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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Karmann: Jetzt greift McAllister ein
Zwischenüberschrift:
Gespräch über Notfallplan
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hannover. Ministerpräsident David McAllister (CDU) will sich für eine Minister erlaubnis zum Verkauf der Karmann-Dachsysteme starkmachen, wenn sich bis Oktober kein Käufer findet. Das hat McAllister nach Informationen unserer Zeitung gestern Magna-Präsident Günther Apfalter und Karmann-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann bei einem Treffen in Hannover zugesagt.
- Magna bekommt offensichtlich Unterstützung aus der niedersächsischen Staatskanzlei: " Der Ministerpräsident hat die Arbeitsplätze in Osnabrück im Blick", betonte gestern Regierungssprecher Franz Rainer Enste und bestätigte das Gespräch mit Spitzenvertretern von Magna und Karmann mit McAllister. " Die Landesregierung steht zu Karmann", so Enste. Deshalb habe man eine Art Notfallplan entwickelt.
Vor rund drei Monaten scheiterte der österreichische Autozulieferer mit dem Versuch, die Dachsparte des insolventen Osnabrücker Autobauers mit rund 700 Beschäftigten zu kaufen. Das Bundeskartellamt verbot einen Zusammenschluss, weil der ohnehin schon kleine Markt der Produzenten von Cabriodächern damit weiter konzentriert würde. Die Klage dagegen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf ist noch nicht entschieden.
Seither verhandelt Karmann-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann mit vier Interessenten über einen Verkauf. Nach Informationen unserer Zeitung sind das der französische Autozulieferer Heuliez, der finnische Technologie-Konzern Metso, der Finanzinvestor Nordwind Capital und der deutsche Autozulieferer Vorwerk.
Das Problem: Künftige mögliche Aufraggeber wie Daimler oder Audi scheinen von diesen Interessenten nicht überzeugt zu sein. Hermann will aber nur verkaufen, wenn er von den großen Autobauern die Zusage bekommt, dass sie der Dach sparte auch mit einem neuen Eigentümer Aufträge erteilen, heißt es aus informierten Kreisen. Ansonsten seien Hunderte Arbeitsplätze in Osnabrück gefährdet. Der Sprecher des Insolvenzverwalters wollte sich dazu nicht äußern.
Gestern haben McAllister, Magna-Chef Apfalter und Hermann in der Staatskanzlei das weitere Vorgehen besprochen. Demnach wollen die Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik gemeinsam um eine sogenannte Ministererlaubnis durch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kämpfen, wenn in den nächsten Wochen kein Vertragsabschluss möglich ist, der auch die Arbeitsplätze sichert. Diese Ministererlaubnis würde das Verbot des Bundeskartellamtes aufheben. Die Hürden liegen allerdings sehr hoch: Zwischen 1973 und 2007 sind bundesweit 21 entsprechende Anträge gestellt worden, nur achtmal wurde eine Erlaubnis erteilt.
McAllister und Hermann sind offensichtlich von Magna überzeugt: Im Gegensatz zu den anderen Bietern haben sich alle europäischen Autobauer in einem Schreiben an das Bundeskartellamt für eine Übernahme der Karmann-Dachsparte durch die Österreicher ausgesprochen.

Autor:
Stefan Prinz


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