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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Längere Laufzeit oder sofort abschalten?
Zwischenüberschrift:
Klimaallianz diskutiert über Atommeiler
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hmd Osnabrück. Dicht zusammen - und doch weit auseinander sind die Meinungen zum Thema Atomstrom. Atomenergie ist ein Auslaufmodell, den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft, lautete die Einschätzung der Diskussionsteilnehmer. Aber bei der aktuellen Frage einer Laufzeitverlängerung gab es keine Annäherung.
Die Osnabrücker Klimaallianz hatte zu der Veranstaltung in die Lagerhalle eingeladen, gefolgt waren Bundestagsabgeordneter Mathias Middelberg (CDU), Matthias Reckzügel (Fachhochschule Osnabrück), Tobias Riedl (Greenpeace) sowie Eberhard Heise (Osnabrücker Klimaallianz). Diskutiert wurde unter der Überschrift: " Atomkraft - Schluss jetzt! oder Brückentechnologie"? Den Hintergrund für die Zusammenkunft skizzierte Moderator Stefan Wilker. Aus einer Protestaktion von Atomkraftgegnern vor der CDU-Geschäftsstelle war zunächst ein Briefwechsel mit Middelberg entstanden und schließlich die Idee einer Diskussion aufgekommen.
Auffällig an dem Abend: Für so ziemlich jede Position zu einer möglichen Laufzeitverlängerung lässt sich ein Gutachten finden. Heise und Riedl verwiesen auf Untersuchungen, die einen schnellen Atomausstieg ohne Energieengpässe für möglich halten. Middelberg und Reckzügel zitierten aus Gutachten, die ebendies bezweifeln. Das gleiche Ergebnis gab es beim Thema Grundlast: Diese könne nicht ohne die - auch leicht regelbare - Atomkraft erzielt werden, so die eine Seite.
Umsetzbar mit erneuerbarer Energie, war die Meinung der anderen beiden Diskussionsteilnehmer, die zudem kritisierten, dass eben mit dem Grundlast-Argument dem Ausbau der grünen Technologien ein Riegel vorgeschoben werde.
Somit blieben die Argumente, die Befürworter und Gegner einer Laufzeitverlängerung im Köcher haben: eine hochgefährliche Technologie, die allein den vier großen Energiekonzernen nutze, sagte Heise. Zudem ziehe nicht das Argument der Pro-Kernkraft-Fraktion, dass Atomkraft das Klima retten könne, da weltweit ohnehin nur drei Prozent der Energie so erzeugt werde. Derzeit exportiere Deutschland Strom in der Größenordnung von acht Kernkraftwerken - warum diese also nicht sofort abschalten? Riedl kritisierte das Gutachten, das im Auftrag der Bundesregierung erstellt wurde und in dem Energieszenarien durchgespielt wurden. Allein die großen Stromkonzerne seien Gesprächspartner gewesen, dazu sei der Ausbau der erneuerbaren Energien heruntergerechnet worden. Der Greenpeace-Mitarbeiter sprach sich für Gaskraftwerke als " Brücke" aus.
Genau dies lehnten Middelberg und Reckzügel wiederum ab. Außer Gas könnten allein Kohle oder Stromimporte die Lücke füllen, sollte die Atomenergie eingestellt werden, sagte Middelberg. Keine dieser Lösungen sei überzeugend. Gas bedeute zudem politische Abhängigkeit, so der CDU-Politiker, der sich für eine " moderate Laufzeitverlängerung" aussprach, aber sich nicht auf eine Jahreszahl festlegte.
Auch Reckzügel sah keine Alternative zur Laufzeitverlängerung. Wenn nun Meiler im Süden Deutschlands abgeschaltet würden, müssten Netzwerke ausgebaut werden. Dies koste viel Zeit und Geld, sagte der Wissenschaftler.

Autor:
hmd


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