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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
VW lässt wenig von Karmann übrig
Zwischenüberschrift:
Mehr als 600 Mitarbeiter wechseln
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Wolfsburg. Dieser Herbst könnte in die Geschichte der niedersächsischen Automobilindustrie eingehen. In Branchenkreisen wird schon in den nächsten Tagen die Entscheidung erwartet, den über 100-jährigen Autozulieferer Karmann völlig aufzulösen. Volkswagen machte dazu gestern den vorletzten Schritt.
Von Stefan Prinz - Für 329 Karmänner aus den Bereichen Werkzeugbau, Anlagenbau und Presswerk war gestern ein guter Tag. Um 12 Uhr mittags verkündete ihnen das Team von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann, dass sie bei Volkswagen eine neue Arbeit finden. Der Wolfsburger Autokonzern wird die Sparte Metallgruppe zum 1. März 2011 in sein neues Osnabrücker Werk übernehmen. Knapp die Hälfte der 100 überzähligen Beschäftigten dieser Sparte soll zwar eine neue Beschäftigung bei den Karmann-Dachsystemen finden. Einige Dutzend müssen dennoch mit Kündigung rechnen.
Volkswagen und Insolvenzverwalter haben zudem ausgehandelt, dass die Karmann-Sparte Technische Entwicklung mit 292 Mitarbeitern zum 1. Dezember dieses Jahres zu Volkswagen übergehen wird. Der bevorstehende Wechsel dieser insgesamt mehr als 600 Karmänner zu Volkswagen war für IG Metall und Betriebsrat allerdings auch mit Zugeständnissen verbunden: Die Betroffenen verzichten in den nächsten vier Jahren auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie auf fünf Prozent des Monatslohns.
" Das ist eine bittere Pille für uns", erklärte Osnabrücks IG-Metall-Chef Hartmut Riemann. Aber ohne dieses Zugeständnis sei das gesamte Osnabrücker VW-Werk gefährdet gewesen. Ab 2015 sollen dann für den Standort die gleichen Bedingungen wie für alle anderen VW-Beschäftigten gelten, betonen auch Karmann-Betriebsratschef Wolfram Smolinski und sein Stellvertreter Gerhard Schrader.
Nach der gestern verkündeten Einigung müssen jetzt noch rund 700 Karmänner der Dachsystem-Sparte um ihre Zukunft zittern. Rund ein halbes Dutzend Interessenten bewirbt sich derzeit um den Kauf. Informierte Kreise erwarten, dass in Kürze entweder der spanische Autozulieferer CIE Automotive oder der finnische Autohersteller Valmet Automotive den Zuschlag erhält. Allen anderen Interessenten, darunter auch der mit seinem Kaufgebot am Kartellamt gescheiterte österreichische Konzern Magna, werden keine Chancen mehr nachgesagt. Nach monatelangen Verhandlungen, insbesondere mit den künftigen Großkunden Daimler und BMW, wird innerhalb der nächsten vier Wochen die Unterzeichnung des Kaufvertrages erwartet.
VW-Vorstandsmitglied Hubert Waltl betont: " Der traditionsreiche Automobilstandort Osnabrück blickt in eine erfolgreiche Zukunft." Auch die SPD im Landtag begrüßt die Entwicklung in Osnabrück. Die direkte Übernahme bisheriger Karmann-Mitarbeiter durch VW stelle eine neue Qualität bei der Standortsicherung dar, sagte der stellvertretende Fraktionschef Gerd Will.

Autor:
Stefan Prinz


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