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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Häkel-Handtaschen aus Plastiktüten
Zwischenüberschrift:
Wohnstift-Bewohnerin ist kreative Vorreiterin
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wenn es nach Ilse König geht, gehören Plastiktüten nicht in den Müll, sondern in den Handarbeitskorb. Die 86-jährige Bewohnerin des Diakonie-Wohnstifts am Westerberg stellt nämlich mithilfe ihrer Häkelnadel aus eben diesen Plastiktüten fröhlich-bunte Taschen her und erntet damit bei ihren Mitbewohnern sowie den Mitarbeitern des Wohnstifts große Bewunderung. " Das funktioniert aber nur mit den dünnen Tüten, die auch knistern. Die glatten, glänzenden Tüten sind zu dick und stabil", teilt sie ihre Erfahrung mit.
Beim abendlichen Fernsehen in ihrem eigenen Appartement knöpft die ehemalige Sprachheillehrerin sich mit großer Begeisterung Plastiktüten in allen Größen, Formen und Farben vor und schneidet diese in lange, etwa zwei Zentimeter breite Streifen. Die Streifen verwendet sie dann anstelle von Garn oder Wolle zum Häkeln. " Je bunter, desto besser. Ich nehme die Farben, wie sie kommen, das plane ich nicht!"
Weit weniger spontan ist König allerdings in Bezug auf Qualität: " Da bin ich Perfektionistin, das muss alles sauber verarbeitet sein", sagt sie. Mehrere Tage dauert es je nach Größe und Machart, bis solch eine Tasche aus mindestens 50 Plastiktüten fertig ist. Seit sie 1970 die Idee hatte, sind auf diese Weise etwa 60 Handtaschen, Wäschesäcke oder Tragetaschen entstanden - Unikate, die sie am liebsten selbst benutzt oder an ihre Lieben verschenkt.
Auch wenn Ilse König schon viel probiert, gemalt, gebastelt und gehandarbeitet hat, lässt sie keine Gelegenheit aus, Neues dazuzulernen. " Wir bieten unseren Bewohnern abwechslungsreiche Bastel- und Kunstkurse an. Frau König ist in jedem Kurs sehr engagiert mit dabei und geht jedes Mal mit einer neuen Idee zurück in ihre Wohnung", berichtet Franziska Runge, Mitarbeiterin des begleitenden sozialen Dienstes im Diakonie-Wohnstift.
In Königs gemütlichem Appartement im lichtdurchfluteten oberen Stockwerk finden sich neben den Taschen zahlreiche Ergebnisse dieser Kreativität: beispielsweise selbst gemalte Bilder, selbst gebastelte Glasuntersetzer oder aus Naturmaterialien entworfener Wandschmuck.
Im Wohnstift werden kaum noch Plastiktüten weggeworfen, seit die Mutter von zwei Söhnen vor fünf Jahren dort einzog. Die Bewohner sammeln eifrig für die bunten Taschen. Für Ilse König, die in den 60er-Jahren aus Cottbus geflüchtet war, käme es auch nicht infrage, die Tüten im Müll zu entsorgen. " Man kann die Tüten doch nicht einfach wegwerfen und die Umwelt verschmutzen, die muss man doch sinnvoll verwenden", mahnt sie.



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