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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwei Klassen beim Busverkehr
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Ein 50-Sitzer-Luxusbus für durchschnittlich 10 bis 15 Fahrgäste. Schüler, Studenten, Behinderte und Mütter mit Kinderwagen werden ausgeschlossen. Ein toller Service der Stadtwerke Osnabrück. Auf der anderen Seite werden Schulkinder mit schweren Tornistern eingepfercht in überfüllten Bussen. Die Stadtwerke zeigen sehr deutlich, dass Schulkinder keinen Stellenwert bei ihnen haben. Der neue Service mit der Linie X9 soll dazu dienen, Zeitkarteninhabern eine bequeme Fahrt zu gewährleisten - vom Grundsatz eine gute Idee. Aber warum wird anderen Fahrgästen nicht der gleiche Service geboten. Anstatt einen elitären Bus für wenige einzusetzen, wäre es sinnvoller, zu den Hauptverkehrszeiten mehr Busse einzusetzen. Davon würden alle profitieren, sowohl die Berufstätigen wie auch die Kinder. Stattdessen wird von den Stadtwerken eine Zweiklassengesellschaft eingeführt. [?] Mein 10-jähriger Sohn fährt seit diesem Jahr zur Schule nach Osnabrück. Eine Stunde vor Schulbeginn fahren hier fast gleichzeitig vier Linienbusse, um Schüler, Berufstätige und so weiter nach Osnabrück zu befördern. Vom Luxus der X9-Fahrgäste dürfen diese Fahrgäste nur träumen. Die Abfahrtzeit liegt dermaßen früh, dass die Kinder zum Teil mehr als eine halbe Stunde vor Schulbeginn in der Schule sind - ein nicht rechtmäßiger Zustand. Anstatt die Situation zu entzerren und zwei von diesen Bussen später zu starten oder einen zusätzlichen Bus einzusetzen, werden die Fahrgäste wie in einem Viehtransport kutschiert. Aber wenn sie mal einen Sitzplatz ergattert haben, dann können Sie in aller Ruhe lesen, wie in Osnabrück Fahrgastservice großgeschrieben wird - wenn auch nur für einen verschwindend kleinen Teil der Fahrgäste. Ob die Stadtwerke sich damit einen Gefallen tun, wage ich zu bezweifeln."
Uwe Schmidt
Hasbergen
" Die neue Buslinie X9 zwischen Innenstadt und Hellern ist also eine Idee des Fahrgastbeirats. Der hat einen Schnellbus angeregt, der zwischen Neumarkt und Hellern genau eine Minute flotter seinen Zielpunkt erreicht als die weiterhin angebotene Linie 91. Wie auch die Stadtwerke in ihrem aktuellen Busfahrplan leicht nachlesen können, ist die 91 von Hellern zum Neumarkt genau 20 Minuten unterwegs und nicht - wie in der Neuen OZ fälschlicherweise behauptet - 24 Minuten. Der Beobachter hat längst bemerkt, dass die vom Fahrgastbeirat gewünschten Luxusbusse zu 50 Prozent leer unterwegs sind: Sie fahren jeweils nur in eine Richtung für Kundschaft - morgens in die Stadt, nachmittags von dort nach Hellern. Die jeweilige Gegenrichtung bedeutet stets eine Leerfahrt, um an der Endstelle für die nächste Tour wieder pünktlich einsetzen zu können. So viel wirtschaftlicher Luxus bietet Raum für Argumente zur nächsten Busfahrpreiserhöhnung. Bemerkenswert ist auch, dass es um die Anerkennung von im Vorverkauf erworbenen Mehrfahrtenkarten (Vierer- und Achterkarten) ? Definitionsunklarheiten? gegeben hat: Die Stadtwerke brauchen lediglich in die von ihnen selber beantragte Liniengenehmigung zu schauen. Und nach der sind zum Beispiel auch weitere Tickets wie etwa Tageskarten in der X9 anzuerkennen."
Martin Sturm
Osnabrück
" Im Bericht wird ein Zeitvorteil von sechs Minuten erwähnt. Nach dem an die Haushalte in Hellern verteilten Werbeblatt ist die X9 gerade mal zwei Minuten schneller als der normale Linienbus. Das ist kaum der Rede wert. Ist es erforderlich, dafür solch einen Aufwand zu betreiben? Sicherlich ließe sich die Attraktivität noch erhöhen, wenn die X9 vom/ bis zum Bahnhof fahren würde. Dann kann sie auch von Pendlern genutzt werden, die mit dem Zug weiterfahren."
Christian Goltermann
Osnabrück
" Es freut mich natürlich für die Nutzer des Luxusbusses, dass sie nicht mehr dem alltäglichen Stress der überfüllten Schulbusse ausgesetzt sind und nun entspannt ihre Arbeitsstelle oder welches Ziel auch immer erreichen. Um kurz vor acht Uhr morgens hat jedoch jeder Schüler normalerweise seinen Bestimmungsort erreicht und dies unter teilweise katastrophalen Umständen. Die Linie 53 (Dodesheide) zum Beispiel, die an der Spitze Voxtrup die ersten Schüler aufnimmt, ist bereits an der vierten Haltestelle ? Am Mühlenkamp?" so voll, dass die Schüler keinen Sitzplatz mehr finden. An den weiteren Haltestellen kommen immer mehr Schüler hinzu, und auch das Stehen fällt schwer. Ausgestiegen wird kaum, denn das erklärte Ziel heißt Neumarkt (wo dann aber auch wieder ein kräftiger Zustieg erfolgt) oder Berliner Platz mit Ziel Domschule. Die Kinder werden wie das Federvieh einer Legebatterie zusammengepfercht, haben Angst, den Ausstieg nicht rechtzeitig zu erreichen, und verlassen teilweise am Neumarkt den Bus, einfach nur um Luft zu bekommen, obwohl sie noch hätten weiterfahren können. Hiervon habe ich mich selbst überzeugt, und ich kann nicht glauben, dass dieser Zustand verkehrssicher ist. Bei den Stadtwerken wurde mir für meinen Hinweis freundlich gedankt und in Aussicht gestellt, mit einem Fahrdienstleiter den Einsatz eines Gelenkbusses auf dieser Strecke um 7.06 Uhr ab Voxtrup Spitze zu prüfen. Bis jetzt war es immer noch der ? normale? Bus, der zum Einsatz kam. Mittlerweile hat ein regelrechter Haltestellentourismus eingesetzt, die Kinder, die normalerweise an der Haltestelle ? Holsten-Mündruper-Straße? kurz vor dem Zebrastreifen einsteigen würden, bewegen sich nun zur Haltestelle ? Eichenallee?. Ich lasse meinen Sohn an der Haltestelle ? Spitze? einsteigen, obwohl wir direkt an der Haltestelle ? Am Mühlenkamp? wohnen, ein Wahnsinn. Ich hoffe, die neuen angedachten Luxusbuslinien spülen mehr Geld in die Kasse der Stadtwerke, die es sich dann vielleicht leisten können, auch den Schülerlinienverkehr zu den Stoßzeiten zu entkrampfen oder sogar einen Einsatzbus von Voxtrup zur Domschule zu schicken. Den Schülern ist es zu gönnen, ebenfalls einigermaßen stressfrei ihr Ziel zu erreichen, auch wenn sie für ihre Fahrten nicht zahlen müssen (aber darum geht es ja bestimmt nicht...)."
Annette Hein
Osnabrück
Autor:
Uwe Schmidt, Martin Sturm, Christian Goltermann, Annette Hein


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