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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Oase mitten in der Stadt
Zwischenüberschrift:
Meilenstein für den Haseuferweg: Zentrales Teilstück ist fertig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Und Osnabrück liegt doch am Wasser: Diese Sicht eröffnet sich jedenfalls Fußgängern und Radfahrern, die Osnabrück auf dem neuen Innenstadtabschnitt des Haseuferwegs aus einer ganz neuen Perspektive erleben können.
Von Jens Lintel - Von der Neuen Mühle geht es hinter den am Kollegienwall und der Möserstraße gelegenen Gebäuden direkt am Flussufer entlang bis zur Schlagvorder Straße. Der Lückenschluss bis zum Neumarkt lässt zwar noch bis nächstes Jahr auf sich warten - aber bereits die ersten 215 Meter machen deutlich, welches Potenzial für den " Lebensraum Stadt" in dem neuen Weg am Wasser liegt. Die Vorbereitungen für den Ausbau des Haseuferweges über die verbleibenden 260 Flussmeter laufen bereits: 2011 muss alles fertig sein, damit die Stadt die Förderung aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung für das Projekt erhält.
Die neue Verbindung erschließt, wenn sie denn demnächst vollständig ausgebaut ist, eine neue Wegeachse zwischen der City und der Südstadt. Fußgänger und Radfahrer können jenseits der viel befahrenen Straßen vom Neumarkt zur Neuen Mühle oder umgekehrt gelangen. Auf einem Weg unter Bäumen am Wasser entlang: Mitten in der Stadt öffnet sich ein grünes Idyll, ruhig und beschaulich. Osnabrück zeigt sich aus Blickwinkeln, die niemals vorher zugänglich waren.
Christiane Balks vom Fachbereich Umwelt der Stadt Osnabrück sieht verschiedene Aspekte im Bau des Haseuferwegs in der City. Sie koordiniert das Projekt " Lebendige Hase", in dem seit 2004 die Fäden aller städtischen Vorhaben zum Schutz, zur Revitalisierung und zu Bauvorhaben entlang des Flusses zusammenlaufen. Der Ausbau des Hase uferwegs, der einmal durch ganz Osnabrück führen soll, ist eines der wichtigen Teilvorhaben der " Lebendigen Hase". Für die Menschen und die Stadtentwicklung sieht Balks einen großen Gewinn durch die neuen Abschnitte des Haseuferweges, da sich ihnen eine natürliche Oase in der Innenstadt öffne. Für den Lebensraum Hase und seine natürlichen Bewohner sei jedoch damit verbunden, dass eine fast unberührte Ruhezone verloren gehe.
Der Ausbau auf den 475 Metern von der Neuen Mühle bis zum Neumarkt schien viele Jahre utopisch. Aber immer schön der Reihe nach: Der Haseuferweg ist ein uralter Traum Osnabrücker Stadtplaner. Die Idee, einen durchgehenden Weg entlang des Flusses durch das ganze Stadtgebiet zu bauen, entstand bereits in den 1950er-Jahren. Selbst die Pläne für eine Brückenkonstruktion im Innenstadtbereich stammen von damals, wurden jedoch wegen hoher Kosten und der ungünstigen Grundstückszuschnitte verworfen.
Ziel ist es, den Haseuferweg einmal auf eine Länge von 17 Kilometern von Lüstringen bis nach Pye auszubauen. Schon heute können große Teilabschnitte genutzt werden: So wurden von 1997 bis zum Jahr 2000 im und am Osnabrücker Hafen die Abschnitte von der Wachsbleiche bis zur Römereschstraße und von der Römereschstraße bis zur Brückenstraße ausgebaut, sodass eine Verbindung aus der Stadt bis nach Eversburg und Pye besteht. Auf dem Klöckner-Areal wurde ein 2, 3 Kilometer langes Wegstück eingerichtet.
