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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Biogasanlagen: Fluch oder Segen für die Region?
Zwischenüberschrift:
Experten-Debatte im Kreishaus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
steb Osnabrück. Sie sind gut für das Klima, aber riechen alles andere als fein. Sie schaffen zusätzliche Einnahmen, bereiten vor Ort jedoch zahlreiche Probleme. Über Biogasanlagen debattierten rund 80 Teilnehmer aus Kommunen des westlichen Niedersachsens im Osnabrücker Kreishaus. Dabei beleuchteten sie Chancen und Risiken dieser Technologie aus Standortsicht. Eingeladen hatte das Hannoveraner Projekt " Klimawandel und Kommunen".
Um eine Klärung der Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern von Biogasanlagen bemühte sich Ministerialrat Gerd Höher vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Höher präsentierte die Fakten: In Deutschland würden derzeit gut 30 Prozent des Stroms aus Biogas von aktuell geschätzten 900 niedersächsischen Anlagen erzeugt. 2009 hätten sie einen Flächenbedarf an Energiepflanzen von 170 000 Hektar benötigt, was knapp neun Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Land ausmache, sagte Höher. Hauptenergielieferant der Biogasanlagen sei überwiegend der Mais, der auf 145 000 Hektar angebaut werde.
An der zunehmenden " Vermaisung" der Böden und Landschaft habe sich seit dem Boombeginn der Biogasanlagen vor fünf Jahren einer der Hauptkritikpunkte entwickelt. Remmer Akkermann von der Biologischen Schutzgemeinschaft Weser-Ems forderte in seinem Vortrag den sofortigen Stopp des ausufernden Vormarsches der Maisflächen, um eine struktur- und artenreiche Landschaft zu erhalten. Auch Christina Aue vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband kritisierte die Zunahme des Maisanteils, der in Schutzgebieten höhere Stickstoffbelastung im Grundwasser bedeute. Ebenfalls verdränge die derzeitige Biogasförderung zudem " grundwasserverträglichere Anbauformen wie etwa Grünlandbewirtschaftung", so Aue.
Deutlich pro Biogasanlagen sprach sich Jörg-Heinrich Scheibe vom Fachverband Biogas aus. Die Technologie ermögliche den Landwirten zusätzliche Einkommen, schaffe im lokalen Raum Arbeitsplätze und trage neben den Gewerbesteuereinnahmen zum aktiven Klimaschutz der Kommunen bei. Den Vorwurf, die durch den Anlagenaufschwung ausgelöste Flächenkonkurrenz treibe die Pachtpreise nach oben, konterte er mit dem Hinweis, dass die höheren finanziellen Erträge auch der Alterssicherung der Landwirte zugute kämen.
Vor- und Nachteile der Biogasanlagen aus Sicht der Gemeinde Bohmte stellte Bürgermeister Klaus Goedejohann dar. Über Biogas laufe die Wärmeversorgung eines Sportzentrums, was die Wärmeenergiekosten gegenüber 2008 um mehr als 90 Prozent reduziert habe.
Autor:
steb


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