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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Sein Motto: Geht nicht gibt?s nicht!
Zwischenüberschrift:
Prof. Erhard Mielenhausen 25 Jahre an der Spitze der Fachhochschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ja, dieser Mann hat tatsächlich einmal Vorlesungen abgehalten und Seminare veranstaltet. Es gibt altgediente FH-Mitarbeiter, die können sich noch entsinnen: 1976 kam Dr. Erhard Mielenhausen als Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an die damalige Fachhochschule Osnabrück. Schon fünf Jahre später wurde er erstmals zum Rektor gewählt. Mit einer Unterbrechung hat Mielenhausen dieses Amt als Rektor und später als Präsident über 25 Jahre ausgeübt. Am kommenden Freitag wird er verabschiedet.
- Mitte der 70er-Jahre hatte die Osnabrücker Fachhochschule gut 1000 Studenten. Die verteilten sich auf die beiden Standorte in Haste, wo die Stadt Osnabrück 1949 eine " Höhere Gartenbauschule" gegründet hatte, und die frühere " Ingenieurschule" am Westerberg, wo Maschinenbau, Elektrotechnik und Werkstofftechnik einschließlich Hüttentechnik gelehrt wurden.
Ziel Gesamthochschule
Es waren hochschulpolitisch (und auch sonst) wilde Jahre. Denn zeitgleich entstand aus der Pädagogischen Hochschule im Schloss die Universität. Und die Reformer hier wie dort strebten eine Gesamthochschule an. Damit war der Stoff für endlose Debatten geliefert. Wie nervenaufreibend diese Diskussionen gewesen sein müssen, lässt sich schon daran ablesen, dass die Fachhochschule zwischen 1970 und 1980 acht (!) nebenamtliche Rektoren verschlissen hatte, die je nach Temperament still und entnervt aufgaben oder demonstrativ aus dem Amt schieden. Mit dem Hochschulrahmengesetz und dem Niedersächsischen Hochschulgesetz 1976/ 78 war die Frage der Gesamthochschule allerdings vom Tisch; Uni und FH gingen fortan getrennte Wege.
Erhard Mielenhausen wurde erstmals 1981 (bis 85) und dann wieder 1989 zum Rektor gewählt. Die Phase der Konsolidierung war jetzt vorbei, künftig ging es um eine inhaltliche Erweiterung und räumlichen Ausbau. Und dementsprechend berichtete Rektor Mielenhausen denn auch in seinem Rechenschaftsbericht vor dem Konzil 1984 von einer " stürmischen Entwicklung der Studentenzahlen" auf damals 4000 (nach 2000 im Jahr 1980) bei gleichzeitigem strengen NC.
Beengte Verhältnisse
Und im gleichen Atemzug ? eine Klage, die zum Grundton seiner Amtszeit werden sollte ? heißt es dann, die Raumsituation sei " fast unerträglich" geworden. Immerhin wurden in den 80er-Jahren denn doch 40 Millionen Mark am Standort Haste investiert; in ein neues Laborgebäude, Gewächshäuser und das Versuchsgut Waldhof.
Mit den 90er-Jahren gewann die Fachhochschule Osnabrück dann eine ungeahnte Dynamik. Zwei Faktoren kamen zusammen - und der nunmehr hauptamtliche FH-Präsident Mielenhausen, der dem Göttinger Tageblatt einmal verriet, sein Lebensmotto sei die Devise " Geht nicht gibt? s nicht!", nutzte entschlossen diese Chance: Einerseits hatten der Bund und die Länder eine Reihe von Fachhochschulentwicklungsprogrammen aufgelegt mit dem Ziel, den Anteil der FH-Studierenden bis auf 30 Prozent eines Jahrgangs zu steigern. Und andererseits wurden als Folge der Wende und des schrittweisen Rückzugs des Militärs jene Liegenschaften frei, die heute den Kern des Hochschul-Campus am Westerberg ausmachen: die ehemals städtische Frauenklinik am Lieneschweg, die Von-Stein-Kaserne an der Artilleriestraße und die Caprivi-Kaserne, zuletzt noch einmal ganz aktuell die Woolwich-Kaserne an der Sedanstraße.
Dreistellige Millionenbeträge sind in den Ankauf und die Herrichtung dieser Liegenschaften geflossen. Ellenlang ist die Liste der neuen Studienfächer.
1994 hatte die FH die Zahl von 5000 Studenten überschritten. Mielenhausen nahm die anhaltende Nachfrage nach einem FH-Studienplatz zum Anlass, den weiteren Ausbau der Hochschulen zu fordern. Dies sei jetzt einfach " bildungspolitisch richtig, regionalpolitisch vernünftig und wirtschaftspolitisch erforderlich".
Gleichzeitig trieb der Präsident auch den inneren Umbau der Hochschule voran: Die FH war Vorreiter bei der Einführung des kaufmännischen Rechnungswesens, mit einem Modellversuch Globalhaushalt und dann 2003 mit der Umwandlung in eineöffentlich-rechtliche Stiftung. Die Studienabteilung des städtischen Konservatoriums wurde ebenso integriert wie die katholische Fachhochschule Norddeutschland und die Beamtenausbildung für den gehobenen Dienst an der FH Hildesheim. Und neben Westerberg und Haste wuchs eine dritte Abteilung am Standort Lingen zu beachtlicher Größe an.
Reformhochschule
Etwas kokett sagte Erhard Mielenhausen in diesen Jahren schon mal: " Größe ist kein Wert an sich." Wuchs doch die FH Osnabrück mit jedem neuen Hochschulpakt an neuen Fächern wie Studierenden und Lehrenden zu beeindruckender Größe. Ihm ging es deshalb um Inhalte: etwa die Aufnahme in die European University Associa tion als besonders forschungsstarke Fachhochschule, die Gründung des Netzwerks UAS 7 oder die Anerkennung als Reformhochschule durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft 2003. Mielenhausen selbst wirkte in der Forschungskommission des Landes, im Wissenschaftsrat und im Präsidium der Hochschulrektorenkonferenz als Sprecher der Fachhochschulen mit.
Und vielleicht liegt gerade darin, dass er bestens vernetzt war und ist, der Schlüssel zur Erfolgsgeschichte dieses FH-Präsidenten. Das hatte Erhard Mielenhausen übrigens schon in jungen Jahren und noch vor seinem eigenen Studium ebenfalls in Osnabrück gelernt: Während seiner Bundeswehrzeit als Leutnant der Luftwaffe im Fernmelderegiment am Hauswörmannsweg trainierte er das Herstellen und Aufrechterhalten von (Funk-) Verbindungen über lange Strecken.
Autor:
Frank Henrichvark


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