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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Deponie Piesberg bald Pilotprojekt?
Zwischenüberschrift:
CDU-Antrag: Vor der endgültigen Abdeckung den Wertstoffgehalt ermitteln
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
swa Osnabrück. Die stillgelegten Deponien könnten die Rohstofflager der Zukunft werden. Vieles von dem, was vor Jahren achtlos weggeworfen wurde, gewinnt an Wert angesichts knapper werdender Ressourcen und wachsenden Rohstoffhungers von Ländern wie China und Indien. Das Gold der Deponien wird derzeit erforscht. Die Osnabrücker Deponie am Piesberg könnte hier Pilotprojekt werden.
Die Osnabrücker CDU-Ratsfraktion hat für die nächste Ratssitzung am Dienstag einen entsprechenden Antrag vorgelegt: Die Verwaltung soll prüfen lassen, welche Wertstoffe im Piesberg zu finden sind und wann sie wirtschaftlich sinnvoll wieder zutage gefördert werden können.
Nach geltendem Recht müsste der Piesberg bald abgedichtet und rekultiviert werden. Dafür sind bereits Rücklagen von 40 Millionen Euro gebildet worden. 40 Millionen Euro liegen schon auf der hohen Kante. Fraktionschef Fritz Brickwedde: Angesichts des Wandels der globalen Wirtschaft müssen wir innehalten und neu nachdenken." Eventuell erweise es sich als falsch, Deponien wie derzeit noch vorgeschrieben einfach abzudichten und damit in ein Mausoleum für Abfälle zu verwandeln. Zunächst müsse Wissen gewonnen werden über die Werte, die in der Deponie schlummern. Dem müsse eine wirtschaftliche Bewertung folgen. Ideal wäre, wenn die Osnabrücker Deponie zum Pilotversuch der neuen Rohstoffagentur des Bundes in Hannover werden könnte. Dafür will sich Brickwedde mit dem Ratsvorsitzenden Josef Thöle starkmachen. Die Rohstoffagentur wurde eingerichtet, weil viele Rohstoffe, die für unseren Konsum benötigt werden, nicht in Deutschland gewonnen werden können. Produkte wie Autos, Flachbildschirme oder Handys sind ohne Metalle aus China oder Afrika nicht herstellbar.
Auf der anderen Seite findet man in deutschen Deponien zum Teil bemerkenswerte Rohstoffvorkommen. Ein Beispiel: Deutschlands wohl größte Silbermine liegt in einem Pforzheimer Gewerbegebiet. In einer Fabrikhalle der Firma Ami Doduco wird aus Abfällen Silber gewonnen: 400 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Peru als führendes Silberförderland holt jährlich 3700 Tonnen aus seinen Bergwerken.
Der von Thöle nach Osnabrück eingeladene Gießener Abfallforscher Professor Stefan Gäth ist sicher: " Die Ressourcenpotenziale in den deutschen Deponien können eine weitere Versorgung mit wertvollen Werkstoffen gewährleisten." Ein erstaunliches Beispiel zeigt das: Eine Tonne Handyschrott enthält 50-mal so viel Gold wie eine Tonne Golderz aus der ergiebigsten Mine.
Ein weiterer Aspekt: Die Entwicklung von Recycling-Technologien zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Deponien und Abfall könnte zum Exportschlager werden.
Die beiden Osnabrücker Ratspolitiker schlagen auch vor zu prüfen, ob vielleicht auch abgeschlossene Kippen wie am Lindlager Berg erschlossen werden können.

Autor:
swa


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