User Online: 1 | Timeout: 16:25Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nachbarn am Limberg rufen zum Protest
Zwischenüberschrift:
Gegen Industrie in der Kaserne
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Im Umfeld der ehemaligen Briten-Kaserne am Limberg wächst die Unruhe. Die Interessengemeinschaft Walter-Haas-Straße befürchtet die Ansiedlung von " emissionsstarkem Gewerbe", das die Lebensqualität " massiv beeinträchtigen" und den Wert der Immobilien " erheblich reduzieren" würde.
In einem Schreiben an alle Anwohner und Oberbürgermeister Boris Pistorius rufen die Sprecher der Interessengemeinschaft, Dr. Klaus Bremm und Dr. Gerald Jüttner, zum Protest gegen den Rahmenplan für die Kaserne am Limberg auf. Die beiden Initiatoren stören sich besonders an der Idee, im nördlichen Teil der 75 Hektar großen Kaserne ein Gebiet für " emissionsstarkes Gewerbe" auszuweisen. Klaus Bremm ist überzeugt, das die Planungen für einen Interessenten aus der Baubranche maßgeschneidert werden. Den Namen der Firma kennt er nicht.
Enttäuscht sind die Anlieger, dass der Rahmenplan nach ihrer Ansicht wesentlich vom früheren Perspektivplan abweicht. Der Perspektivplan war 2008 unter großer öffentlicher Beteiligung - auch die Interessengemeinschaft war dabei - in mehreren Wochenend-Sitzungen erarbeitet worden. Kern des Konzeptes: Sport, kommerzielle Freizeitangebote, Wohnen, nicht störendes Gewerbe und Dienstleistungen. Beiden Plänen gemeinsam ist die neue Straße, die, von einem Kreisel an der Vehrter Landstraße ausgehend, die Fläche nach Süden erschließen soll. Die Straße " Am Limberg" soll zurückgebaut und begrünt werden.
Der neue Rahmenplan sieht im Süden und Westen Grünflächen vor, in der Mitte Sport- und Freizeitanlagen und im nördlichen Teil Gewerbeflächen. Wörtlich heißt es in der Broschüre dazu: " Da für die Flächen auch immissionsstarke Betriebe zulässig sein sollen, ist eine Abstufung von Osten nach Westen von einem Industriegebiet [. . .] über ein Gewerbegebiet [. . .] bis zu einem gewerblich überplanten Mischgebiet [. . .] angedacht."
Die Interessengemeinschaft befürchtet, dass auch ein Teil des angrenzenden Wohngebietes als Mischgebiet eingestuft werden soll. " Dort wäre zukünftig neben erheblichen Beeinträchtigungen durch Staub und Geruch vor allem mit einer mindestens doppelt so hohen Lärmbelästigung zu rechnen", heißt es in dem Schreiben an die Limberg-Anwohner. Und weiter: " Gegen diese deutliche Missachtung unserer Lebensqualität und der unweigerlich eintretenden Wertminderung unseres Wohneigentums müssen wir uns wehren." Die Interessengemeinschaft ruft die Bürger auf, in der Info-Veranstaltung am Donnerstag, 28. Oktober (19.30 Uhr, Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße) ihre " berechtigten Einwände" vorzutragen.
Der Rahmenplan für die ehemaligen " Mercer and Imphal Barracks" dient nur der öffentlichen Information und hat keine Rechtsbindung. Eine Broschüre ist im Fachbereich Städtebau erhältlich. Der Plan ist im Internet (www.osnabrueck.de/ konversion) veröffentlicht.

Kommentar
Zu früh festgelegt
Von Wilfried Hinrichs - Der Oberbürgermeister steckt in einem Dilemma. Er hat ganz offensichtlich ein Unternehmen für den Limberg an der Angel, dem er das Kasernentor liebend gern öffnen würde. Doch er kann die Fakten nicht nennen - zum Schutz der berechtigten Interessen des Unternehmens. Deshalb bleiben manche Frage unbeantwortet, deshalb bleibt unklar, ob es die befürchteten Emissionen geben würde, und deshalb ist die Sorge der Anwohner nachvollziehbar. Klarheit können nur Pistorius und der Stadtrat schaffen, indem sie möglichst schnell die Karten auf den Tisch legen.
Dass die Interessengemeinschaft in dieser unklaren Lage aber gleich eine Protestbewegung initiiert, um den Rahmenplan zu stoppen, geht eindeutig zu weit - auch wenn so etwas in unserer Dagegen-Demokratie ein normaler Vorgang geworden ist. Sollten sich die Pläne konkretisieren, wird es das gesetzliche Bauleitverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit und allen rechtlichen Möglichkeiten der Betroffenen geben. Das ist der Zeitpunkt, Interessen abzuwägen und mögliche Konflikte zu entscheiden.
Das fundamentale Nein der Interessengemeinschaft kommt zu früh. Sie hat sich festgelegt, ohne alle Fakten zu kennen.

Autor:
hin


Anfang der Liste Ende der Liste