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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Immer den billigsten Strom kaufen
Zwischenüberschrift:
Intelligente Zähler und ihre Tücken - Neue Tarife geplant
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Idee ist bestechend, die Wirklichkeit enttäuschend: Intelligente Stromzähler könnten zwar helfen, Energie und Geld zu sparen. Aber wer sich derzeit für das umworbene Smart Metering entscheidet, zahlt drauf. Ein neuer Tarif soll dasändern. Sicher ist das aber noch nicht.
- Wenn der Strom billig ist, schalten sich Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler selbsttätig ein. Übersteigt der Preis einen bestimmten Satz, dann legen die schlauen Geräte eine Pause ein. Gesteuert werden sie über WLAN, drahtlose Computernetzwerke. Das Signal kann auch mit dem Handy ausgesendet werden. Haushaltsgeräte mit WLAN-Anschluss gibt es schon, und die Stadtwerke haben inzwischen in 250 Haushalte digitale Zähler eingebaut. Je nach Variante zahlt der Kunde dafür monatlich drei bis zehn Euro mehr.
Bislang steht diesem Mehraufwand keine Kostenersparnis gegenüber. Was fehlt, ist der lastabhängige Tarif, der den Endverbraucher in das Prinzip von Angebot und Nachfrage einbindet. Denn auch für die Stadtwerke variiert der Einkaufspreis für Strom, und von diesen Schwankungen könnten die Kunden profitieren.
Wenn der Wind kräftig weht und die Sonne scheint, gibt es Überkapazitäten auf dem Strommarkt, und der Preis pro Kilowattstunde sinkt. In Zukunft soll der lastabhängige Zähler das Signal geben, das bestimmte Geräte aktiviert oder stoppt.
Wer einen Kaffee kochen oder eine Fernsehsendung sehen will, wird sich zwar nicht in diese Abhängigkeit begeben, beim Wäschewaschen oder - trocknen lässt sich aber Geld sparen. Zumindest, wenn das Schleudergeräusch nicht die Nachtruhe stört.
Die Frage ist nur, was dabei herausspringt, wenn der technische Aufwand so hoch ist. Denn es geht auch ganz einfach: " Wir verfügen ja schon heute über einen Tag-Nacht-Tarif für diejenigen Kunden, die einen Teil ihres Stromverbrauchs in die Nachtstunden zwischen 21 und 6 Uhr legen können", sagt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer.
Der Bund hat die Stromversorger verpflichtet, ab Januar 2011 spezielle Tarife für Smart-Meter-Kunden anzubieten. Bei den Stadtwerken Osnabrück wird gerade kalkuliert, noch in diesem Jahr sollen die Kunden lastabhängige Preisstufen wählen können. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein neuer Tarif nicht den großen Durchbruch bringen wird. Marco Hörmeyer drückt es so aus: " Grundsätzlich ist das Smart Metering nach unserer Meinung ein sehr gutes Instrument zur Steigerung der Energieeffizienz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz." Problematisch sei jedoch, dass der Gesetzgeber eine zeitgenaue Abrechnung für den Endverbraucher fordere, obwohl die Versorger noch gar nicht zeitgerecht einkaufen könnten. Nach Auffassung der Stadtwerke müssen erst die Rahmenbedingungen geändert werden, damit faire Bedingungen für alle Marktteilnehmer geschaffen werden.
Einen Zwang, die Zähler der neuen Generation füralle Haushalte vorzuschreiben, sehen die Stadtwerke kritisch. " Der Preis für die Smart Meter wird sich dadurch nicht reduzieren, da die Versorger die Kosten vermutlich direkt an die Kunden weitergeben", sagt Hörmeyer.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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