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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Grüne und Stadtwerke kritisieren Atomvertrag
Zwischenüberschrift:
Die Laufzeitverlängerung und mögliche Folgen für Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
jel Osnabrück. Grüne und Stadtwerke kämpfen Seite an Seite gegen das Energiekonzept der Bundesregierung: Dorothea Steiner, umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Grünen, und Dr. Klaus Siedhoff, Vertriebschef der Stadtwerke Osnabrück, kritisierten einmütig während einer Podiumsdiskussion der Osnabrücker Grünen die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
In der vom Stadtratsmitglied Volker Bajus (B 90/ Grüne) moderierten Diskussion in der Katholischen Familienbildungsstätte ging es um die Folgen des Atomvertrages für die Stadtwerke und für den Klimaschutz. Die Bundesregierung hatte sich mit den vier großen Stromkonzernen RWE, Eon, Vattenfall und EnBW geeinigt, die Laufzeit der 17 Atomkraftwerke in Deutschland um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern.
Steiner, die eine Kopie des Vertrages herumreichte, bezeichnete die Vereinbarung als " Kniefall vor den großen Energieversorgern". Sie kritisierte vor allem, dass die Kraftwerksbetreiber die Zahlungen in den Öko-Energie-Fonds reduzieren dürfen, wenn Investitionen in die Nachrüstung oder Sicherheit die Summe von 500 Millionen Euro für ein Kernkraftwerk übersteigen. Solche Investitionen gegen die Zahlungen in den Öko-Fonds für den Ausbau der erneuerbaren Energien auszuspielen sei ein " Deal auf Kosten der Sicherheit", sagte Steiner. Die Laufzeitverlängerung beschere den großen Stromversorgern einen Extraprofit in Höhe von 100 Milliarden Euro und sichere die Marktdominanz der Konzerne.
Klaus Siedhoff machte deutlich, dass die Laufzeitverlängerung die strategischen Planungen der Stadtwerke Osnabrück und anderer regionaler Versorgungsbetriebe gründlich durchkreuzt hat. Siedhoff rechnete vor, dass die Laufzeitverlängerung die Menge atomaren Stroms, der noch in den 17 verbliebenen Kraftwerken in Deutschland produziert werden darf, um 1804 Milliarden Kilowattstunden erhöht. Das entspricht nach seinen Worten dem Gesamtbedarf Deutschlands für etwa drei Jahre.
In Osnabrück werden jährlich etwa eine Milliarde Kilowattstunden Strom verbraucht. Die vier großen Stromkonzerne, so Siedhoff, verfügten über 80 Prozent der Erzeugungskapazitäten, der Beschluss bremse die Öffnung des Energiemarkts aus. Die Verlängerung werde auch nicht zum Sinken des Strompreises führen, da der Marktpreis nicht von der atomaren Erzeugung abhänge.
Für das Versorgungsunternehmen verringere sich durch den Beschluss die Marge im Stromerzeugungsgeschäft, so Siedhoff. Marktnischen für Investitionen in neue Technologien gingen verloren. Die Stadtwerke büßten ein Geschäftsfeld ein und müssten weitere Investitionsentscheidungen überprüfen. Er forderte, die Laufzeitverkürzung entweder zurückzunehmen oder alte Braun- und Steinkohlekraftwerke eher vom Netz zu nehmen. Das würde modernen Gas- und Dampfkraftwerken mit einem besseren Wirkungsgrad wie in Hamm-Uentrop, an dem auch die Stadtwerke beteiligt sind, einen Vorteil verschaffen.
In den Nachfragen der rund 30 Zuhörer ging es um die Ausrichtung der Stadtwerke-Stromerzeugung. Siedhoff versicherte, dass das Versorgungsunternehmen nicht weiter in fossile Brennstoffe investieren werde. Michael Hagedorn, der Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, forderte die Stadtwerke auf, wettbewerbsrechtlich gegen den Laufzeitbeschluss vorzugehen.

Autor:
jel


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