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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Starkes Signal für den fairen Handel
Zwischenüberschrift:
Osnabrück will "Fairtrade Town" werden - Schulen, Kirchen, Geschäfte ziehen mit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
jan Osnabrück. Die Friedenskulturstadt ist auf dem Weg zur " Fairtrade Town". Osnabrück bewirbt sich um diesen Titel, der an strenge Auflagen geknüpft ist und von einer internationalen Kampagne verliehen wird. Die Stadt möchte damit ihr langjähriges Engagement für den fairen Handel (englisch: fair trade) untermauern und ausbauen. Der Rat hatte im Mai 2009 die Bewerbung beschlossen.
Bundesweit gibt es inzwischen 22 " Fairtrade Towns" - darunter Saarbrücken, Dortmund, Hannover und Nürnberg. Ausgehend von Großbritannien, hat sich die Initiative mittlerweile auf 18 Staaten ausgebreitet. Deutschland ist seit Anfang 2009 dabei. In Osnabrück hat sich im November eine Steuerungsgruppe gebildet, um die Bewerbung voranzutreiben. Vertreter der Stadtverwaltung, der Kirchen, Schulen und der Lokalen Agenda, das Aktionszentrum 3. Welt und terre des hommes wirken mit.
Um den Titel zu bekommen, sind bestimmte Anforderungen zu erfüllen. So müssen in Osnabrück in mindestens 27 Einzelhandelsgeschäften fair gehandelte Waren erhältlich sein. Diese Marke wird weit übertroffen. Dirk Steinmeyer von der Süd-Nord-Beratung hat ermittelt, dass Produkte mit " Transfair"- Siegel an 52 Stellen im Stadtgebiet verkauft werden - vom Discounter bis zum Blumenladen. In 18 Gastronomiebetrieben werden zudem fair gehandelte Speisen und Getränke angeboten. 14 wären für eine erfolgreiche Bewerbung ausreichend.
Die Stadtverwaltung und öffentliche Einrichtungen müssen mit gutem Beispiel vorangehen. " Bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeisterbüro müssen per Beschluss Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet werden", lautet eine Hauptanforderung. Die wird von der Stadt erfüllt, zumindest was den Kaffee betrifft. Osnabrück ist hier bundesweit Vorreiter, hat vor neun Jahren mit dem " Osnabrück-Kaffee" sogar eine eigene Marke kreiert. Welches das zweite Produkt sein wird, ist derzeit noch in der Diskussion. Wahrscheinlich wird es Tee sein, möglicherweise aber auch ein Erfrischungsgetränk aus fair gehandeltem Mangopüree und regionalem Streuobstwiesenapfelsaft.
Fair Trade in Schulen
Auch den anderen Anforderungen der Fairtrade-Kampagne wird Osnabrück voll gerecht. So sind zehn Schulen regelmäßig auf dem Gebiet des fairen Handels aktiv, verkaufen entsprechende Produkte, machen Projektwochen oder bieten Arbeitsgemeinschaften an. Außerdem engagieren sich rund 30 Kirchengemeinden, Verbände und Institutionen, machen den kritischen Konsum und fairen Handel immer wieder zum Thema.
Dieser Einsatz könne sich sehen lassen, sagt Burkhard Tietz vom Referat für Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung. Seines Erachtens ist die Bewerbung um den " Fairtrade Town"- Titel logische Folge einer langen entwicklungspolitischen Tradition. Seit 28 Jahren gibt es das Aktionszentrum 3. Welt, 1994 entstand das Büro für Kommunale Entwicklungszusammenarbeit, aus dem später das Büro für Friedenskultur hervorging. Vor zehn Jahren wurde eine viel beachtete Dritte-Welt-Bilanz erstellt, außerdem hat der Rat beschlossen, keine Produkte aus Kinderarbeit zu beschaffen.
In den nächsten Wochen gehen die Bewerbungsunterlagen an den " Transfair"- Verein, der in Deutschland über die Vergabe des Titels entscheidet. Die Stadt hofft, dass es noch in diesem Jahr zur Verleihung kommt. Für die Zeremonie will die Steuerungsgruppe eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung auf die Beine stellen.

Grundsätze des fairen Handels
" Fairtrade" ist eine
Strategie zur Armutsbekämpfung in der Dritten Welt. Die Handelsbeziehungen mit den (meist klein bäuerlichen) Produzenten sollen verbessert, ungerechte Strukturen abgebaut werden. Zu diesem Zweck erhalten die Erzeugerfamilien langfristig höhere Preise für ihre Waren, als auf dem Weltmarkt üblich sind. Sie haben dadurch ein verlässliches Einkommen. In der Produktion sollen außerdem internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden (zum Beispiel mehr Rechte für Frauen, keine Kinderarbeit, Förderung des Bio-Anbaus, Versammlungsfreiheit).
Vom Kaffee bis zum Fußball gibt es inzwischen über 1000 verschiedene Fairtrade-Produkte, die entsprechend zertifiziert sind. Am bekanntesten ist das " Transfair"- Siegel, das der " Verein zur Förderung des fairen Handels mit der Dritten Welt" vergibt. Für unter anderem fair gehandelte Teppiche, Blumen, Bananen gibt es eigene Siegel .
Die Fairtrade-Produkte sind bundesweit in mehr als 30 000 Geschäften erhältlich. Die Umsätze haben sich in den vergan genen Jahren verdreifacht.
Internet: www.transfair.org »
Autor:
jan


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