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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Bombe ist nur eine Milchkanne
Zwischenüberschrift:
Keine Evakuierung am Sonntag - Die Suche nach Blindgängern geht weiter
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Kommando zurück: Die für Sonntag geplante Bombenräumung in Osnabrück ist abgesagt. Die mutmaßlichen Blindgänger entpuppten sich als alte Milchkanne aus der Landwirtschaft und Bauschutt.
Sprengmeister Oltmann Harms und sein Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten gestern Nachmittag die zwei Verdachtsstellen am Nachtigallenweg im Stadtteil Sonnenhügel genauer untersucht - und gaben Entwarnung. In einem Fall stießen die Entschärfer nur auf die rostigen Reste einer Milchkanne, wie sie früher in der Landwirtschaft gebräuchlich war. Im anderen Fall war wahrscheinlich ein Explosionskrater nach dem Krieg mit eisenhaltigem Bauschutt verfüllt worden. Die Siedlung ist in den Fünfzigerjahren entstanden.
Von der Räumung wären 15 000 Menschen am Sonnenhügel und in der Dodesheide betroffen gewesen. Die Stadt hat nun alle Vorbereitungen für die Evakuierung eingestellt. Die Busse werden am Sonntag normal nach Fahrplan fahren. Auch das Nettebad und das Schinkelbad öffnen wie gewohnt.
Die beiden Stadtteile werden zurzeit systematisch nach Blindgängern untersucht. Dazu werten Experten beim Kampfmittelbeseitigungsdienst in Hannover Luftbilder der alliierten Streitkräfte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges aus. Allein am Sonnenhügel, in der Dodesheide und in der Winkelhausen-Kaserne am Hafen gibt es 135 " Verdachtsfälle", wie Jürgen Wiethäuper vom Fachbereich Bürger und Ordnung sagt. Ein großer Teil sei bereits abgearbeitet. " Wie viele Bomben noch im Boden liegen - wir wissen es nicht", sagte Wiethäuper.
Letzte Sicherheit, ob im Untergrund eine Bombe tickt, gibt es immer erst, wenn die Entschärfer zu graben anfangen. Erst im März dieses Jahres war eine geplante Räumung in Schinkel abgesagt worden. Auch in diesem Fall erwies sich die mutmaßliche Fliegerbombe als simpler Bauschutt mit Eisenteilen. 15 000 Menschen blieb die Evakuierung erspart.
Das tragische Unglück am 1. Juni in Göttingen, als drei Entschärfer durch die Explosion eines Blindgängers mit Säurezünder starben, hat die Menschen sensibler für die Gefahren im Boden gemacht. Wiethäupers Erfahrung: " Keine Baufirma schickt mehr einen Baggerfahrer los, wenn nicht eine verbindliche Aussage vorliegt, dass es keine Bomben gibt." Bei jedem Bauprojekt gibt der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Empfehlung, das Gelände auf Blindgänger absuchen zu lassen. Diese Empfehlung werde jetzt sehr ernst genommen.
Sollten Blindgänger nicht entschärft werden können, werden sie an Ort und Stelle gesprengt. Früher war es üblich, die Bomben an einem sicheren Ort zur Explosion zu bringen. Die Stadt und das Technische Hilfswerk (THW) sind auf diesen Fall vorbereitet. Riesige Sandsäcke, die sogenannten Bigbags, stehen gefüllt in einem Lager. Auch Spanplatten zum Abdecken von Fenstern stehen im Notfall in großer Menge bereit. Das ist auch eine Lehre aus der überraschenden Bombenräumung im Oktober 2009, als 12 000 Menschen in Schinkel in großer Eile ihre Wohnungen verlassen mussten.

Autor:
hin


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