstreiter selbst für den regen Austausch zwischen den Partnerstädten verantwortlich. Und das nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Als Beispiel nennt Volkova den diesjährigen Besuch einer Osnabrücker Theatergruppe in Twer, dem ein Gegenbesuch folgen soll, sowie die Vorbereitung einer Keramikausstellung eines Künstlers aus ihrer zwischen Moskau und St. Petersburg gelegenen Heimatstadt.
Ihr Kollege aus Derby bereitet unterdessen den dortigen Besuch eines Osnabrücker Fußballvereins vor, die Repräsentantin von Angers treibt einen Bücheraustausch der beiden Stadtbibliotheken voran, und die neue Vertreterin von Çanakkale organisiert einen Austausch von Krankenpflegern und plant für nächstes Jahr einen deutsch-türkischen Studentenaustausch, um nur einige Beispiele für die Arbeit der Städtebotschafter zu nennen.
Deren Verankerung in der städtischen Verwaltung vor Ort hat für Oberbürgermeister Boris Pistorius den Vorteil des ständigen Kommunikationsflusses von den politischen Spitzen bis hin zu den Menschen in den Sportvereinen, Reisegruppen und sozialen oder kulturellen Einrichtungen, " die den Austausch mit Leben erfüllen". Für die Städtebotschafter selbst bedeute ihre Arbeit einen " großen Sprung in der persönlichen Entwicklung", so Pistorius - weit über die Verbesserung der Sprachkenntnisse hinaus.
Dabei sind sie nicht nur die Gesichter ihrer Heimatstadt, sondern auch Repräsentanten ihrer Kultur und Ansprechpartner für ganz alltägliche Belange ihrer in Osnabrück lebenden Landsleute. Aber auch jeder andere Bürger, der sich beispielsweise für Informationen über oder gar für eine Reise in eine der Partnerstädte interessiert, findet bei ihnen ein offenes Ohr.
Die " lebendige Begegnung mit Menschen aus den Partnerstädten" steht für Jens Koopmann, Leiter des Osnabrücker Städtepartnerschaftsbüros, im Vordergrund des über Jahrzehnte bewährten Konzepts. Die solle verstärkt in den Schulen gesucht werden. Denn gerade dort sei das Interesse besonders groß, Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen kennenzulernen. Somit stünden die Städtebotschafter auch für interkulturelle Verständigung und seien gewissermaßen " ein Stück Integration".
Ausgehen wird dem jungen " diplomatischen Korps" die Arbeit bis zum Ende seiner einjährigen " Amtszeit" nicht. Denn im nächsten Jahr stehen in puncto Städtepartnerschaften einige Jubiläen auf dem Programm. 2011 wird die freundschaftliche Verbindung zu Twer 20 Jahre, die zu Derby 35 Jahre und die zu Haarlem bereits 50 Jahre alt.

Autor:
mali


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