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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das ist mein Ding
 
Mutter von vier Gänsen
Zwischenüberschrift:
Kindheitstraum erfüllt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
tw Osnabrück. Esther Noel hat ihren Kindheitstraum wahr gemacht. Mit vier Gänsen lebt sie mitten im Nirgendwo auf dem Land, da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.
" Seit meinem fünften Lebensjahr habe ich meiner Mutter damit in den Ohren gelegen", erzählt die 36-jährige Heilpraktikerin. Sie forderte so lange einen eigenen Bauernhof, bis ihre Eltern über sie lachten und stets die gleiche Antwort von sich gaben: " Wenn du mal groß bist."
Jetzt ist Esther Noel groß und lebt ihren Traum. Nicht nur, dass sie sich ihren Wunsch von einem Haus auf dem Land mit Gänsen und anderen Tieren erfüllt hat, sie lebt auch in einer Traumlandschaft. Wo, das will sie lieber nicht in der Zeitung lesen, denn sie lebt dort allein. Einen Mann will sie nicht - und sie braucht ihn wohl auch nicht. Die Frau mit den hohen Wangenknochen und den blonden Haaren lacht. " Welcher Mann will das wohl mitmachen?", sagt sie und berichtet, dass ihr Tag im Sommer um 4 Uhr morgens beginnt und um 23 Uhr nachts endet. " Zum Glück brauche ich wenig Schlaf", sagt sie und lacht wieder ihr fröhliches Lachen.
Andere Wege gehen
Der Weg zur Verwirklichung ihres Traums war nicht geradlinig. Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin. Sie war die erste Frau in Osnabrück, die das gemacht hat, sagt sie. " Die Leute haben große Augen gekriegt, als plötzlich eine Frau aus dem Rettungswagen stieg", erinnert sie sich. Dieser Beruf habe zu ihr gepasst, weil sie immer andere Wege gehe als die Normalen, meint sie. " Aber ich wollte etwas mit Menschen und Natur, etwas Lebendiges machen", sagt Esther Noel.
Also erlernte sie den Beruf des Heilpraktikers und gründete drei Jahre später eine Familie. " Die Gänse sind meine Kinder", sagt Esther Noel unumwunden. Sunny, Mini, Louie und Uschi hat sie groß gezogen. Morgens warten die Gänse auf ein Begrüßungsküsschen und wollen schmusen oder ihr mit den Schnäbeln die Schnürsenkel aufziehen. " Sie sehen mich als ihre Mutter an", sagt Esther Noel. Und umgekehrt hat sie die Gänse als ihre Kinder akzeptiert, die sie ohne zu zögern gegen einen Fuchs oder ein anderes Raubtier verteidigen würde. Erst neulich sei ein Marder da gewesen. Als sie eingegriffen hat, habe er ihr in den Schuh gebissen, erzählt Esther Noel.
Ihre Gänseliebe wurde früher von den Eltern belächelt. Viele ihrer Bekannten können sie auch heute nicht nachvollziehen. Als sie neulich von einem Fest nach Hause gefahren ist, weil die Gänse in der Abenddämmerung in ihre " Villa" gebracht werden mussten, wie Esther Noel das Haus nennt, schüttelten einige ihren Kopf. Aber sie spricht von ihren " Kindern", als wäre es das Natürlichste von der Welt. Esther Noels Gedanken sind klar, strukturiert und überhaupt nicht " spinnert". Als " Gänseflüsterin" sieht sie sich nicht. Ihr ist bewusst, dass nicht jeder ihre Familie als normal betrachtet. Es scheint sie aber auch nicht zu stören.
Obwohl sie durch die Tiere, ihren Beruf und ihren Garten sehr eingespannt ist, verspürt Esther Noel nicht den Wunsch nach einem Urlaub am Strand. " Das Landleben und die Idylle sind wie Urlaub", sagt sie. Ihre Ruhe werde nicht durch Autolärm oderähnliche Zivilisationsgeräusche gestört. Nur ein paar Wildschweine unterbrechen manchmal die Stille.

Autor:
tw


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