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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mehr Platz zum Flanieren
Zwischenüberschrift:
1972 wurde die Große Straße zur Fußgängerzone
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. So schrecklich begeistert scheinen die beiden kleinen Mädchen vorne links nicht davon zu sein, ihre Mütter beim Bummel durch die neue Fußgängerzone zu begleiten. Ihre Gesichter sprechen Bände. 1972 waren in der Großen Straße erstmals Bagger und Lkw unterwegs, um die zuvor stark befahrene Straße zu einem Flanier-Paradies umzugestalten.
- Im Hintergrund weist ein Schild noch auf den Zebrastreifen hin, der den Fußgängern die gefahrlose Überquerung der lebhaft genutzten Fahrbahn erleichterte. Vorne rechts ist noch das alte Pflaster zu erkennen, in das einst die Schienen der Elektrischen eingelassen waren, deren Betrieb bereits 1960 eingestellt worden war.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurde die Fußgängerzone in einem ersten Abschnitt zwischen Nikolaiort und Georgstraße fertiggestellt. Zugleich wurde die Kanalisation erneuert. Ein Jahr später, 1973, wurde der zweite Abschnitt umgebaut, sodass die Fußgängerzone 710 Meter lang war, als der damalige Oberbürgermeister Ernst Weber sie am 4. Oktober 1973 eröffnete.
Zur Fußgängerzone gehörten damals bereits Teile der Georgstraße, der Großen Hamkenstraße und eben des Jürgensortes, der auf den Fotos links abzweigt.
Der Jürgensort war 1926 durch den " Thor? schen Durchbruch" entstanden, als die Große Straße nach Westen, Richtung Katharinenkirche, geöffnet wurde. Benannt wurde diese Maßnahme nach dem Bauunternehmer Robert Thor. Doch die Straßenkreuzung blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein Torso. Erst in den 1980er-Jahren wurde die Idee mit weiteren Abbrüchen, dem Bau der Osterberger Reihe und Neubauten am Kamp vollendet.
Auf dem Foto von 1972 ist links das Bekleidungshaus Osterfeld zu sehen. Am 1. Oktober 1935 hatte Karl Osterhaus, damals 28 Jahre alt, sein Unternehmen an der Großen Straße eröffnet. Im Krieg war das Geschäft zerstört worden. Als Osterhaus 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, baute er sein Geschäft zunächst in einer Baracke wieder auf. Ende der 1970er-/ Anfang der 1980er-Jahre folgten Filialen in Münster und Bielefeld.
Doch Anfang März 2002 hatte das Traditionsgeschäft Insolvenz angemeldet. Als Nachfolger waren zunächst ein Sport-, ein Schuh- und ein Buchgeschäft im Gespräch. Letztlich setzte sich die Buchhandlung durch, sodass hier kurze Zeit später eine Filiale von " Thalia" eröffnete.
Bevor die Fußgängerzone in der Großen Straße entstand, wälzten sich hier auf zwei Spuren Busse, Lastwagen und private Pkw über die nicht sonderlich breite Fahrbahn. Hinzu kamen noch Haltestreifen, sodass sich die Fußgänger zwischen der Blechlawine hindurchschlängeln mussten.
Autor:
Marie-Luise Braun


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