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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
259 Punkte für "Ilvi vom Wurzelwald" bei der Vielseitigkeitsprüfung des Deutschen Teckelklubs
Zwischenüberschrift:
Vielseitigkeitsprüfung des Deutschen Teckelklubs
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vom Dackel heißt es sprichwörtlich, er sei eigensinnig. Das kann so sein, muss aber nicht. Dass Dackel auch vollgültige Jagdhunde sind, gehört mindestens ebenso zum Bild der kleinen Hunde mit den krummen Beinen. " Ilvi vom Wurzelwald" zum Beispiel, die hellbraune Rauhaar-Hündin, hat die Vielseitigkeitsprüfung des Deutschen Teckelklubs bestanden: Ein 1. Preis und 259 Punkte stehen jetzt in ihrer Ahnentafel.
Von Frank Henrichvark - Es ist Sonnabend-Vormittag im Ruller Bruch. Fünf Hunde sollen bei dieser Vielseitigkeitsprüfung vor den Augen der gestrengen Richter zeigen, was sie im Jagdbetrieb leisten können: Gehorsam müssen sie sein; Hase, Fuchs und Wildschwein in der Dickung aufstöbern und auch mit Gebell verfolgen; schließlich und endlich soll der Teckel als brauchbarer Jagdhund angeschossenes Wild im dichten Tann verfolgen und finden. Schweißarbeit, Spurlaut, Stöbern und zwei Gehorsamsfächer (mit so schönen Bezeichnungen wie " Schussruhe" und " Benehmen am Stand") sind bei dieser jagdlichen Meisterprüfung heute verlangt.
" Ilvi vom Wurzelwald" ist gerade mal eineinviertel Jahre alt. Ihr Besitzer Christian Kübart hat den ganzen Sommer über mit der Hündin trainiert. Entsprechend abgeklärt ist der Hund - und ein klein wenig aufgeregt der Führer -, als es jetzt zur Fährte geht.
Einen Viertelliter Rinderblut, die Jäger sagen " Schweiß", hat Prüfungsleiter Matthias Berstermann am Tag zuvor über 600 Meter hinweg mit einem Schwamm an Gras und Brombeerblätter getupft. Als sei ein Stück Wild geschossen worden und nicht sofort verendet, sondern in die Dickung geflüchtet. Am Ende der künstlichen Schweißfährte liegen Kopf und Fell vom Damhirsch als Köder für Ilvi, und die gilt es nun zu finden.
Unter einer Fichte beginnt die Fährte. Ilvi nimmt Witterung auf, schnüffelt am Boden und wedelt freudig mit der Rute. Die Nase tief am Boden, geht es durchs feuchte Gras, Herrchen Christian Kübart an der langen Leine hinterher. Und dann folgen vier Dackelrichter und der Prüfungsleiter. Deren kritischen Augen entgeht keine Geste der kleinen Ilvi: nicht, wenn sie einmal den Kopf hochnimmt und nach links und rechts in die Dickung Wind aufnimmt, wo die Nacht über vielleicht Reh oder Hirsch die Fährte kreuzte; nicht die kurze Unsicherheit, als es durch Matsch und Graben geht.
Dann taucht die Teckeldame mit tiefer Nase wieder in Brombeergestrüpp und Eichendickung ein, Herrchen Christian Kübart lässt die orangefarbene Leine schleifen und folgt. Immer der Nase seines Hundes nach, so lautet hier die Parole. Denn die menschlichen Sinne sind bei dieser Aufgabe total überfordert. Am Ende hat Ilvi tatsächlich die Beute gefunden und beißt freudig erregt in Haut und Haar des toten Damwilds. Matthias Berstermann bläst " Hirsch tot" auf dem Jagdhorn, auf dass auch die anderen Anwärter vom glücklichen Ausgang dieser Prüfung erfahren. Richterobmann Ulrich Schubert gratuliert schon mal und überreicht dem Hundeführer einen grünen Bruch. Den teilt nun wiederum Christian Kübart und steckt seiner Ilvi einen Zweig an die Halsung, ganz wie auf der richtigen Jagd. Ilvi, das kleine braune nasse Fellknäuel auf Herrchens Arm, guckt dennoch giftig, weil ihr ja die Beute genommen ist. Christian Kübart sagt nur, er sei " erleichtert".
Am Ende dieses Prüfungstages bekommt " Ilvi vom Wurzelwald" vom gestrengen Richterkollegium 259 Punkte und einen 1. Preis in dieser Vielseitigkeitsprüfung zuerkannt. Als brauchbarer Jagdhund ist sie in Zukunft sogar von der Versicherung befreit.
Auch Amy von Loorpe, Evi vom Haller Berge und Utab vom Falkenring haben diese Vielseitigkeitsprüfung bestanden. Nur der eigensinnige Zeus vom Fladder wurde von den Teckelrichtern wieder nach Hause geschickt: Der kleine Zeus hätte fünf Minuten fernab vom Herrchen an Ort und Stelle ausharren müssen, selbst wenn in der Nachbarschaft geschossen wird. Leider ist er aufgestanden. Und das sehen die Prüfer gar nicht gern. Zuviel Eigensinn darf auch der beste Dackel nicht haben.

Autor:
Frank Henrichvark


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