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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Spedition Koch bleibt in Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Millioneninvestition am Fürstenauer Weg - Pistorius: Sehr, sehr erfreuliche Entwicklung
Artikel:
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Originaltext:
hin Osnabrück. Die Spedition Koch International wird einen zweistelligen Millionenbetrag in den neuen Hauptsitz am Fürstenauer Weg investieren. 2012 soll die Zentrale stehen.
Gute Stimmung herrschte gestern im Rathaus, als Oberbürgermeister Boris Pistorius, Firmenchef Heiner Koch und Geschäftsführer Uwe Fieselmann das Ende der jahrelangen Standortsuche verkündeten. Der Finanzausschuss der Stadt hatte am Dienstagabend einmütig dem Verkauf der sogenannten GVZ-Flächen zwischen dem Autobahnzubringer (B 68) und dem Fürstenauer Weg an die Firma Koch zugestimmt. " Jetzt beginnt die Detailplanung", sagte Heiner Koch.
Das Gebiet ist seit den Neunzigerjahren als Güterverkehrszentrum für den Warenumschlag zwischen Schiff, Bahn und Lastwagen vorgesehen. Allerdings ließen sich die ehrgeizigen Pläne nicht verwirklichen. Eigentümerin der Flächen ist die OGE, die Osnabrücker Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft. Die städtische Tochtergesellschaft wurde 1993 eigens zur Vermarktung der GVZ-Flächen gegründet und leidet seither unter der schweren finanziellen Erblast. Für 33 Millionen Mark (knapp 17 Millionen Euro) kaufte die Stadt Freiherr Ostman von der Leye insgesamt 66, 8 Hektar ab, darunter die GVZ-Flächen. Die OGE zahlt bis heute Zinsen, die insgesamt eine zweistellige Millionen-Euro-Summe erreicht haben dürften.
Die Spedition Koch will auf dem knapp 15 Hektar großen Areal ein Logistikzentrum mit Hauptverwaltung, Lager und Umschlaghalle bauen. Die Fläche ist dreigeteilt und daher für die Zwecke der Spedition " nicht optimal", wie Koch-Geschäftsführer Uwe Fieselmann einräumte. " Aber den optimalen Standort gibt es heute nicht mehr." Unter Abwägung aller Aspekte sei die Entscheidung für Osnabrück gefallen. An der Fürstenauer Straße wird die Hauptverwaltung entstehen, das Logistikzentrum ist auf dem Areal an der B 68 vorgesehen. Eine Straße, die die Allee zum Gut Honeburg kreuzt, wird diese beiden Teile verbinden.
Nach dem Rückzug aus Bissendorf-Natbergen, wo die geplante Ansiedlung am Widerstand der Nachbarn scheiterte, hatte Koch zehn Standorte geprüft, vier waren zuletzt in der engeren Wahl. Heiner Koch dankte Oberbürgermeister Boris Pistorius ausdrücklich für " die guten Gespräche" und das Bemühen der Stadt, die Spedition hier zu halten. Pistorius sprach von einer " sehr, sehr erfreulichen Entwicklung". Er hatte nach dem Abbruch der Pläne für Natbergen Heiner Koch angerufen und Hilfe angeboten.
Das 110 Jahre alte Unternehmen Koch beschäftigt 725 Mitarbeiter an 16 Standorten in der Region. Nach dem Umzug an den Fürstenauer Weg werden fünf Standorte bleiben. Koch betreibt Fern- und Linienverkehr, ist aber auf die regionale Verteilung von Waren spezialisiert. 46 Partner aus ganz Deutschland liefern Stückgut an, das Koch an Adressaten in der Region verteilt. Deshalb könne Koch nicht " irgendwo" eine neue Zentrale bauen, sagt Uwe Fieselmann. Sie müsse in der Mitte des Marktes in direkter Nähe zu den wichtigsten Verkehrsachsen liegen.
Koch beginnt mit den Planungen nicht bei null. " Wir werden im Prinzip das Konzept von Natbergen übernehmen und weiterentwickeln", sagte Fieselmann. Vorgesehen sind ein viergeschossiges Verwaltungsgebäude und Lagerhallen von maximal 20 Meter Höhe. Etwa 700 Lastwagenfahrten werden pro Tag von der Zentrale ausgehen. Der Stammsitz in Atter ist der Spedition zu klein geworden. Dort sei die Firma auf Dauer nicht wettbewerbsfähig, sagt Fieselmann.

Die beste Lösung
Von Wilfried Hinrichs - Gute Wirtschaftspolitik kann so einfach sein: Anruf genügt. Als Koch in Bissendorf frustriert den Rückzug antrat, griff der Oberbürgermeister zum Telefonhörer. Herausgekommen ist für die Spedition Koch vielleicht das zweitbeste Ergebnis, für die Stadt aber die beste aller möglichen Lösungen.
Aus drei Gründen: Erstens, nach dem Coup mit der Umsiedlung von Kaffee Partner aus Wallenhorst in die Kaserne am Hafen reagiert die Stadt erneut flexibel, schnell und am Bedarf der Unternehmen orientiert. Das ist ein starkes Signal an die Wirtschaft. Wer hätte gedacht, dass ein halbes Jahr nach der Enttäuschung von Bissendorf Koch in Osnabrück seine Zukunft bauen kann? Pistorius, die Wirtschaftsförderung und der Rat haben in vorbildlicher Weise den Weg geebnet.
Zweitens, die Stadt ist ein finanzielles Bleigewicht los. Fast 20 Jahre nach Ausweisung der GVZ-Flächen ist endlich, endlich die Vermarktung großer Teile gelungen. Die Zinslast, die die OGE fast erdrückt hätte, ist weg.
Drittens, das Areal ist aus städtebaulicher Sicht für die Ansiedlung optimal. Keine andere Gewerbefläche, auch nicht die ehemaligen Kasernen, bringt ähnlich gute Voraussetzungen mit. Das Gebiet ist als Logistikstandort ausgewiesen, gut erreichbar, und der Eingriff in die Natur bleibt marginal.
Autor:
hin


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