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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Rotschnabel mit schwarzem Frack brütet im Maisfeld
Zwischenüberschrift:
Austernfischerpärchen hat sich in Osnabrück niedergelassen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Gerhard Kooiker - Osnabrück. Langer roter Schnabel, rote Beine und schwarz-weißer " Frack" sind die Markenzeichen des Austernfischers. Die letzten Jahre deuteten schon an, dass er eines Tages die Außenbezirke Osnabrücks besiedeln würde, denn die Vögel tauchten vermehrt an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet auf. Im vergangenen Jahr sogar auf einer Rasenfläche der Sportanlage Illoshöhe.
Nun ist es so weit: Im späten Frühjahr dieses Jahres hat sich ein Austernfischerpärchen erstmals auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück angesiedelt. Am Stadtrand in Eversburg auf einem Maisfeld wurde ein Gelege mit drei Eiern erfolgreich bebrütet. Ob auch alle Jungen letztlich flügge wurden, ließ sich noch nicht feststellen.
Dieses Ereignis ist auch deshalb so erfreulich, da fast alle Bodenbrüter im Agrarland, wie Großbrachvogel, Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn und Goldammer, um nur einige zu nennen, stark abnehmen oder gebietsweise schon ausgestorben sind. Austernfischer und Schafstelze allerdings sind zwei Arten, die dagegenhalten und im Bestand leicht zunehmen.
Bevorzugt brütet der Austernfischer im Binnenland auf feuchtem Grünland, außerdem auf Äckern. Die Niederungsgebiete von Osnabrück und der nahen Umgebung blieben bisher unbesiedelt. Im angrenzenden Nordkreis werden bereits seit Jahrzehnten brütende Vögel nachgewiesen. Dagegen ist das südlich liegende Osnabrücker Hügelland nach wie vor unbesiedelt.
Die Verbreitungsgrenze scheint der Mittellandkanal zu sein. Die nächsten Brutplätze liegen vor den Toren der Stadt in Achmer und in Wallenhorst, wo 2001 und 2002 die Vögel sogar auf kiesbedeckten Flachdächern brüteten. Eine weitere Brut wurde im Mai 2009 unweit der Stadtgrenze in der Gemarkung Linne beobachtet.
Nach Wanderfalke (2004), Weißstorch (2004), Nilgans (2004) und vermutlich Mittelspecht (2009) hat somit in diesem Jahrzehnt auch der Austernfischer erstmals in Osnabrück gebrütet. Fünf neue Brutvogelarten in nur einem Jahrzehnt - das ist schon spektakulär, insbesondere wenn man den besorgniserregend negativen Trend in der Vogelwelt betrachtet.
Im gleichen Zeitraum sind bei uns jedoch die Bestände von Baumfalke, Feldschwirl, Flussregenpfeifer, Kuckuck und Waldlaubsänger mit hoher Wahrscheinlichkeit erloschen. Der Birkenzeisig ist eine weitere Brutvogelart, die in Osnabrück unmittelbar vor dem Aussterben steht.

Autor:
Gerhard Kooiker


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