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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Hafen soll nicht untergehen
Zwischenüberschrift:
Fraktionen: Schleusen vergrößern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Der Hafen bleibt und wird ausgebaut: Auf diese Marschroute haben sich die vier Fraktionen im Stadtrat verständigt. In Bohmte, wo Experten bessere Entwicklungspotenziale sehen, soll der Hafen als Ergänzung zu Osnabrück entwickelt werden.
Diese Bestandsgarantie nimmt die Luft aus einer Debatte, die im vergangenen Jahr für Irritationen zwischen Stadt, Stadtwerken und dem Landkreis sorgte. Der Kreis will den Hafen in Bohmte/ Stirpe-Oelingen erweitern und in dem Umfeld großzügig Gewerbeflächen ausweisen. Ein Gutachten, das die Stadtwerke Osnabrück gemeinsam mit dem Landkreis in Auftrag gegeben hatten, bescheinigte Bohmte die besseren Perspektiven. Die städtische CDU-Fraktion stemmte sich dagegen und pochte auf eine Bestandsgarantie für den Osnabrücker Hafen.
Die wird der Rat Ende August aller Voraussicht nach abgegeben. Der Beschlussvorschlag, den die Verwaltung dem Finanzausschuss heute am Dienstag vorlegt, sieht vor, den Hafen " langfristig leistungsgerecht weiterzuentwickeln". Dazu gehöre der Ausbau des Stichkanals und der Schleusen. Die Entwicklung in Bohmte soll damit nicht gebremst werden. Der Hafen in Stirpe-Oelingen solle nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum Osnabrücker Hafen entwickelt werden. Als Betreiberin beider Standorte kommt der Verwaltungsvorlage zufolge eine Gesellschaft infrage, an der sich die Stadtwerke Osnabrück und VLO Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück zu gleichen Teilen beteiligen. Für den von der Stadt zu finanzierenden Ausbau des Hafens sollen Zuschüsse von der Europäischen Union, Bund und Land eingeworben werden.
Der Stichkanal ist in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand ausgebaut worden. Experten sagen, die Verbreiterung komme 20 Jahre zu spät. Über 40 Millionen Euro sind bislang in den Ausbau der knapp 15 Kilometer Kanalstrecke, in acht neue Brücken, vier Düker und die Hasebettverlegung geflossen. Der Kanal ist jetzt breit genug für das Großmotorgüterschiff (GMS). Es ist 110 Meter lang und kann 2000 Tonnen transportieren. Der Haken: Solange die Schleusen in Hollage und Haste (Länge: 82 Meter) nicht erneuert sind, kann ein Großmotorgüterschiff Osnabrück nicht anlaufen. Der Ausbau der Schleusen soll nach vorläufigen Schätzungen noch einmal 100 bis 120 Millionen Euro kosten. Darüber hinaus müsste die Römereschbrücke angehoben und das Wendebecken im Hafen erweitert werden.
Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes setzte sich angesichts dieser Zahlen und Perspektiven für ein Umsteuern der Gelder ein. Er plädierte dafür, die für den Ausbau der Schleusen vorgesehenen Millionen in den Ausbau des Hafens in Bohmte zu investieren. Das wollte die CDU-Fraktion auf keinen Fall mitmachen.
Im Osnabrücker Hafen konzentrieren sich die Umschlagmengen im Wesentlichen auf Schrott, Schüttgüter (Steine), Mineralöl und Zellstoff. Im Jahr werden etwa 450 000 Tonnen auf dem Wasserwege umgeschlagen. Hinzu kommen etwa 700 000 Tonnen auf der Schiene. Die Anrainer haben hohes Interesse, dass der Hafen den wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst wird.
Keine Konkurrenz
Der Güterverkehr wird sich nach Expertenmeinung in den kommenden Jahren erheblich ausdehnen. Bis zum Jahr 2025 erwarten die Fachleute einen Zuwachs um 66 Prozent. Das größte Wachstumspotenzial haben die Wasserstraßen. Die zusätzlichen Gütertransporte werden nur verträglich abzuwickeln sein, wenn es gelingt, wesentliche Anteile des Lastenverkehrs auf die Wasserwege zu lenken. Deshalb, so die Prognose, werden vor allem Regionen profitieren, die Zugang zu Wasserstraßen haben.
Um auf Dauer sicherzustellen, " dass sich ein Hafen Osnabrück mit zwei ergänzenden Standorten in Bohmte und Osnabrück harmonisch entwickelt und die jeweiligen Stärken für die Region genutzt werden können", sollen die Stadtwerke und die Verkehrsgesellschaft des Landkreises eine gemeinsame Betriebsgesellschaft bilden, heißt es in der Vorlage. Die finanzielle Verantwortung würde weiterhin jeweils bei Stadt und Landkreis bleiben.

Autor:
hin


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