User Online: 1 | Timeout: 21:57Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Das fehlte bisher in Osnabrück"
Zwischenüberschrift:
Teenager und Rentnerinnen testen den Mehrgenerationenpark
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein Samstagmittag, Anfang Oktober. Leichter Sprühregen fällt auf Osnabrück. Rike Falkenhorst (11) und ihre Freundin Carina Hausfeld (12), Anneliese Diersmann (71) und ihre Freundin Ingeborg Beutler (71) sind in den Mehrgenerationenpark am Willy-Brandt-Platz gekommen, um die Spiel- und Sportgeräte zu testen. Generationenübergreifend herrscht Einigkeit: Es ist toll, das es den Mehrgenerationenpark gibt.
Von Thomas Wübker - Los geht? s am Rückentrainer. Die Jugend bekommt den Vortritt. Rike setzt sich auf einen Drehteller, Carina steht ihr gegenüber. Beide bewegen ihre Oberkörper nach rechts und links im Takt. Der Spaß-Faktor hält sich bei den Schülerinnen des Ratsgymnasiums in Grenzen.
Nach einer gewissen Zeit spüren sie die Bewegungen im Rücken. Und genau dafür ist das " Twister" genannte Gerät da. Die Drehung des Körpers im Sitzen und Stehen fördert nicht nur die Beweglichkeit der Wirbelsäule, sondern lockert, dehnt und kräftig gleichzeitig die Muskulatur von Rücken, Hüfte und Gesäß. Die Stehübung schult auch den Gleichgewichtssinn, da die Beine mit gedreht werden.
Als nächste Station steuern die Damen einen Schultertrainer, die " Taiji Massage Machine", auf ihrem Rundgang an. Rike und Carina rennen vor, um noch Sprünge auf dem Trampolin zu machen, das auf dem Spielplatz in den Boden eingelassen ist, der direkt neben dem Gerät mit den vier roten Drehscheiben beginnt. Sie sind übrigens nicht dafür da, schnell gedreht zu werden, so wie es viele Kinder tun.
Das Geheimnis liegt in der Ruhe. In der kreisenden Bewegung der Arme werden vor allem die Beweglichkeit im Schultergürtel und die Feinmotorik von Armen und Händen trainiert. Dabei werden durch den leichten Druck auf die Scheiben auch die Handflächen massiert. Der Hersteller des Geräts gibt in seiner Produktbeschreibung an, das die Bewegungen von Armen und Schultern vor allem den Lungen- und Dickdarmmeridian, aber auch Vitalität und Stoffwechsel anregen und die Atmung sich freier entfalten und gestaute Energien sich lösen können. Anneliese Diersmann und Ingeborg Beutler haben dies schon in der vergangenen Woche gespürt. Bei der Eröffnungsfeier haben sie alle Geräte einmal kurz getestet.
Bis auf den Balancierbalken und das Chin-up-Gerüst, an dem Klimmzüge gemacht werden können, machen die Rentnerinnen alles mit. " Das ist nichts für uns", sagen sie. Eben diese beiden Geräte nutzt David Wiesner mit seiner Familie. Sie wohnen in der Nähe des Willy-Brandt-Platzes. Am Samstagmittag ist er zwar nur mit seinem Hund im Mehrgenerationenpark zum Spielen. Aber den Balancierbalken nutzen der 38-Jährige, seine Frau und sein fünfjähriger Sohn, um spielerisch zu messen, wer am längsten das Gleichgewicht halten kann. Das Chin-up-Gerüst ist sein favorisiertes Gerät. Er joggt oft durch die Stadt. " Am Ende meiner Strecke bin ich froh für ein paar Klimmzüge", sagt er.
David Wiesner hat alle Geräte im Mehrgenerationenpark ausprobiert. Da er regelmäßig im Fitness-Studio trainiert, ist er andere Standards gewohnt. Dennoch findet er die Kombination aus Spielplatz, Park und Sportstudio für gelungen. " Man sieht, das Osnabrück Geld hat", sagt er. In anderen Städten gebe es so etwas nicht, meint Wiesner.
So was hat uns gefehlt
Für das Damen-Quartett hat sich der Ausflug gelohnt. Am Ende des Rundgangs ziehen alle ein positives Fazit. " Ich bin richtig froh, dass der Park gebaut wurde. Ein Fitness-Center können sich Rentner nicht leisten", sagt Ingeborg Beutler. Anneliese Diersmann ergänzt: " Das fehlte bisher in Osnabrück." Ihrer Meinung nach sollten weitere Mehrgenerationenparks in anderen Stadtteilen gebaut werden. " Wir müssen ja nur 20 Minuten gehen", sagt sie. Beide Rentnerinnen leben im betreuten Wohnen im Bischof-Lilje-Heim an der Rehmstraße.
" Sonst werden Spielplätze nur für die Kleineren gebaut", meint Rike Falkenhorst. Sie und Carina Hausfeld sind auf den Geschmack gekommen. Sie wollen nun nach der Schule häufiger mal zum Mehrgenerationenpark gehen. Möglicherweise treffen sie dann auf Ingeborg Beutler und Anneliese Diersmann.
In der nächsten Woche stellen wir weitere Spiel plätze der Stadt in einer sechsteiligen Serie vor.

Autor:
Thomas Wübker


Anfang der Liste Ende der Liste