Für den Ausbau in der Innenstadt kam 2006 plötzlich der Durchbruch. Der Stadtrat beschloss, einen Architektenwettbewerb für den Lückenschluss auszuloben. Aus diesem Wettbewerb gingen die Hannoveraner Landschaftsarchitekten Irene Lohaus und Peter Carl als Sieger hervor, auf deren Entwurf auch die Stegkonstruktion basiert. Im eleganten Bogen wird der Weg zunächst am Ufer, kurz vor der Schlagvorder Straße dann als Steg über das Wasser geführt. Der zweite Abschnitt von der Schlagvorder Straße bis zum Neumarkt wird komplett auf Stelzen über Wasser gebaut. Die Stahlkonstruktion führt in zwei Meter Höhe über den Fluss. Für die Konstruktion wurden in Abständen von wenigen Metern jeweils sieben Meter lange Träger fünf Meter tief ins Erdreich gerammt. Der Weg ist zweieinhalb Meter breit und mit Betonplatten ausgelegt. Fußgänger und Radfahrer dürfen ihn nutzen. Elf Monate sind vom Baubeginn bis zur heutigen Eröffnung ins Land gegangen. Ursprünglich war die Eröffnung bereits eher vorgesehen, wegen des langen Winters verzögerten sich die Arbeiten jedoch.
Den Ausbau des ersten Abschnitts hat die Stadt Osnabrück aus eigenen Mitteln finanziert. Er hat 850 000 Euro gekostet. Abschnitt Nummer zwei wird teurer, weil er komplett auf Stelzen gebaut wird: Mittlerweile sind Kosten von 1, 8 Millionen Euro veranschlagt, wobei sich die Stadt Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung gesichert hat. Der Eigenanteil der Stadt wird etwa 675 000 Euro betragen, der Rest fließt aus dem Konjunkturprogramm. Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben, die Vorbereitungen laufen. Spätesten 2011 muss der Bau beginnen, damit die Stadt die Fördermittel aus Berlin in Anspruch nehmen kann.
Mit den 475 Innenstadt-Metern des Haseuferweges, die jetzt realisiert werden, ist ein wichtiger Schritt geschafft, von dem sich die Stadt auch Impulse zur weiteren Entwicklung des Quartiers zwischen der Möserstraße und dem Kollegienwall verspricht. Einige der Anlieger des zukünftigen Hasesteges haben schon Interesse an einer Anbindung ihres Grundstückes signalisiert.
Dennoch: Bis zum Gesamtausbau fehlen noch weitere Abschnitte. Etwa 70 Prozent der geplanten 17 Kilometer sind ausgebaut. Eine große Lücke klafft zum Beispiel noch in Lüstringen beiderseits der Sandforter Straße. " Aber da ist der Osnabrücker Servicebetrieb jetzt dabei," sagt Christiane Balks. Noch dieses Jahr soll der Abschnitt von der Autobahn bis zur Sandforter Straße fertiggestellt werden. Nächstes Jahr wird der Ausbau von dort bis zum neuen Weg am Sommerhof Richtung Hasewinkel angestrebt. Der Anschluss dieses neuen Teilstücks des Haseuferweges an den Hasepark und damit an die Innenstadt wird erfolgen, wenn die neue Schellenbergbrücke fertig ist, voraussichtlich 2012. Der Ausbau des Haseuferweges von der Turnerstraße bis zur Wachsbleiche, also die Anknüpfung der City an den bereits bestehenden Weg nach Eversburg/ Pye, soll im Zusammenhang mit der Neubebauung der Turnerstraße erfolgen.
Der Haseuferweg wird gezielt für Fußgänger und Radfahrer geschaffen, er soll den Menschen Zugang zum Fluss ermöglichen und die City mit den Außenbezirken verknüpfen. Zahlreiche Wege-Anbindungen an die Wohn- und Arbeitsbezirke sorgen dafür, dass der Weg jeden Tag von vielen Osnabrückern genutzt wird. Ein gutes Beispiel ist das Klöckner-Gelände hinter dem Bahnhof: Durch das Areal, über 100 Jahre lang Gießerei, anschließend jahrzehntelang Industriebrache, führt jetzt ein viel frequentierter Weg an dem Fluss entlang, der den Stadtteil Schinkel und die Gewerbeareale im Hasepark und im Fledder mit der Innenstadt verbindet.

Autor:
Jens Lintel


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