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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Sie wollen die Kreuzschule zerschlagen"
Zwischenüberschrift:
Diskussion über Zusammenlegung beherrscht Bürgerforum Gartlage-Schinkel-Widukindland
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
jod OSNABRÜCK. Aufgebrachte Eltern auf der einen Seite, Hans-Georg Freund als Leiter des städtischen Fachbereichs Schule und Sport auf der anderen kreuzten ausdauernd die Klingen. Es ging um die Kreuzschule. Die einen wollten, dass sie als eigenständige katholische Bekenntnisschule an ihrem jetzigen Standort erhalten bleibt, der andere verteidigte den Grundschulentwicklungsplan (GSEP) der Stadt, der eine Zusammenlegung mit der Johannisschule vorsieht.
Unterdessen hatte Bürgermeister Burkhard Jasper (CDU) als Sitzungsleiter des Bürgerforums Gartlage-Schinkel-Widukindland bisweilen Mühe, bei den sich überschlagenden Wortmeldungen aus der 80-köpfigen Zuhörerschaft den Überblick zu behalten. Aber alle kamen an die Reihe und konnten ihren Frust über ein nach mehrheitlicher Ansicht " völlig widersinniges Vorhaben" einmal loswerden.
Das Hauptargument, wie es zuvor auch schon die Schulelternratsvorsitzende Mirjam Poinart in einem offenen Brief formuliert hatte, lautet: Ohne Not solle eine funktionierende und auf anerkannt hohem Qualitätsniveau arbeitende Schulgemeinschaft zerschlagen werden. Die Kreuzschule pflege eine lebendige Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und der Kindertagesstätte Heilig Kreuz nebenan. Genauso werde aber auch ein gutes interreligiöses Miteinander besonders im Nachmittagsangebot der Schule gelebt. Wenn der Schinkel Lebensqualität für junge katholische Familien behalten solle, dann müsse die Kreuzschule bleiben.
Der GSEP nennt als Argument für die Zusammenlegung der überwiegend einzügigen Kreuzschule mit der Johannisschule an deren Standort Süsterstraße, dass einzügige Grundschulen aus pädagogischen Gründen weniger erwünscht und außerdem in ihrem Bestand bei zurückgehenden Schülerzahlen gefährdet seien.
Eine bessere " Ausschöpfung der Ressourcen" (Räume, Lehrkräfte) würde ebenfalls erreicht, zumal die Stüveschule, mit der sich die Kreuzschule das Gebäude Kreuzstraße 15 zurzeit teilt, vermehrten Raumbedarf angezeigt habe.
Den Platzmangel der Stüveschule zweifelte Heinrich Grofer vom Bürgerverein Schinkel an. Die Schule verfüge für 12 Klassen über 13 Klassenräume und dazu diverse weitere Funktionsräume.
Eine Mutter beschwerte sich, dass mit dieser Maßnahme die Stadt die von ihr selbst ausgegebene Parole " Kurze Wege für kurze Füße" mit Füßen trete: " Sie glauben doch wohl nicht, dass wir Kinder im Grundschulalter aus Schinkel mit dem Bus in die Innenstadt schicken, wo sie dann am sozialen Brennpunkt Neumarkt aussteigen müssten."
Freund entgegnete, dass die Eltern dazu ja nicht gezwungen würden. Sie könnten ihr Kind auf die Stüveschule geben, dann bleibe der Schulweg unverändert. Wenn sie weiterhin Wert auf den Besuch einer katholischen Bekenntnisschule legten, dann sei allerdings die Johannisschule die nächstgelegene. Da unter den 28 städtischen Grundschulen nur fünf katholische Schulen seien, müssten die " katholischen Schulbezirke" zwangsläufig großräumig ausfallen. Mit weiteren Wegen hätten sich auch Voxtruper Bürger nach Schließung der St.-Antonius-Schule abgefunden, die ihre Kinder jetzt zur Overbergschule im Schölerberg schickten, wenn es denn die Erziehung in einer katholischen Bekenntnisschule sein solle. Vor zehn Jahren habe es noch elf katholische Bekenntnisschulen gegeben. Dass ihre Anzahl durch Zusammenlegungen schrumpfe, liege nicht an der Stadt, sondern am rückläufigen Anteil katholisch getaufter Kinder.
Jasper dankte für die lebhafte Diskussion. " Ich habe hier viele wichtige und nachvollziehbare Argumente gehört, die ich mit in die weiteren Beratungen des Schulentwicklungsplans nehmen werde", sagte er.

Autor:
jod


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