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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lernen mit Kopf und Herz
Zwischenüberschrift:
Schule an der Rolandsmauer feierte das 111-jährige Bestehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
nor Osnabrück. Herzlicher kann ein Empfang kaum sein. Die ersten Schülerinnen und Schüler weisen schon an der Straßenecke den Weg, am Eingang warten weitere Jungen und Mädchen, um die Gäste in die Sporthalle zu begleiten. Vorbei an 111 bunten Plakaten mit Jahreszahlen und Sonnenblumen geht es zum Festakt anlässlich des 111-jährigen Bestehens der Schule an der Rolandsmauer. Die älteste Förderschule der Stadt präsentiert sich gastfreundlich, selbstbewusst und zukunftsgerichtet.
" Hier werde ich immer besonders herzlich empfangen", lobte Oberbürgermeister Boris Pistorius das große Engagement von Schülern und Lehrern, " ich wünschte, das wäre überall so." Dass er zu einem 111. Jahrestag eingeladen werde, sei ebenso bemerkenswert, so Pistorius weiter: " Die Zahl ist wie ein Dreier-Pasch. Das bedeutet Glück und Erfolg beim Würfeln." An der Schule arbeiten Lehrer, Eltern und Schüler mit Herz und Verstand, lobte der Oberbürgermeister und bezog sich damit auf ein Motto Johann Heinrich Pestalozzis, der der Schule bis vor wenigen Wochen noch ihren Namen gegeben hatte. " Lernen mit Kopf, Herz und Hand", lautete eine Maxime des Schweizer Pädagogen.
Doch am Tag des Jubiläums ging es weniger um die bewegte Vergangenheit der Förderschule. Peter Wachtel vom Niedersächsischen Kultusministerium und Annabelle Pithan vom Comenius-Institut Münster gaben einen Ausblick, welche Herausforderungen in naher Zukunft auf die Schule zukommen. Nach Separation und Integration soll ab dem nächsten Jahr die inklusive Pädagogik Einzug in die Schullandschaft halten. Da die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert hat, können Kinder mit und ohne Förderbedarf demnach in Regelschulen als homogene Gruppe gemeinsam lernen. " Gemeinsamer Unterricht ist möglich und hilfreich", betonte Pithan, " das verändert den Unterricht und das Klassenleben, das ist kein Störfaktor, sondern das Ziel." In dieser Konstellation müssen sich die Förderschulen neu orientieren und positionieren.
Wachtel hatte jedoch festgestellt, dass die Schule trotz des beachtlichen Alters Aufbruchsstimmung vermittele. Daher passe auch der neue Name der Schule, die im Jahr 1899 an der Hakenstraße als " Hülfsklasse" für 20 Schüler ihre Urzelle hatte. " Roland steht für Freiheit, Recht und Stärke. Und die Mauer steht für Schutz. Das passt", urteilte Wachtel. In der Schule würden die Kinder und Jugendlichen auf die Zukunft vorbereitet - in behütetem Rahmen, aber ohne abgeschottet zu werden.
Einen eindringlichen Appell an die Politik richtete Jochen Schaper als Elternsprecher. " Jede Gesellschaft ist nur so stark wie das schwächste Glied. Und daher ist es wünschenswert, wenn die schwächsten Glieder so stark wie möglich sind", warb er um Unterstützung. Denn auch wenn die Förderschule viele Namen und einige pädagogische Konzeptionen hinter sich hat, manches habe sich leider immer noch nicht geändert.
" Uns ärgert, wenn wir als Sonderschüler beschimpf werden und sich andere über uns lustig machen", erklärten denn auch die Schülersprecherinnen Hanan Reda und Sainab Ammar, " die kennen uns doch gar nicht. Wenn sie hier hinkommen würden, würden sie sehen, dass wir ganz normale Schüler sind."

Autor:
nor


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