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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Früher Drill, jetzt duale Ausbildung
Zwischenüberschrift:
Infanteriekaserne von 1913 wandelte sich zum Berufsschulzentrum Westerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wo früher Wachposten mit Pickelhaube Streife gingen, warten heute Berufsschüler mit Baseball-Kappe auf den Bus. Der Altbau der Berufsbildenden Schulen an der Natruper Straße hat eine fast hundertjährige Geschichte mit mehrfachen Nutzungsänderungen hinter sich, sieht äußerlich aber nur wenig verändert aus.
Von Joachim Dierks - " Das war unser Problem", sagt der stellvertretende Schulleiter Rainer Knippenberg, " der Bau hat zwei Weltkriege fast unbeschadet überstanden, und die Notwendigkeit, ihn zu renovieren, lag nicht unmittelbar auf der Hand." Ein gewaltiger Sanierungsstau baute sich auf, bis die Stadt tief in die Tasche griff. Fünf Millionen Euro wurden in den vergangenen fünf Jahren in die Kernsanierung gesteckt. Dabei wurde auch das 1960 vorgebaute Treppenhaus blau gestrichen und somit " im Sinne einer architektonischen Redlichkeit" von der historischen Substanz abgesetzt, wie es Ansgar Westermeyer von der städtischen Denkmalpflege ausdrückt.
Entstanden ist das Gebäude in einer Zeit der Aufrüstung, weil die am Westerberg geschaffenen Unterbringungsmöglichkeiten für die Heerestruppen nicht reichten. Das waren die Caprivi-Kaserne von 1899 und die Von-Stein-Kaserne an der Artilleriestraße. Am Rande des Schwarzen Platzes - dem Exerzierplatz zwischen Natruper Straße und Stüvestraße - sollte die Garnison weiter wachsen. 1913 wurde an der Natruper Straße eine neue Mannschaftskaserne für Teile des Infanterieregiments Nr. 78 errichtet, an der Nobbenburger Straße - dem heutigen Altbau der Feuerwache - zog die " Maschinengewehr-Compagnie" ein.
Am 8. August 1914 verließen die Soldaten unter dem Jubel der Bevölkerung ihre Kaserne und zogen an die Westfront. Nach dem Krieg wurde das Regiment aufgelöst. An der Nobbenburger Straße rückte die Schutzpolizei ein, die Natruper Straße 50 wurde Sitz des Wehrmachts-Sanitätsparks VI.
Im Zweiten Weltkrieg blieb die Kaserne unzerstört, sodass noch 1945 Teile der ausgebombten Stadtverwaltung einziehen konnten. Das wohl am häufigsten aufgesuchte Amt jener Tage, das Wohnungsamt, befand sich in Zimmer 16.
Als sich die städtischen Ämter wieder im Rathaus und in der Klosterkaserne eingerichtet hatten, nahm die Städtische Berufsschule den Bau in Besitz. Zusammen mit den Neubauten bietet das Berufsschulzentrum am Westerberg heute Platz für 3500 Schüler, die von 170 Lehrkräften auf 42 anerkannte Ausbildungsberufe vorbereitet werden.

Autor:
Joachim Dierks


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