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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Osnabrück ist ein Problem für Wulff"
Zwischenüberschrift:
Die Stadt im Spiegel der Medien
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Stadtväter und Marketingstrategen haben bei der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten auch an Osnabrück gedacht: Ein wenig Glanz werde wohl auf die Heimatstadt des neuen Staatsoberhauptes fallen. Nun, ein Blick in den Medienspiegel ist eher ernüchternd. Die linke " Tageszeitung" (taz) ist gewohnt bissig, die Wochenzeitung " Die Zeit" bescheinigt Osnabrück immerhin, " das schöne Leben" zu lieben.
Die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) hat auf Anfrage der Neuen OZ etwa 200 Presseberichte im Umfeld der Wulff-Wahl auf Osnabrück-Bezüge hin unter die Lupe genommen. In den allermeisten Berichten fällt der Name Osnabrück nur als Geburtsort des neuen Präsidenten. Das war? s. Nur zehn der 200 untersuchten Beiträge führen die Leser ein wenig durch die Stadt, erwähnen Wulffs Stationen wie das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium oder die Uni.
Die " taz" erkannte in Osnabrück sogar " ein Problem" für Wulff. Unter dem Titel " Bundespräsident dritter Wahl" berichtet Autor Ralph Bollmann von Wulffs letzter Sommerreise durch Niedersachsen, die ihn auch in seine Heimatstadt führte. " Kaum eine deutsche Stadt steht so sehr für das behagliche alte Westdeutschland, das sich seit den Achtzigerjahren kaum verändert hat", schreibt die " taz".
Nun, wir wollen diese Einschätzung nicht bewerten, sondern den Autor einfach zu einem Rundgang einladen, um die Veränderungen der vergangenen 20 Jahre zu erkennen.
Und weiter lästert das Blatt: " Brave Studienräte beklatschen abends im Theater politisch korrekte Aufführungen, die Stadt vergibt alle zwei Jahre den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis und erinnert gern daran, dass in ihrem Rathaus der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Hier ging Wulff zur Schule, hier studierte er Jura, hier saß er noch bis 2001 im Stadtrat, als er längst Oppositionsführer im Landtag war."
Auch wenn die " westfälische Stadt" - gemeint ist Osnabrück - " durch historische Zufälle heute zu Niedersachsen gehört", fühlt sich der Autor an das " berühmteste Zitat des rot-grünen Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck erinnert: " Wir haben vom Paradies geträumt und sind aufgewacht in Nordrhein-Westfalen."
Die Wochenzeitung " Die Zeit" hat vor der Präsidentenwahl den Heimatstädten der beiden Kandidaten, Osnabrück und Rostock, Besuche abgestattet. Es ist kein Städtevergleich, auch keine Spurensuche, sondern eine liebevoll-charmante Stichwortsammlung. Unter " Grünfaktor" sinniert die Autorin Cosima Schmitt über die im Schlossgarten dösenden Studenten, " die die Bibliotheksblässe wegsonnen", und stellt erstaunt fest, dass ein Drittel der Stadtfläche Landschaftsschutzgebiet ist. Unter dem Stichwort " Wasser" plätschert die Hase dahin. Der Herrenteichswall wird als " netter Ort für erste Dates der Lokaljugend" ausgemacht. Als " Spezialität" kommt das Pumpernickel-Schwarzbrot wieder mal zu Ehren. Es sei schließlich schuld dran, das Osnabrück " nicht gerade als Hort der Backkunst" gelte.
Sahniger Retrohappen
Die Autorin findet eher gefallen am Springbrötchen (" sieht runzelig aus wie ein afrikanischer Savannenboden zur Dürrezeit") und an den " Himmlischen", den legendären Pralinen von Leysieffer (" sahnig-zuckriger Retro happen, der zurückversetzt an Omas Wohnzimmertisch zur Wirtschaftswunderzeit").
Als Souvenir empfiehlt die Zeit-Schreiberin die Stadtkrawatte in Lila (" zum Aufstieg des VfL") oder den Steckenpferdreiter - " ein dürres Männchen", das in Schmiedearbeit entstehe und an Besucher wie den Dalai Lama verschenkt werde. Kopien gebe es in der Touristeninfo.
Das Felix-Nussbaum-Haus erfährt eine angemessene, im Ton jetzt zurückhaltende Würdigung, und als " Tipp der Einheimischen" wird ein Spaziergang über die Berg- und Lürmannstraße auf den Westerberg nahegelegt.
Halten wir fest: Ohne Wulffs Wahl hätte " Die Zeit" ihre Leser wahrscheinlich niemals über den Westerberg geführt.

Autor:
hin


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