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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Luxusbus nimmt nicht jeden mit
Zwischenüberschrift:
Mit dem Express von Hellern in die City - Extra-Angebot für Stammkunden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hedi Osnabrück. Die Helleraner können jetzt in die Stadt gleiten: Die Stadtwerke setzen seit Ferienende in einer Testphase zusätzlich zur Linie 91 von Hellern in die Innenstadt den " City-Express" X9 ein. Der komfortable Reisebus soll Pendler schneller und bequemer an ihr Ziel bringen - und so neue Abonnenten anlocken.
Das Angebot gilt ausschließlich für Besitzer von Zeitkarten wie Monatstickets oder Umwelt-Abos. Zu den Zeitkarten gehören auch Vierer- oder Achter-Tickets. In dieser Frage waren kurzzeitig Definitionsunklarheiten aufgetaucht. Weil es im Sinne eines zügigen Einstiegs im Express keinen Fahrkartenverkauf gibt, sind Barzahler vom neuen Service ausgeschlossen - wie auch Schüler und Studenten. " Sonst wäre der Bus brechend voll", weiß Busfahrer Klaus Bollmeier aus Erfahrung, und die Zeitersparnis dahin.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert das. " Die Linie X9 schließt viele Fahrgäste aus, nicht nur Schüler. Es kann nicht sein, dass jemand, der sich spontan zu einer Fahrt entscheidet, den X9 nicht nutzen darf. Zu einem öffentlichen Verkehrsangebot gehört nach unserer Auffassung, auch eine einzelne Fahrt durchführen zu können", erklärt Jörn Keck vom VCD-Kreisverband Osnabrück.
Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen können ebenfalls nicht befördert werden, da die beiden eingesetzten Reisebusse nur über Stufen begehbar sind. Doch die Stadtwerke rüsten gerade nach und bauen ein Podest in den X9, damit demnächst zumindest Rollatoren und Kinderwagen mitgenommen werden können. Für Rollstuhlfahrer wird auf Wunsch ein Taxi gerufen. Stadtwerke-Pressesprecherin Katja Diehl empfiehlt, die mit Niederflurtechnik ausgestattete Linie 91 zu nehmen.
Morgens um kurz vor acht rollt der optisch ansprechende Reisebus leise an die Haltestelle Kleine Schulstraße heran. Einige Berufstätige steigen ein. Die Männer und Frauen mittleren Alters haben die freie Platzwahl im 50-Sitzer. " Wir transportieren durchschnittlich zehn bis 15 Gäste", sagt Bollmeier, der heute zum dritten Mal die Fahrt mit dem Express von Hellern in die City absolviert. " Es ist mehr ein Schweben als ein Fahren", sagt der Chauffeur.
Jetzt sitzen fünf Passagiere im Fond. " Ich bin ganz überrascht. Ich sitze gut und habe nicht 1000 Schultaschen im Gesicht", betont Monika Agarius, die erstmals mit dem Expressbus zur Arbeit fährt. Im regulären Linienbus müsse sie um die Zeit sonst oft stehen. " Richtig klasse" findet auch Steffen Schlicke den neuen Wagen: " Der normale Bus hält an jeder Stelle, die Expresslinie spart Zeit." So komme er schneller zur Arbeit.
Der Fahrgastbeirat hatte den einjährigen Testlauf angeregt, um die Nahverkehrsanbindung des Stadtteils morgens und in den Abendstunden zu verbessern. Wenn der X9 unterwegs ist, gilt für Hellern nun auch eine Zehn-Minuten-Taktung. Das war ein Grund, Hellern für den Versuch auszuwählen. Der andere war die hohe Zahl der Schüler im Morgenverkehr.
Der Express fährt zu den Hauptverkehrszeiten montags bis freitags zwischen 7.11 und 9.31 Uhr ab der Haltestelle Hellern in Richtung Neumarkt und zurück von 16.05 bis 19 Uhr ab Neumarkt. Morgens werden insgesamt acht Runden von zwei Bussen zurückgelegt, abends sogar neun. Rund 18 Minuten benötigt der Express laut Fahrplan von Hellern zum Neumarkt. Der normale Linienbus schafft die Strecke in 24 Minuten, er fährt auch mehr Haltestellen an.
Auch andere Stadtteile?
Doch es ging den Stadtwerken nicht nur um eine Zeitersparnis für die Fahrgäste. Diese sollen auch ohne Schülerlärm bequem in die Innenstadt gelangen. " Wir wollten etwas für unsere Abonnenten tun", erklärt Pressesprecherin Diehl. " Schüler und Studenten haben schon spezielle Angebote mit dem Einsatzwagen oder der Uni-Linie 21", so Diehl, die Linie X9 sei eine " besondere Dienstleistung" vor allem für Abonnenten. Und die werde positiv aufgenommen. Die Einführung sei reibungslos verlaufen. Nur selten müssten nicht Mitfahrberechtigte abgewiesen werden. Diehl: " Das Produkt wird verstanden."
Wenn der Expressbus ein " Erfolgsmodell" werde, sei der Einsatz auch in anderen Stadtteilen denkbar, sagt die Stadtwerke-Sprecherin.

Autor:
hedi


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